Folke Köbberling (* 1969 in KasselEintrag Folke Köbberling im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek) ist eine deutsche bildende Künstlerin und Hochschullehrerin.

Werdegang Folke Köbberling studierte an der Kunsthochschule Kassel sowie von 1994 bis 1995 am Emily Carr Institute of Art & Design in Vancouver. 1997 begann sie ein Architekturstudium an der Universität der Künste Berlin. Sie erhielt verschiedene Stipendien und war Artist in Residence unter anderem der Villa Serpentara, Chinati Foundation, Marfa (USA), des Centre for Contemporary Art Ujazdowski Castle (Warschau) und des Wysing Arts Centre (Cambridgeshire).

Von 2002 bis 2015 arbeitete sie mit dem Künstler und Architekten Martin Kaltwasser († 2022) zusammen mit dem sie an zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen teilnahm, u. a. im Martin-Gropius-Bau in Berlin, im Haus der Kulturen der Welt, im ZKM Karlsruhe, im Lentos Kunstmuseum Linz und bei der Ruhrtriennale 2012. Einzelausstellungen führte sie in der Jack Hanley Gallery in New York, in der Schaustelle der Pinakothek der Moderne in München, im Kunstverein Kassel 2014, im Museo Experimental El Eco in Mexiko-Stadt (2017) und im Kunstverein Wolfsburg (2020) durch.

Köbberling lehrte unter anderem am Art Center College of Design in Pasadena, an der London Metropolitan University, der Universität der Künste Berlin, der Universität für angewandte Kunst Wien und der Wayne State University in Michigan.

Sie ist Professorin für künstlerisches Gestalten und Leiterin des Instituts für Architekturbezogene Kunst an der Technischen Universität Braunschweig.

Künstlerisches Werk mini|alt=Köbbelings Werk „Muro di lana“, also „Wollmauer“ im Park der Villa Massimo|„Muro di lana“ („Wollmauer“) im Park der Villa Massimo (2024) Köbberling entwickelt Interventionsmodelle für den urbanen Raum, wobei sie vorhandene Strukturen umnutzt und damit den gewohnten Umgang mit städtischer Architektur – wie zum Beispiel Konzepte von gemeinschaftlichem Zusammenleben sowie kapitalistisch bestimmte städtische Strukturen des Wohnens, des Arbeitens und der Mobilität – auf subtile und teilweise humorvolle Weise in Frage stellt.

Kaltwasser und Köbberling haben Großbritanniens erstes funktionsfähiges rezykliertes Theater aus alten Paletten, weggeworfenen Türen und alten Bühnenbildern 2010 erbaut. Der Journalist Jonathan Glancey bezeichnete diese Architektur als Junkitecture.

Christian Holl schrieb, Martin Kaltwasser und Folke Köbberling verstünden die Stadt als materiellen und sozialen Prozess:

Seit 2018 arbeitet sie in Einzelprojekten mit dem Werkstoff Rohwolle und hat großformatige Arbeiten realisiert.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen und Aktionen mini|Mash & Heal am Europaplatz, München (2025) 2011: coming soon… Galerie für Gegenwartskunst Barbara Claassen-Schmal, Bremen* 2011: Future of Transit - exhibition-cum-art train, Gallery No.9 and Evergreen Brickworks in Kooperation mit dem Goethe-Institut, Toronto* 2011: Invisible Dust, Intervention in Public Space, Hackney Greenways, London* 2011: Kleist-Projekt, Bühnenbildproduktion mit Rimini-Protokoll, Staatliche Schauspielbühnen, Dresden, HAU2, Berlin* 2011: Parking Lots, Intervention in Public Space, EcoCity 2011 Summit, Montréal* 2011: Postautomobilzeitalter, Jack Hanley Gallery, New York*Postautomobilzeitalter, Jack Hanley Gallery, New York (USA), 2011 2011: White Trash – Vol. 5, Zabriskie Point, Espace d’art Contemporaine, Genf* 2012: Our CenturY, Ruhrtriennale, Bochum* 2012: Veredelung/Upgrading, Holzmuseum Murau im Rahmen der Regionale 2012 (Österreich)* 2013: automanic, Schaustelle, Pinakothek der Moderne, München in Kooperation mit David Moises 2014: full stop.forever. Kunstverein Kassel* 2015: ZKU/F at Zentrum für Kunst und Urbanistik, BerlinZK/FU – Center for Art, Feministics and Urbanistics In: ZK/U Berlin, 2015. 2017: Crushed Autogeddon, Museo El Eco, Mexiko-Stadt 2018: Autohaus Mitte, Martin Kaltwasser und Folke Köbberling, Galerie Weißer Elefant, BerlinMartin Kaltwasser und Folke Köbberling: Autohaus Mitte In: Galerie Weißer Elefant, Berlin, 2018 2018: DEWOOL Konsumverein Braunschweig 2021: Lifestyle is negotiable Kunstverein Wolfsburg 2021: Testphase No4, im Rahmen von WE PARAPOM!, Auftaktveranstaltung Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 2025: Mash & Heal, Europaplatz, Herzog-Wilhelm-Straße und Schleißheimerstraße, München

* mit Martin Kaltwasser

Gruppenausstellungen thumb|Die Installation Lasting Signs of Jubilee vor dem Kunstmuseum Wolfsburg, 2025 2017: Leave it in the ground, House of Arts, Usti nad Labem 2017: Mexibility, Casa del Lago, Mexiko-Stadt 2018: Pissing in the river, again Kunstamt Kreuzberg 2018: … or to take arms against a sea of troubles and, by opposing, end them. Fluc, Wien 2018: 6. UM - Festival 2018: urbane Vektoren > Skizzen einer politischen Re/Konstruktion des Stadtraums rk_Galerie für zeitgenössische Kunst 2019: Flight Interrupted: Eco-leaks from the Invasion Desk. Karachi BiennaleFlight Interrupted: Eco-leaks from the Invasion Desk Karachi Biennale 2019: Nachbarn auf Zeit, Hansaplatz/Kunst im Stadtraum 2019: Bodenständig, Kunsthaus Mürz 2019: Low Tec Isolation, Billen-Pavillon/Wolfsburg 2021: return, Skulpturenpark Berlin-Zentrum, Berlinreturn, Skulpturenpark Berlin-Zentrum, Berlin 2021: terrestrail Assemblage, Floating University, Berlin 2021: wohnen3, bezahlbares Wohnen, Sonderausstellung Hafenmuseum Bremen 2021: Wolf im Schafspelz, Club Hybrid, Graz 2023: the great repair, Akademie der Künste Berlinthe great repair, Akademie der Künste 2023: Zur Nachahmung empfohlen, Uferhallen

Publikationen Learning from* (Reihe metrozones). Becker / Burbaum / Köbberling / Kaltwasser / Lanz / Reichard (Hg./eds.); NGBK b_books, vice versa, 2003 mit Martin Kaltwasser (Hrsg.): Ressource Stadt – City as a Resource. One Man’s Trash is Another Man’s Treasure. jovis Verlag, 2006, ISBN 978-3-939633-07-5 mit Martin Kaltwasser (Hrsg.): 2009 Hold it! The Art and Architecture of Public Space. jovis Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86859-029-6 mit Martin Kaltwasser, Lorna Brown; Barbara Holub; Barbara Cole Kobberling: The Games are open. ISBN 978-0-9866819-4-3. Other Sights for Artists’ Projects, flipbook, 2016 Full Stop. Edition Metzel, München 2017, ISBN 978-3-88960-166-7. Wollbau. Wolle – eine unterschätzte Ressource. adocs, Hamburg 2024, ISBN 978-3-94325-375-7

Auszeichnungen (Auswahl) 2000: Preisträgerin Wettbewerb Alexanderplatz U2 der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin 2005: Preisträgerin des Projektstipendiums Kunsthaus Kloster Gravenhorst mit Martin Kaltwasser 2009/2010: Einjähriges Stipendium für Los Angeles des Berliner Senats mit Martin Kaltwasser 2009: Chinati Foundation, Marfa mit Martin Kaltwasser 2010: Gewinner Kunst am Bau Wettbewerb Bildungscampus Leobendorf (AUT) mit Martin Kaltwasser 2010: Gewinner Landschaftskunstwettbewerb raumsichten, Grafschaft Bad Bentheim mit Martin Kaltwasser 2011: 1. Preis Architects’Journal Small Buildings Award, London (UK) mit Martin Kaltwasser 2011: 1. Preis Architects’Journal Small Buildings Sustainability 2011 Award, London (UK) 2011: Nominierung für den Mies van der Rohe Award 2011, Barcelona (ESP) mit Martin Kaltwasser 2010: Nominierung für den Urban Interventions Award Berlin 2010 mit Martin Kaltwasser 2012: 2. Runde Leipziger Einheits- und Freiheitsdenkmal, Leipzig mit Martin Kaltwasser 2012: 1. Preis, Landschaftskunstwettbewerb Lohberger Bergpark – Choreographie einer Landschaft, Dinslaken mit Martin Kaltwasser 2019: Wettbewerbsgewinn und Realisierung „Kunst im Stadtraum“, Berlin 2023: Casa Baldi, Deutsche Akademie Rom

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Einzelnachweise

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