mini|Die Venediger Au, einer der Tatorte Im Juli und August 2023 ereigneten sich in Wien mindestens drei Messerattacken auf Obdachlose, bei denen mindestens zwei Personen ihren Verletzungen erlagen. Des Weiteren wurde das Skelett eines geköpften Obdachlosen in seinem Schlafsack aufgefunden. Die Mordserie fand in den deutschsprachigen Massenmedien ein breites Echo. Am 11. Dezember 2023 stellte sich ein zu diesem Zeitpunkt 17-Jähriger Jugendlicher der Polizei und gestand zwei Morde an Obdachlosen und außerdem noch eine weitere Messerattacke. Er befand sich seitdem in Untersuchungshaft.
Am 18. November 2024 wurde er wegen zweifachen Mordes, versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung nach dem Jugendgerichtsgesetz zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und einer Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum auf unbestimmte Zeit verurteilt.
Serie an Überfällen Messerattacke am 12. Juli 2023 beim Handelskai mini|Handelskai in Wien Am 12. Juli 2023 gegen 7:40 Uhr entdeckte eine Fußgängerin am vielbefahrenen Handelskai auf der Höhe Treppelufer auf einer Parkbank den Leichnam eines Obdachlosen. Der Fundort lag in der Nähe der Floridsdorfer Brücke über die Donau im 20. Wiener Gemeindebezirk Brigittenau, der Tatort beim donauseitigen Treppelweg war etwa 350 Meter entfernt. Der 56-Jährige aus Ungarn wollte noch Hilfe holen, bekam sie aber nicht und verstarb dann an den zahlreichen Messerstichen, die ihm in der Nacht zugefügt worden waren.
Messerattacke am 23. Juli 2023 beim Praterstern mini|Bahnhof Wien Praterstern, gesehen vom Riesenrad Nur elf Tage später, am 23. Juli 2023, erwachte gegen 3:40 Uhr eine Obdachlose auf einer Bank in der Venediger Au, einer Parkanlage im 2. Bezirk Leopoldstadt. Sie hatte starke Schmerzen und stellte fest, dass ihr mehrmals mit einem Messer in den Oberkörper gestochen worden war. Sie lag zum Glück in der Nähe eines Abgangs zur U-Bahn-Station Praterstern. Dadurch schaffte sie es noch, Hilfe am Praterstern zu verständigen, und wurde ins Krankenhaus gebracht. Nur so überlebte sie den Angriff.
Messerattacke am 9. August 2023 am Hernalser Gürtel mini|Polizeigebäude Hernalser Gürtel in Wien-Josefstadt Die dritte Tat ereignete sich am 9. August 2023, als gegen 2:00 Uhr in der Früh auf der Höhe des Hernalser Gürtels 22 am Alsergrund im 17. Bezirk Hernals ein 55-jähriger Mann ebenfalls durch Messerstiche schwer verletzt wurde. Eine Polizeistreife wurde auf den Unterstandslosen aufmerksam, weil Gaffer auffällig langsam an ihm vorbeifuhren. Auch er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo er jedoch trotz zweier Operationen nach vier Tagen seinen Verletzungen erlag.
18. September 2023: Gewaltexzess an seiner Mutter und Überführung in ein Krisenzentrum in Wien-Währing Im September 2023 trat der Jugendliche wegen seiner Drogensucht polizeilich in Erscheinung.Messer in Zimmer versteckt. Lehre, Freundin, Drogen – das ist der Tatverdächtige. Heute vom 12. Dezember 2023 (abgerufen am 2. Juni 2024). „Ein Jugendlicher hat ein umfassendes Geständnis zu den Obdachlosen-Morden in Wien abgelegt. Die Polizei hat jetzt neue Details bekannt gegeben.“ Daraufhin kam es am 18. September 2023 im Haus seiner Mutter wegen eines eskalierten Streites zu einem Gewaltexzess, so dass die Mutter in ein Spital gebracht werden musste. Er fügte seiner Mutter mehrere Rippenbrüche, eine schwere Schädelprellung und Hämatome und Abschürfungen am ganzen Körper zu.Er schlug seine Mama, tötete Obdachlose. Serienkiller von Wien vor Gericht. Bild-Zeitung vom 14. Dezember 2023 (abgerufen am 2. Juni 2024). „Weil er seine Mutter brutal schlug, muss sich dieser 17-Jährige vor dem Wiener Landesgericht verantworten. Er wurde aus der U-Haft vorgeführt, weil der Jugendliche die Morde an zwei Obdachlosen gestand.“CHRONIK. Mutter verletzt: Sohn nicht zurechnungsfähig. ORF vom 5. Mai 2024 (abgerufen am 2. Juni 2024).
Der Jugendliche war völlig außer sich und stand nach Beobachtungen von Zeugen offenbar unter dem Einfluss von Drogen. Der vorläufig Festgenommene wurde danach in einem Krisenzentrum in Wien-Währing untergebracht.Sohn (17) schlägt und tritt Mutter in Wien ins Gesicht. Heute vom 19. September 2023 (abgerufen am 2. Juni 2024). „Die Polizei eilte am Montag einer Frau in Wien-Ottakring zu Hilfe. Die 56-Jährige war von ihrem Sohn (17) attackiert und schwer verletzt worden.“ Damit ließ ihn die Polizei nach den Messerdrohungen am 6. August 2022 am Praterstern ein zweites Mal laufen.Leser. Messerdrohung im Park – Rieseneinsatz bei Praterstern. Heute vom 6. August 2022 (abgerufen am 2. Juni 2024). „In der Venediger Au am Wiener Prater wurde es am Samstag laut. Die Polizei war mit mehreren Teams wegen einer gefährlichen Drohung vor Ort.“
Die Mutter schwieg bei dem Prozess, um ihren eigenen Sohn nicht zu belasten, und blieb sogar im Nebenraum sitzen."Hilfe, Hilfe!" Wiener Obdachlosen-Killer (17) quälte die eigene Mutter. Heute vom 13. Dezember 2023 (abgerufen am 2. Juni 2024).
Nachbarn der Mutter in Wien zeichneten das Bild eines ruhigen und freundlichen Einzelgängers. Nach außen hatte die Familie freundlich gewirkt, viel wusste man aber nicht über sie. Nach Angaben seines Anwaltes Manfred Arbacher-Stöger konsumierte der Jugendliche regelmäßig Ecstasy, Kokain und Ketamin.
11. Dezember 2023: Selbststellung wegen der Messerattacken auf alleinlebende Unterstandslose Am 11. Dezember 2023, zwei Tage vor dem Strafprozesstermin wegen des Gewaltexzesses gegen seine Mutter, stellte sich der Täter der Polizei und gestand zwei Morde und den Mordversuch mittels Messerattacken.OBDACHLOSE IN WIEN ERSTOCHEN: „Ich bin der gesuchte Mörder“. FAZ vom 12. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024).Wien: Rätsel um Obdachlosenmorde gelöst, Bub verhaftet. Blick (Zürich) vom 12. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024). „Rätsel in Wien gelöst. 16-Jähriger ist Obdachlosen-Serienkiller.“PHANTOM IST ERST 16. Kronenzeitung vom 12. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024). „Obdachlosenmorde: Bursche versteckte Waffe im Sofa. Wien. Zur letzten tödlichen Gewalttat des Burschen soll es schließlich am 9. August am Hernalser Gürtel gekommen sein.“Er stellte sich selbst. Teenager gesteht: „Ich bin der Obdachlosen-Killer“. Heute vom 12. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024). „Die beiden Morde sowie ein Mordversuch an Obdachlosen in Wien sind geklärt! Ein 16-Jähriger hat sich bei der Polizei gemeldet und alles gestanden.“Geständnis abgelegt. Mutmaßlicher Obdachlosen-Täter gefasst – er ist erst 16. Heute vom 12. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024). „Knalleffekt in Wien! Jener Serientäter, der im Sommer zwei Obdachlose getötet haben soll, ist von der Polizei geschnappt worden. Es ist ein Teenie.“Er wohnte noch bei Papa. Mutmaßlicher Killer ist noch jünger als bisher bekannt. Heute vom 12. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024). „Ein Jugendlicher hat drei Bluttaten an Obdachlosen in der Bundeshauptstadt gestanden. Der Bursch ist erst 16 Jahre alt. Die Unschuldsvermutung gilt.“Freundin wirkte ein. Neue Liebe überredete verdächtigen Teenie zur Aufgabe. Heute vom 12. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024). „Der mutmaßliche Killer (16) stellte sich am Montag der Polizei. Maßgeblich daran beteiligt: die neue Freundin des jetzt 17-Jährigen.“Serienkiller ist Teenager. Heute vom 13. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024). „Obdachlosen-Morde in Wien – jetzt kommt alles raus. Nach den Morddelikten an Obdachlosen in Wien stellte sich ein 16-Jähriger bei der Polizei. Nun nennt die Landespolizeidirektion weitere Details.“
Strafprozess Der unter Verdacht stehende 17-Jährige war laut einem am 5. Mai 2024 bekannt gewordenen ersten Gutachten einer Kinder- und Jugendpsychiaterin zurechnungsunfähig und damit nicht schuldfähig. Die vorliegende Expertise betraf jedoch nicht die beiden Morde und den Mordversuch, sondern einen Angriff auf die Mutter, der im September 2023 stattgefunden haben soll. Im Falle einer Schuldunfähigkeit wäre mit einer Unterbringung im Maßnahmenvollzug zu rechnen.
Der nächste Verhandlungstag wegen der Attacke auf seine Mutter fand am 18. Juni 2024 statt. Der entsprechende Prozess begann bereits am 13. Dezember 2023.gutachten-obdachlosenmoerder-psychopath. Weekend Austria vom 6. Mai 2024 (abgerufen am 2. Juni 2024).Zwei Menschen getötet. Obdachlosen-Verdächtiger gähnt provokant vor Gericht. Heute vom 13. Dezember 2023 (abgerufen am 4. Juni 2024). „ Der mutmaßliche Obdachlosen-Killer soll seine Mutter in Ottakring verprügelt haben, wurde dafür am Mittwoch vor Gericht in Wien vorgeführt.“
Ein von der Staatsanwaltschaft Wien eingeholtes Gutachten einer Kinder- und Jugendpsychiaterin, das sich auf den Zeitpunkt der letalen Messerattacken bezieht, kam allerdings zu einem gegenteiligen Schluss. Demnach war der mutmaßliche Obdachlosenmörder zum Zeitpunkt der Tötungsdelikte zurechnungsfähig. Die Sachverständige ging sinngemäß davon aus, dass der 17-Jährige einerseits im vergangenen Sommer schuldfähig war und zugleich aufgrund seiner Persönlichkeitsmerkmale derart gefährlich sei, dass im Fall einer Verurteilung haftbegleitende therapeutische Maßnahmen erforderlich seien, weil ansonsten nach seiner Haftentlassung weitere Straftaten mit schweren Folgen zu befürchten wären. Da die Sachverständige allerdings keine Spezialistin für die Erstellung so genannter Gefährlichkeitsprognosen ist, beauftragte die Anklagebehörde einen dafür ausgewiesenen Experten mit der Erstellung eines Gutachtens zur Gefährlichkeit.Obdachlose getötet: 17-Jähriger laut Gutachten zurechnungsfähig. Kurier vom 20. Juni 2024 (abgerufen am 21. Juni 2024). „Der 17-jährige Wiener soll zum Zeitpunkt der Morde im Sommer zurechnungsfähig laut einem Gutachten zurechnungsfähig gewesen sein.“Obdachlosen-Mörder (17) war zum Tatzeitpunkt doch zurechnungsfähig. msn-Nachrichten vom 20. Juni 2024 (abgerufen am 21. Juni 2024).CHRONIK. Obdachlose getötet: 17-Jähriger zurechnungsfähig. ORF vom 20. Juni 2024 (abgerufen am 21. Juni 2024). „Der unter Doppelmordverdacht stehende 17-Jährige, der im Sommer 2023 in Wien zwei Wohnungslose erstochen haben soll, war zum Zeitpunkt der Delikte zurechnungsfähig. Das besagt das Gutachten einer Kinder- und Jugendpsychiaterin im Auftrag der Staatsanwaltschaft.“SERIENTÄTER. Doppelmordverdächtiger junger Wiener laut Gutachten zurechnungsfähig. Der Standard vom 20. Juni 2024 (abgerufen am 21. Juni 2024). „Der 17-Jährige, der zwei Wohnungslose ermordet haben soll, sei zurechnungsfähig. Die Anklage wartet noch auf eine Expertenbewertung.“Gutachten. Obdachlose in Wien getötet: 17-Jähriger war zurechnungsfähig. Die Presse vom 20. Juni 2024 (abgerufen am 21. Juni 2024). „Am 12. Juli 2023 ist ein erstochener Mann auf einer Parkbank gefunden worden. Ein Gutachten einer Jugendpsychiaterin besagt, dass der 17-Jährige zu den Tatzeitpunkten zurechnungsfähig war. Ihm droht nun eine Anklage wegen zweifachen Mordes.“
Am 18. November 2024 wurde der inzwischen 18-Jährige nach dem Jugendgerichtsgesetz zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Zudem wurde er aufgrund einer schwerwiegenden und nachhaltigen Persönlichkeitsstörung und seiner damit verbundenen Gefährlichkeit in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.Obdachlose ermordet: Zwölf Jahre Haft und Einweisung für 18-Jährigen. In: Der Standard vom 18. November 2024, abgerufen am 19. November 2024. „Der Jugendliche zeigte sich geständig, zwei obdachlose Männer getötet, eine Frau schwer verletzt und seine Mutter attackiert zu haben. Laut psychiatrischem Gutachter ist er ein "Serienmörder".“
Konsequenzen Verstärkter Einsatz von Streetworkern