Die Van-Leusen-Oxazolsynthese ist eine Namensreaktion der Organischen Chemie. In dieser Reaktion können Aldehyde mit p-Toluolsulfonylmethylisocyanid (TosMIC) unter basischen Bedingungen in Oxazole überführt werden. Typischerweise werden hierbei Oxazole erhalten, welche an der Position 5 des heterocyclischen Rings substituiert sind. Die Reaktion ist nach dem niederländischen Chemiker Albert van Leusen (1933–2019) benannt, der die Reaktion 1972 erstmals publizierte. zentriert|rahmenlos|500x500px

Mechanismus Im ersten Schritt wird TosMIC (1) durch eine Base deprotoniert. Dabei entsteht ein nucleophiles Carbanion (2), welches den Aldehyd (3) nucleophil angreift. Im so entstandenen Addukt (4) findet eine Ringschlussreaktion zu (5) statt. Durch Deprotonierung und Eliminierung der Abgangsgruppe TosH entsteht das 5-substituierte Oxazol (7). zentriert|rahmenlos|820x820px

Verwendung Die Van-Leusen-Oxazolosynthese kann in ionischen Flüssigkeiten durchgeführt werden und mit Kreuzkupplungsreaktionen, wie Heck-Reaktion, Sonogashira-Kupplung und Suzuki-Kupplung kombiniert werden. Statt TosMIC kann auch ein Polystyrol-basiertes Harz, welches Sulfonylmethylisocyanid-Gruppen trägt verwendet werden. Werden Aryl-substituierte TosMIC-Derivate verwendet, können mehrfach substituierte Oxazole erhalten werden.

Literatur

Theophil Eicher, Siegfried Hauptmann, Andreas Speicher: The Chemistry of Heterocycles: Structure, Reactions, Syntheses, and Applications, Second Edition. 3. Auflage, Wiley-VCH, 2012, Seite 173. ISBN 978-3-527-30720-3 John A. Joule, Keith Millis: Heterocyclic Chemistry. 5. Auflage, Wiley-VCH, 2010, Kapitel 24.13.1.3, Seite 476, ISBN 978-1-4051-3300-5 Jie Jack Li: Name Reactions: A Collection of Detailed Mechanisms and Synthetic Applications. Seite 613f, ISBN 978-3-030-50867-8

Einzelnachweise

Kategorie:Namensreaktion