Der Große Preis von Katar 2023 (offiziell Formula 1 Qatar Airways Qatar Grand Prix 2023) fand am 8. Oktober auf dem Losail International Circuit in Doha statt und war das 17. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2023.
Bericht Hintergründe Nach dem Großen Preis von Japan führte Max Verstappen in der Fahrerwertung mit 177 Punkten vor Sergio Pérez und mit 210 Punkten vor Lewis Hamilton. In der Konstrukteurswertung stand Red Bull seit dem Großen Preis von Japan als Konstrukteursweltmeister fest. Sie führten uneinholbar mit 318 Punkten vor Mercedes und mit 338 Punkten vor Ferrari. Verstappen konnte an diesem Rennwochenende vorzeitig zum dritten Mal Weltmeister werden. Dafür musste Pérez über das gesamte Wochenende weniger als 32 Punkte mehr als Verstappen erzielen, wobei Verstappen unabhängig von Pérez’ Ergebnis mindestens drei Punkte und somit schon ein sechster Platz beim Sprint am Samstag gereicht hätte, um die Meisterschaft zu entscheiden.
Pirelli stellte den Fahrern die Reifenmischungen C1 Hard (weiß), C2 Medium (gelb) und C3 Soft (rot) sowie Cinturato Intermediates (grün) und Cinturato Full-Wets (blau) für nasse Bedingungen zur Verfügung.
Im Rahmen des Grand Prix fand das vierte Sprint-Wochenende der Saison statt.
Williams trat wie bereits in Singapur und Japan mit einer Sonderlackierung an.
Liam Lawson vertrat weiterhin den verletzten Daniel Ricciardo bei AlphaTauri.
Lance Stroll (sieben), Pierre Gasly (fünf), George Russell, Hamilton (jeweils vier), Nico Hülkenberg, Yuki Tsunoda, Pérez (jeweils drei), Verstappen, Carlos Sainz jr., Lando Norris, Fernando Alonso, Zhou Guanyu, Logan Sargeant (jeweils zwei), Charles Leclerc und Alexander Albon (jeweils einer) gingen mit Strafpunkten ins Wochenende.
Mit Hamilton trat der einzige ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Als Rennkommissare für dieses Rennwochenende fungierten Felix Holter (DEU), Matteo Perini (ITA), Danny Sullivan (USA) und David Domingo (ESP).
Training Im ersten und einzigen freien Training fuhr Verstappen mit 1:27,428 Minuten die Bestzeit vor Leclerc und Sainz jr.
Qualifying Das Qualifying für das Rennen wurde bereits am Freitag absolviert.
Das Qualifying bestand aus drei Teilen mit einer Nettolaufzeit von 45 Minuten. Im ersten Qualifying-Segment (Q1) hatten die Fahrer 18 Minuten Zeit, um sich für das Rennen zu qualifizieren. Alle Fahrer, die im ersten Abschnitt eine Zeit erzielten, die maximal 107 Prozent der schnellsten Rundenzeit betrug, qualifizierten sich für den Grand Prix. Die besten 15 Fahrer erreichten den nächsten Qualifikationsabschnitt. Verstappen war Schnellster. Zhou, Kevin Magnussen, Lawson, Stroll und Sargeant schieden aus. Stroll schied zum vierten Mal in Folge im ersten Qualifyingabschnitt aus.
Der zweite Abschnitt (Q2) dauerte 15 Minuten. Die schnellsten zehn Piloten qualifizierten sich für den dritten Teil des Qualifyings. Hamilton war Schnellster. Hülkenberg, Albon, Pérez, Sainz jr. und Tsunoda schieden aus.
Der letzte Abschnitt (Q3) ging über eine Zeit von zwölf Minuten, in denen die ersten zehn Startpositionen vergeben wurden. Verstappen erzielte mit einer Zeit von 1:23,778 Minuten die Bestzeit vor Russell und Hamilton. Ursprünglich qualifizierten sich die McLaren-Piloten auf Rang 2 und 4, beiden wurden jedoch ihre schnellsten Runden aufgrund von Überschreitungen der Streckenbegrenzung gestrichen. Während Oscar Piastri von Platz 4 auf 6 zurückfiel, wurde bei Norris seine einzige gezeitete Runde gestrichen, wodurch er von Platz 2 auf 10 zurückfiel. Für Verstappen war es die 30. Pole-Position in der Formel-1-Weltmeisterschaft.
Nach einer Analyse nach dem Training und dem Qualifying äußerte Pirelli Bedenken hinsichtlich der durch Bordsteine verursachten Schäden an den Reifen. Als Reaktion darauf wurden die Streckenbegrenzungen an den Kurven 12 und 13 über Nacht geändert. Die FIA erklärte, dass sie für den Fall, dass die Reifenprobleme nach der Streckenakklimatisierungssitzung am Samstag weiterhin bestehen bleiben, eine verbindliche maximale Anzahl an Runden einführte, die mit den Reifen gefahren werden durften: 20 Runden für den ersten Reifensatz während des Rennens und 22 Runden für die folgenden Sätze (einschließlich Runden aus früheren Sitzungen). Dies würde erfordern, dass jeder Fahrer während des Rennens mindestens drei Boxenstopps einlegt, um Reifen zu holen.
Sprint-Shootout Der Shootout für den Sprint fand am Samstagvormittag stand.
Vor dem Start der Session fand um 16.00 Uhr die zehnmütige zusätzliche Akklimatisierungssitzung statt um den Fahrern die Möglichkeit zu geben, sich an die Streckenänderungen zu gewöhnen.
Der Shootout bestand wie schon das Qualifying aus drei Teilen mit einer Nettolaufzeit von 30 Minuten. Im ersten Segment hatten die Fahrer zwölf Minuten Zeit, um sich für den Sprint zu qualifizieren. Die besten 15 Fahrer erreichten den nächsten Abschnitt. Russell war Schnellster. Stroll, Albon, Tsunoda, Magnussen und Sargeant schieden aus.
Der zweite Abschnitt dauerte zehn Minuten. Die schnellsten zehn Piloten qualifizierten sich für den letzten Teil des Shootouts. Norris war Schnellster. Gasly, Hamilton, Bottas, Lawson und Zhou schieden aus.
Der letzte Abschnitt ging über eine Zeit von acht Minuten. Piastri sicherte sich mit einer Zeit von 1:24,454 Minuten die Bestzeit vor Norris und Verstappen. Ocon und Alonso konnten keine gezeitete Runden aufgrund von Überschreitungen der Streckenbegrenzung fahren.
Sprint Piastri gewann den Sprint vor Verstappen und Norris. Die restlichen Punkteplatzierungen gingen an Russell, Hamilton, Sainz jr., Albon und Alonso. Aufgrund von fünf Ausfällen kam es zum Einsatz von insgesamt drei Safety-Car-Phasen: Zuerst drehten sich Lawson und Sargeant beide ins Kiesbett. Dann kollidierten Ocon, Pérez und Hülkenberg, was für alle drei das Aus bedeutete. Der Vorfall wurde von den Rennkommissaren als Rennvorfall eingestuft und es wurden keine weiteren Maßnahmen ergriffen.
Durch den Ausfall von Pérez und der vergebenen sieben Punkte für den zweiten Platz wurde Verstappen schon nach dem Sprint vorzeitig Weltmeister. Er ist der erste Fahrer seit Nelson Piquet 1983 (als das Rennen an einem Samstag stattfand), der sich an einem Samstag zum Weltmeister krönte, der erste Fahrer, der nach einem Sprint als Weltmeister feststand und nach Juan Manuel Fangio, Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Hamilton der fünfte Fahrer, dem es gelang, dreimal in Folge Weltmeister zu werden.
Rennen Aufgrund der Häufigkeit der Safety-Car-Einsätze im Sprint reichten die für die Analyse durch Pirelli verfügbaren Reifendaten nicht aus, um die Daten zu ergänzen, die bereits nach früheren Streckensitzungen durchgeführt wurden. Für Sonntag änderte die FIA im Vorfeld des Rennens die maximale Anzahl an Runden, die mit den Reifen gefahren werden durften, von 20 auf 18 Runden pro Reifensatz. Die Vorschrift, drei Boxenstopps durchzuführen, wurde aufgehoben, obwohl dies weiterhin eine Folge der 18-Runden-Regel pro Reifensatz war, bei der das Rennen zu Ende gefahren werden mussten.
Aufgrund eines Kraftstofflecks konnte Sainz jr. nicht am Rennen teilnehmen, sein Platz in der Startaufstellung blieb daher leer. Pérez startete das Rennen aus der Boxengasse. Grund hierfür waren die Beschädigungen am Chassis, welche durch den Unfall beim Sprint mit Ocon und Hülkenberg verursacht wurden. Diese konnten nicht mehr unter Parc-férme-Bedingungen repariert werden.
Beim Start konnte sich Verstappen vor Russell behaupten. Der von Platz 3 aus startenden Hamilton war aus dem vorderen Feld der Einzige, der auf den Soft-Reifen startete und den besten Start hatte. In der 1. Kurve versuchte er seinen Teamkollegen Russell außen zu überholen, welcher sich allerdings wiederum neben Verstappen befand. Die beiden Mercedes-Piloten berührten sich und Hamilton schied aus. Russell musste zur Reparatur an die Box und fiel ans Ende des Feldes zurück. Durch die Bergung des Mercedes von Hamilton schickte die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke. Neben Russell absolvierten auch Valtteri Bottas, Magnussen, Stroll und Lawson ihren ersten Boxenstopp.
Beim Restart blieb Verstappen vor Piastri, welcher von dem Chaos vor ihm in der 1. Runde profitierte und sich von Startplatz 6 auf Platz 2 vorschob. Hinten im Feld konnte Russell Pérez für Platz 13 überholen während Hülkenberg auf Platz 8 liegend eine 10-Sekunden-Zeitstrafe erhielt. Der Deutsche stand beim Start in der falschen Position, nämlich in der von Sainz jr. Diese sollte eigentlich frei bleiben.
Im Mittelfeld kam es zu diversen Zweikämpfen und Überholmanövern. Albon und Tsunoda lieferten sich einige Runden ein Duell um Position 9 bis der Japaner zum ersten Reifenwechsel an die Box ging. Aus der Spitzengruppe war Alonso der Erste in der 11. Runde, der an die Box ging. Er kam auf Platz 15 wieder auf die Strecke zurück. Ihm folgte der Zweitplatzierte Piastri eine Runde später. Hülkenberg kam in der 13. Runde an die Box und saß seine Strafe ab. Er fiel dadurch auf den letzten Platz zurück. Der Führende Verstappen wartete bis zur 17. Runde bis auch er erstmals an die Box kam. Er kam hinter Albon auf die Strecke zurück, welcher noch nicht beim Reifenwechsel war. Dieser kam dann eine Runde später.
Nachdem der ersten Boxenstopp-Phase führte Verstappen weiterhin vor Piastri und Alonso, welcher sich weiterhin auf Platz 3 halten konnte. Dahinter folgten Bottas und Stroll, welche beide in der Anfangsphase unter Safety-Car-Bedingungen bereits an der Box waren. Während vorne Verstappen eine Vorsprung von ca. 8 Sekunden auf Piastri herausfahren konnte, setzte Russell seine Aufholjagd im Mittelfeld fort und überholte Ocon für den siebten Platz.
In der 25. Runde eröffnete aus der Spitzengruppe Piastri die zweite Boxenstopp-Phase, welcher in der gleichen Runde Leclerc und Ocon folgten. In der 26. Runde stoppte dann Alonso, in der 27. Norris. Norris überholte im Anschluss Alonso für den dritten Platz, auch dank des bisher schnellsten Boxenstopps in der Geschichte der Formel 1 mit 1,8 Sekunden Standzeit. Pérez erhielt in dieser Zeit als erster Fahrer eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für das Überschreiten der Track-Limits, welche er bei seinem zweiten Stopp in der 31. Runde absaß.
In der 34. Runde verpasste Alonso den Scheitelpunkt in Kurve 6 und musste durch das Kiesbett fahren, Leclerc nutzte dies für den sechsten Platz aus. Da Alonso auf unsichere und gefährliche Art und Weise zurück auf die Strecke fuhr, leitete die Rennleitung eine Untersuchung ein. Alonso bekam nach dem Rennen einen Verweis. Verstappen absolvierte in der 35. Runde seinen zweiten Boxenstopp und behielt die Führung, da er genügend Vorsprung auf Piastri hatte. In der gleichen Runde beklagte sich dann Sargeant am Funk über Übelkeit und bekam vom Team die Empfehlung das Rennen zu beenden. Er fuhr allerdings weiter und gab erst in der 42. Runde auf.
In der 38. Runde erhielt Pérez die zweite Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen Verstoßes gegen die Track-Limits. In der 43. Runde erhielt dann Stroll wegen desselben Vergehens ebenfalls eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, ehe Gasly in der 44. Runde folgte.
Die dritte und letzte Boxenstopp-Phase eröffnete erneut Piastri in der 44. Runde. Norris wechselte eine Runde nach seinem Teamkollegen und kam nur knapp hinter Piastri auf die Strecke zurück. Die beiden McLaren kämpften nun um den zweiten Platz, da Russell vor ihnen noch einen Stopp einlegen musste, bis Norris vom Team die Anweisung erhielt, dass die Positionen gehalten werden sollten.
In der 46. Runde erhielt Gasly dann auch seine zweite Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, in der 48. Runde dann Albon seine Erste. Albon war dann allerdings bereits in der 50. Runde erneut dabei und erhielt auch seine zweite Fünf-Sekunden-Zeitstrafe.
Russell absolvierte in Runde 51 seinen vierten Stopp und kam hinter den beiden McLaren auf die Strecke zurück. Verstappen absolvierte seinen letzten Stopp in der 52. Runde