Zurück in die Vergangenheit (Originaltitel: Quantum Leap) ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Fernsehserie. Die von Donald P. Bellisario entwickelte und von März 1989 bis Mai 1993 für die NBC produzierte Serie umfasst 97 Episoden zu je ca. 45 Minuten in fünf Staffeln. Die Titelmusik wurde von Mike Post komponiert. Der TV-PilotfilmRonald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction-Films. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11860-X, S. 1042–1043. trägt im Deutschen den Titel Der Zeitsprung.

Die von der Kritik gelobte Serie wurde 1993 wegen zu geringer Einschaltquoten eingestellt.

Handlung Die Serie handelt von Dr. Samuel „Sam“ Beckett, einem mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Quantenphysiker und Erfinder des „Quantenbeschleunigers“, der infolge eines gescheiterten Selbstversuchs in seiner eigenen Lebenszeit (in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts) unkontrolliert durch die Zeit reist und dabei die Identität verschiedener Menschen annimmt und mit ihnen den Körper tauscht.

Bis auf Folge 9, Gefährliche Flitterwochen (Honeymoon-Express), und Folge 97, Das Spiegelbild (Mirror Image), endet jede Folge mit einem erneuten Zeitsprung Becketts und seinem Ausruf „Oh Mann!“ („Oh boy!“), sobald ihm bewusst wird, dass er sich in einer neuen Person und Zeit befindet; die jeweils nachfolgende Episode beginnt mit ebendieser Szene.

Sams unfreiwillige Zeitsprünge beginnen, als das von ihm entwickelte Zeitreise-Experiment von einer mysteriösen höheren Macht beeinflusst wird, die ihn aus nicht genannten Gründen dazu benutzt, Tragödien im Leben von Menschen zu verhindern, in deren Körper er springt, um deren Zukunft zu ändern.

Beckett leidet infolge der Zeitsprünge außerdem an einem teilweisen Gedächtnisverlust (im Pilotfilm technisch „magna fluxing“ genannt, im Rest der Serie allerdings einfach als „Gedächtnis wie ein Sieb“ bzw. „Schweizer-Käse-Gedächtnis“, im Original als „swiss-cheesed Memory“ bezeichnet), der ihn daran hindert, sich an die meisten Details seines eigenen Lebens zu erinnern. Beckett erinnert sich nur an die Zeit seit dem ersten Zeitsprung, verfügt allerdings noch über eine Reihe von Fähigkeiten und Kenntnissen (bspw. wissenschaftliches Wissen, eine Reihe von lebenden wie toten Sprachen oder Klavierspielen), die er als hochbegabtes Genie in seinem Leben vor Beginn des Projekts Quantensprung gelernt hat.

Die einzige Verbindung in seine eigene Zeit ist eine holografische Projektion seines Freundes Albert „Al“ Calavicci, die normalerweise nur er sehen kann. Al ist Admiral der United States Navy und Leiter des Zeitreiseprojektes Projekt Quantensprung. Als Projektbeobachter versorgt er Sam mit Informationen über die Personen und die Zeit, in der er sich gerade befindet.

Der Ausdruck „holografische Projektion“ ist ein hypothetischer Begriff der Serie und hat nichts mit echter Holografie gemeinsam. Das in der Serie „verwendete“ Hologramm ist eine dreidimensionale Projektion; Al betritt eine so genannte „Bilderkammer“, in der Al und alles, was dieser berührt (zum Beispiel eine Person oder Zigarre), für Beckett in seiner Realität sichtbar wird. Außerdem kann er mit Al sprechen und dieser kann analog Ereignisse aus der Vergangenheit in der „Bilderkammer“ sehen und hören. Al wiederum kommuniziert aus der Bilderkammer mit der Außenwelt durch eine Taschenrechner-große Fernbedienung mit dem Supercomputer Ziggy (in der englischen Version mit der Stimme von Deborah Pratt) und hat so Zugriff auf die Daten, die er Sam bereitstellt. Unterstützt wird er außerdem von dem Techniker Gushie.

Im Laufe der Serie stellt sich heraus, dass kleine Kinder, geistig Behinderte und sogar Tiere Al ebenfalls wahrnehmen können. Dies stellt sich in einigen Folgen als Vorteil für Sam heraus; beispielsweise beruhigt Al ein weinendes Kind oder hält einen Hund von Sam fern. Diese Personengruppen können Sam auch in seiner eigentlichen Gestalt sehen.

In frühen Episoden der Serie ist nicht klar, ob nur das Bewusstsein von Sam in der Zeit bzw. in einen anderen Körper dieser Zeit springt, oder ob sein Bewusstsein und sein Körper gemeinsam in der Zeit reisen. Im weiteren Verlauf stellt sich jedoch heraus, dass sowohl sein Geist als auch sein Körper in der Zeit springen und dass ihn eine Aura umgibt, die ihn so aussehen und klingen lässt wie die Person, in deren Körper er gesprungen ist, welche er selbst nur in einem Spiegel sehen kann. Dasselbe gilt für die Person, mit der Sam seinen Körper tauscht. Diese befindet sich physisch in der „Wartekammer“ und hat die Stimme und das Aussehen von Dr. Beckett.

Einige Beispiele: In der zweiteiligen Folge Die Rückkehr reist Beckett in das Jahr 1969, wo er in seinem eigenen, 15-jährigen Ich landet und Gelegenheit erhält, den Herzinfarkt seines Vaters, die Beziehung seiner Schwester zu einem aggressiven Alkoholiker und den Tod seines älteren Bruders in Vietnam zu verhindern. In Staffel 5, Folge 4 springt Sam in einen im Rollstuhl sitzenden Vietnam-Veteranen, der im Krieg seine Beine verloren hat. Da Sam aber weiterhin gehen kann und es in der Folge auch tut, erscheint es Beobachtern so, als würde er in der Luft schweben. In Staffel 2, Folge 5 springt er in den Körper eines blinden Konzertpianisten. Sam kann weiterhin sehen und muss daran denken, einen Blinden zu spielen, um seine Mission erfüllen zu können. In Staffel 3, Folge 12, als Sam in den Körper eines schwangeren jungen Mädchens springt, fragt er Al, ob es möglich sei, dass er das Kind zur Welt bringe, und Al weist ihn darauf hin, dass dies unmöglich sei, da es „sein Körper ist und nicht ihr Körper“.

Inhalt Die Serie behandelte wenig reale historische Ereignisse, deshalb werden die Rollen der „normalen Menschen“, in die Sam springt, dazu benutzt, soziale, politische und religiöse bzw. spirituelle Themen zu behandeln.

Viele der Episoden zeigen Sam im Umgang mit charakteristischen Problemen der jeweiligen zeitlichen Perioden, in denen er sich befindet; hierzu gehören zum Beispiel Folgen, die sich mit Menschenrechten, Rassismus, dem Vietnamkrieg oder dem Kalten Krieg beschäftigen. Die grundlegende Mitteilung der Serie war die der Toleranz und die der Akzeptanz anderen Menschen gegenüber. Dies wurde zum Großteil durch das Format der Serie erreicht, das den Protagonisten der Serie – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Fußstapfen anderer Menschen treten lässt; beispielsweise findet sich Sam einmal in seiner eigenen Kindheit in Indiana wieder, mit der Chance, sein eigenes Familienleben zu verbessern und seine eigene Zukunft zu beeinflussen.

Nur einige Male kommt es in der Serie vor, dass Sam in eine historische Persönlichkeit springt, angefangen bei Lee Harvey Oswald bis hin zu Elvis Presley. All diese Sprünge fanden in der fünften und letzten Staffel statt und es wird angenommen, dass es darum ging, die Einschaltquoten der Serie zu verbessern – bei einigen Fans der Serie kam diese Formatänderung jedoch nicht gut an. Es ist aber auch erkennbar, dass eine deutliche Veränderung in der Zielgruppe für die Serie bereits schon in der 2. Staffel stattgefunden hatte. Der wachsende Feminismus und der grundlegende Hang zu mehr weiblichen Zuschauern wurde sehr dadurch unterstützt, dass die Personen, in die Sam Becket sprang, fast ausschließlich weibliche Charaktere, besonders in Staffel 3 und Staffel 4, waren. Zusätzlich wurden mehrere weibliche Produzentinnen und Autorinnen verpflichtet, die sich vornehmlich Themen widmeten, die in erster Linie von Frauen bevorzugt werden.

Trotzdem war eine grundlegende Eigenschaft der Serie beziehungsweise die des Hauptcharakters die, in eine Situation zu springen, die offenkundig auf einer realen Begebenheit oder Person basierte. Charakteristisch waren auch die sogenannten „Berührungen mit der Geschichte“ (engl. brushes/kisses with history), bei denen Sam auf berühmte Persönlichkeiten der Zeit trifft, zum Beispiel Buddy Holly, oder auf bekannte Ereignisse der Vergangenheit stößt – auch wenn dies für die Handlung der jeweiligen Folge nicht unbedingt relevant sein musste (siehe Weblinks).

Hintergrund Die von Donald P. Bellisario entwickelte Serie hat ein für Science Fiction unübliches Format: Sie beschäftigt sich nicht mit fantastischen Elementen und zukünftigen Technologien, sondern der Erzählfokus liegt auf den persönlichen Erlebnissen Sam Becketts und den Lebensgeschichten der Personen, auf die er trifft.

Selbst in ihrer letzten Folge beantwortet die Serie kaum die offenen technischen Fragen und lässt vieles ungeklärt. Auch hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Botschaft der Serie: dass eine einzelne Person die Welt in ihrem Leben ändern kann. Die Theorie von Dr. Beckett wird auch zum Teil nicht vollständig angewandt. So ist die Kernaussage, dass Zeitreisen an jeden Zeitpunkt innerhalb der eigenen Lebenszeit möglich seien. Wenn Dr. Becketts Lebenszeit nicht mit seinem ersten Sprung endet, müsste er theoretisch also auch in die Zukunft springen können.

Ursprünglich war die letzte Episode als so genannte Cliffhanger-Folge geplant und sollte nur die aktuelle Staffel beenden. Da sich die NBC aber wegen der Einschaltquoten dazu entschloss, die Serie nicht weiter produzieren zu lassen, wurde die Folge überarbeitet, um die Serie abzuschließen. Dies erklärt auch die unklaren mehrdeutigen Handlungsstränge der letzten Folge.

In der Originalfassung führte Sam einen Zeitsprung zu Beth durch, um Als erster Frau mitzuteilen, dass dieser nach Hause kommen würde. Sein Bild aus der Vietnam-Zeit beginnt zu „springen“ (hier endet die finale Episode) und man sieht ein modernes Bild, das Al mit Beth und ihren vier Töchtern zeigt.

Die ausgestrahlte offizielle Fassung erzählt, dass Al und Beth wieder zusammenfinden, sie vier Töchter haben, bald ihren 39. Hochzeitstag feiern werden und Sam nie nach Hause zurückkehrte. Spekulationen von Fans vermuten, dass auf diese Weise das Projekt Quantensprung (engl. Project Quantum Leap), die Beziehung zwischen Sam und Al, oder gar Dr. Sam Beckett selbst, aus der veränderten Zeitlinie bzw. aus der Zeit gelöscht wurden und somit die Erinnerungen und Leben der Protagonisten nie existierten oder anders verlaufen sind.

Das Original-Drehbuch zur Folge und mehrere Aussagen von Bellisario widerlegen dies aber und lassen alle Handlungsstränge intakt.

Sonstiges Seine Darbietung in Romance, Romance und seine Nominierung für den Tony Award halfen Scott Bakula dabei, die Hauptrolle an der Seite von Dean Stockwell zu bekommen. Die Verkörperung des Dr. Sam Beckett brachte ihm einen Golden Globe Award (zusammen mit drei weiteren Nominierungen) und vier Emmy-Nominierungen in der Kategorie „Bester Schauspieler“ ein. Als Bakula am Filmset der Science-Fiction-Serie Star Trek: Enterprise ankam, schlug er im Scherz vor, dass der zweite Vorname seiner Star-Trek-Figur, Captain Jonathan Archer, Beckett sein könnte. Während der Produktion von Zurück in die Vergangenheit war eine sogenannte Crossover-Folge mit der Fernsehserie Magnum geplant, deren Produzent ebenfalls Donald P. Bellisario war. In der Folge sollte Sam in die Serienrolle von Thomas Magnum „springen“. Allerdings wurden Pläne für einen Magnum-Kinofilm verworfen, der zu der Crossover-Folge geführt hätte. Die initiale Sprungszene, die normalerweise am Ende der vorhergehenden Folge gezeigt wird (Zitat: „Oh Mann!“), war bereits gedreht und zeigt Bakula in Magnums klassischen roten Hawaiihemd, der sich zur Kamera dreht und seine Augenbrauen hebt, wie es Tom Selleck am Ende des Vorspanns zur Serie Magnum tut.

Synchronisation Synchronisation und deutsche Ausstrahlungen Die deutsche Fassung entstand bei Bavaria Film Synchron, München-Geiselgasteig Anfang der 1990er-Jahre und wurde ab 1991 auf RTL plus gezeigt. Das Dialogbuch schrieb Michael Brennicke, der auch die Dialogregie führte.