mini|Hans von Schönfels. Hans Philipp Eduard von Schönfels (* 16. August 1867 in Ruppertsgrün; † 29. Januar 1946 in Binz) war ein sächsischer Offizier und Generalmajor der Reichswehr sowie Rittergutsbesitzer.
Leben mini|Wappen derer v. Schönfels. Herkunft und Familie Hans von Schönfels entstammte einem aus der Markgrafschaft Meißen stammenden Uradelsgeschlecht Schönfels, dessen Stammhaus mit der gleichnamigen Burg Schönfels (bei Zwickau) und dem Ort Schönfels im Jahr 1225 erstmals urkundlich genannt wird. Er war Sohn des Woldemar von Schönfels (* 1825 in Ruppertsgrün; † 1883 in Mittenwald an der Isar) und dessen Ehefrau Marie von Beulwitz (* 1830 in Schwand; † 1908 in Beiersdorf b. Neumark, Sachsen). Hans hatte sieben Geschwister, darunter sechs Schwestern. Er heiratete 1896 in Dresden Marie Quaas (* 1876 in Dresden; † 1956 in Zarkenau (Holstein)), Tochter des Fabrikanten Robert Quaas und der Marie Hofmann. Marie und Hans hatten mehrere Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder. Die 1898 geborene Tochter Brigitte heiratete den späteren Oberst Wolf von Hülsen, Sohn des Bernhard von Hülsen. Der ältere Sohn Friedrich-Christian wurde LandwirtJohannes Ilberg: Jahresbericht des Königlichen Gymnasiums in Wurzen für das Schuljahr 1911/1912. 1912. Programm Nr. 776, Gustav Jacob, Wurzen 1912, S. 10. Nr. 16. und gründete eine Familie. Der jüngere Sohn Joachim von Schönfels heiratete die Generalstochter Karin Gräfin von Pfeil und Klein-Ellguth, sie haben acht Kinder. Er bewirtschaftete als Diplom-Landwirt das holsteinische Gut Zarkenau, wurde auch Genealoge der Familie von Schönfels. Karl Heinrich August von Schönfels war ein direkter Vorfahre, der Urgroßvater.
Militärische Karriere Hans von Schönfels besuchte das sächsische Kadettenkorps und trat am 1. April 1886 als Fahnenjunker in das 1. Königlich-Sächsische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 12 ein. Am 19. November desselben Jahres wurde er zum Fähnrich bei der 5. Batterie des Regiments ernannt. Am 27. September 1887 avancierte er zum Leutnant bei der 8. Batterie des Regiments. 1889 wurde er in die 4. Batterie und schon im nächsten Jahr in die 8. Batterie des Regiments versetzt. Er wurde am 18. September 1893 zum Oberleutnant befördert und verbracht die weiteren Jahre in verschiedenen Batterien im Regiment. Nachdem er am 1. Oktober 1899 zum Hauptmann ohne Patent ernannt wurde, wurde er Batteriechef der 2. Batterie im 7. Königlich-Sächsischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 77. Das Patent zum Hauptmann erhielt er am 29. März 1900. 1901 wurde er Batteriechef im 8. Königlich-Sächsischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 78. Er diente ab 1906 beim Stabe des Regiments und wurde am 16. Juli 1908 zum Major ohne Patent ernannt.
Am 11. Juli 1910 wurde er zum Major befördert und zum Abteilungskommandeur der II. Abteilung des 8. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 78 unter dem Regimentskommandeur Oberstleutnant Charles Garke ernannt. 1913 wurde er als etatsmäßiger Stabsoffizier dem Stabe des Regiments zugeteilt. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er Kommandeur der Etappen-Munitions-Verwaltung bei der Etappen-Inspektion der 3. Armee. Am 17. September 1914 wurde er als Nachfolger von Oberst Walter Bolze mit der Führung des Königlich-Sächsischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 77 beauftragt. Am 31. Dezember 1914 wurde er in seiner Position bestätigt. Er konnte sich als Regimentskommandeur bei den Kämpfen an der Westfront westlich bei Lille deutlich auszeichnen und wurde deshalb am 15. Februar 1915 mit dem Ritterkreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens ausgezeichnet. Am 15. Juli 1915 wurde er zum Oberstleutnant befördert.Das Kgl. Sächs. 7. Feldartillerie-Regiment Nr. 77. In: Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Heft 19, Verlag der Wilhelm u. Bertha v. Baensch Stiftung, Dresden 1914, S. 28. Am 18. Februar 1917 wurde er zum Artilleriekommandeur der 24. Division (2. Königlich Sächsische) ernannt. Bei den Kämpfen im Abschnitt Wytschaete vom 8. August bis zum 10. Oktober 1917 vollzog sich die Kampfhandlung zum Teil im Rahmen eines mit äußerster Erbitterung und Zähigkeit durchgeführten Artilleriekampfes. Für die Artillerie der Division kam es infolge des eigenartigen Verlaufes der vordersten Linie vor allem darauf an, auch flankierend auf die Nebenabschnitte zu wirken. Das erforderte ein tadelloses Arbeiten der Nachrichten- und Befehlsübermittlung. Hans von Schönfels war mit der Einrichtung dieser beauftragt und konnte sich als vorbildlicher Artilleriekommandeur – ihm unterstanden zeitweise 40 Batterien – deutlich bewähren. Er hat auf seiner ständig beschossenen Gefechtsstelle und in seinen Batterien eine hervorragende Tätigkeit entwickelt, schnelle, verantwortungsreiche Entschlüsse gefasst, und wurde deshalb am 15. November 1917 mit dem Kommandeurkreuz II. Klasse des Militär-St.-Heinrichs-Ordens ausgezeichnet.Siehe Literatur: Georg Richter: Der Königlich Sächsische Militär-St.-Heinrichs-Orden 1736 – 1918. Verlag der Wilhelm und Bertha von Baensch Stiftung, Dresden 1937, S. 121. Nach Kriegsende wurde er in die vorläufige Reichswehr übernommen und zunächst als Artillerieführer der Reichswehr-Brigade Nr. 19 verwendet.Unpagniert, In: Lichtenstein-Callnberger Tageblatt. Anzeiger. Amtsblatt. Nr. 36, Jahrgang 70, Freitag, den 13. Februar 1920. Nach weiterer Übernahme in die Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst als Artillerieführer IV in Dresden verwendet.Auszug, In: Reichswehrministerium (Hrsg.): Rangliste des Deutschen Reichsheeres. 1923. E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1923, S. 14. In viereinhalbjähriger Tätigkeit konnte er gute Verdienste im Aufbau seiner Waffe leisten. Am 31. Januar 1925 wurde er mit dem Charakter eines Generalmajors aus dem aktiven Heeresdienst verabschiedet.S. Unpagniert., In: Eibenstocker Tageblatt. Anzeiger. No. 80-1936. Eibenstock, Freitag, den 3. April 1936.
Hans von Schönfels wurde 1918 Ehrenritter des Johanniterordens, wurde 1929 dort Rechtsritter und Mitglied der Provinzial-Genossenschaft der Johanniter-Ritter im Lande Sachsen.Johanniter-Orden (Hrsg.): Gesamt-Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Joahnnis vom Spital zu Jerusalem nach dem Stande vom 10. März 1931. Eigenverlag, Berlin 1931, S. 409. Des Weiteren war Schönfels Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Er lebte zuletzt zurückgezogen in Binz, Marie von Schönfels als Witwe auf Gut Zarkenau in Holstein.
Literatur Walter von Hueck, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1971. Band XI, Band 49 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1971, , S. 419–421. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1941. Jahrgang 40, Justus Perthes, Gotha 16. September 1940, S. 497–498. Georg Richter: Der Königlich Sächsische Militär-St.-Heinrichs-Orden 1736 – 1918. Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee. Verlag der Wilhelm und Bertha von Baensch Stiftung, Dresden 1937, S. 121. Reichswehrministerium (Heeres-Personalamt) (Hrsg.): Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1922/1923, S. 14. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Fünfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 2. November 1903, S. 768–769.
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Einzelnachweise
Kategorie:Generalmajor (Reichswehr) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Oberstleutnant (Sachsen) Kategorie:Kommandeur II. Klasse des Militär-St.-Heinrichs-Ordens Kategorie:Artillerist (Sachsen) Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1867 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann