Die Biographie Coloniale Belge (BCB) / Belgische Koloniale Biografie, gefolgt von Biographie Belge d'Outre-mer / Belgische Overzeese Biografie, sind ein belgisches biographisches Repertorium von Personen, die in der belgischen Kolonialgeschichte eine Rolle spielten, und von Belgiern, die vor oder nach 1830 an der Expansion nach Übersee beteiligt waren (insbesondere im Kongo-Freistaat und Belgisch-Kongo).

Einführung Das Werk wurde seit 1948 vom Königlichen Belgischen Kolonialinstitut (Institut royal colonial belge), später die Académie royale des sciences d'outre-mer (ARSOM) (niederl. Koninklijke Academie voor Overzeese Wetenschappen), in Brüssel herausgegeben.

Es enthält insgesamt rund 5600 Einträge zu Belgiern, die im Ausland eine herausragende Rolle spielten, oder zu nichtbelgischen Persönlichkeiten, die an belgischen Auslandsaktivitäten beteiligt waren.Biographie Coloniale Belge / Biographie Belge d’Outre-Mer

Das sehr aufwändig gestaltete Werk ist insbesondere in seinen früheren Teilen weitgehend unwissenschaftlicher Natur. Dennoch bleibt das Werk eine wertvolle Informationsquelle für die Rohdaten.

Auch die Académie Royale des Sciences d'Outre-Mer war der Ansicht, dass der Inhalt zahlreicher Mitteilungen der geschlossenen Reihe nicht mehr dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung entsprach und daher überarbeitet werden musste.Biographie Coloniale Belge / Biographie Belge d’Outre-Mer

Kritik Verschiedene Kritikpunkte an dem Werk sind zu unkritischen Hagiographien führende Nichtanwendung oder unzureichende Anwendung der historischen Methode, wobei nicht davor zurückschreckt wurde, etwas zu verschleiern, zu verfälschen oder einfach zu verschweigen. Viele Faktoren haben dazu beigetragen, wie zum Beispiel die prokolonialen Standpunkte der Redaktion oder verschiedene Lemmata nach der Befragung der Beschriebenen anzufertigen, mit zu erkennendem Konformismus und Selbstzensur.

Textbeispiel Über den Roman Udinji (chez les riverains de la Buschimaie). Roman de moeurs congolaises von C. A. Cudell (Bruxelles, Paul Lacomblez, 1905) beispielsweise wird in dem Werk angemerkt:

Gliederung Das Werk wurde in elf Bänden von 1948 bis 2015 veröffentlicht und in neun Bänden zusammengefasst.

Partie I. 1948 Partie II, 1951 Partie III, 1952 Partie IV, 1955 Partie V, 1958 Partie VI, 1968 Partie VIIA, 1973 Partie VIIB, 1977 Partie VIIC, 1989 Partie VIII, 1998 Partie IX, 2015

Dictionnaire Biographique des Belges d’Outre-Mer Im Jahr 2011 wurde der Nachfolger des BCB, das Dictionnaire Biographique des Belges d’Outre-Mer (Biographisches Wörterbuch der Übersee-Belgier), herausgebracht, zu dessen Zielen es gehört, neben neuen auch bestehende Lemmata wissenschaftlich umzuschreiben, zumindest für Schlüsselfiguren (z. B. Edmond van Eetvelde, Théophile Wahis, Jules Greindl, Charles Liebrechts u. a.).

Literatur Guy Vanthemsche, Van de Belgische Koloniale Biografie naar het Biografisch Woordenboek van Belgen Overzee, in: Mededelingen der Zittingen, Koninklijke Academie voor Overzeese Wetenschappen, vol. 57, 2011, nr. 2–4, S. 215–235

Weblinks Biographie Coloniale Belge / Biographie Belge d’Outre-Mer Liste (alphabetisch)

Einzelnachweise

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