mini|196x196px|St. Leonhard (Pavelsbach) mini|200x200px|Großes Deckengemälde aus 1890 Die römisch-katholische, denkmalgeschützte Expositurkirche St. Leonhard befindet sich in Pavelsbach, einem Gemeindeteil des Marktes Postbauer-Heng im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Sie gehört zum Dekanat Neumarkt in der Oberpfalz des Bistums Eichstätt. Das Bauwerk ist unter der Denkmalnummer D-3-73-155-20 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.
Beschreibung Die Saalkirche besteht aus einem 1736 gebauten Langhaus und einem frühgotischen Chorturm von 1438 im Osten, dem in den Jahren 1735/1736 ein achteckiges Geschoss aufgesetzt wurde und das die Turmuhr und den Glockenstuhl beherbergt. Es wurde mit einem Helm bedeckt, der mit einer Zwiebelhaube bekrönt ist.
Der Innenraum des Langhauses ist mit einer Flachdecke überspannt, die von Vouten gerahmt ist. Die Stukkaturen in Chor und Langhaus bestehen aus Bandwerk mit Engelsköpfchen und naturalistischen Blumen. Ebenso an der Brüstung der Westempore. Aufgrund der großen Ähnlichkeit der Stukkaturen mit denen in der Schloßkirche St. Michael Sulzbürg und in der Pfarrkirche St. Xystus Büchenbach werden diese der Werkstatt des Donato Polli zugeschrieben.
Die ursprünglichen und kunsthistorisch wertvollen Deckenfresken wurden im Rahmen der Kirchenrenovierung des Jahres 1890 durch Deckenmalereien von Sebastian Wirsching im nazarenischen Stiel ersetzt. Das Fresko im Presbyterium stellt den H. Benedikt und den Hl. Leonhard sowie die Gottesmutter Maria dar. Um dieses größere Deckengemälde sind in 4 kleineren Fresken die vier Evangelisten angeordnet. Die Decke des Langhauses zieren drei größere Gemälde sowie 10 kleindere Fresken an den Deckenaußenseiten.Broschüre "Kirche St. Leonhard / Verfasser: Kreisheimatpfleger OStR Herbert Lang im Auftrag der Pfarrgemeinde Pavelsbach / Druck: Fuchs GmbH, Pollanten mini|222x222px|Hochaltar Die Kirchenausstattung aus dem mittleren 18. Jahrhundert zählt zu den anspruchsvollsten Schöpfungen des Rokoko im Landkreis Neumarkt, die vom Bildhauer und Kunstschreiner Anton Wies aus Schrobenhausen ausgeführt wurde. Bei dem Hochaltar handelt es sich um ein weitgestelltes Viersäulenretabel mit großen Statuen der Apostelfürsten Simon Petrus und des Paulus von Tarsus über den seitlichen Durchlässen. Das Altarblatt im nazarenischen Stiel aus 1890 bildet den Hl. Leonhard ab.
Die die ebenfalls aus der Hand des Anton Wies stammenden beiden Seitenaltäre und sowie die von ihm gestaltete Kanzel wurden nachweislich in 1772 fertiggestellt.Website der Pfarrei Brunnen bei Schrobenhausen / Geschichte / abgerufen am 17. Februar 2026 Die Aufbauten der Seitenaltäre wurden in atektonischer Rocaille- und Rankenornamentik aufgelöst. Die Altarblätter wurden ebenfalls in 1890 neu gestaltet und zeigen links die Verkündigung und rechts die Krönung Mariens. Bei der Gestaltung der Kanzel wurde die Ornamentik fortgeführt. Das vom Anfang des 18. Jahrhunderts stammende Laiengestühl weist an den Stuhlwangen ebenfalls einen Rankendekor auf.
Geschichte In der Zeit der Errichtung des ersten Pavelsbacher Gotteshauses im Jahre 1438 bestand der Ort noch aus zwei Dörfern. Die Grundherrschaft des Dorfes Oberpavelsbach hatte dabei fast vollständig das Kloster Seligenporten inne, der Grundherr der Niederpavelsbacher war überwiegend das Deutschordensamt Postbauer. Ermöglicht wurde dieser erste Kirchenbau – auf freiem Feld zwischen den beiden Dörfern – durch umfangreiche Stiftungen eines Chorherren zu St. Johann in Regensburg, die am 2. Februar 1438 beurkundet wurde und der die beiden Grundherren des Zwillingsorts zugestimmt haben.
In den Jahren 1735/1736 wurde die heutige Kirche, unter Belassung der vier Hauptmauern und des Chores des Vorgängerbaus, neu errichtet.
Glocken mini|200x200px|Stukkaturen über Chorraum Insgesamt besitzt die Expositurkirche St. Leonhard die nachstehend näher beschriebenen vier Glocken:Glockendatenblätter zu Gebäudenummer 2 29 01 10 012 10 01 der Diözese Eichstätt / Aufgenommen am 27.05.2010 in Pavelsbach Nr. Name Nominal Gewicht(kg) Gussjahr Gießer, Gussort 1 Leonhardiglocke fis1 668 1951 Karl Czudnochwsky, Erding 2 Die Alte a1 400 1611 Johannes Pfeffer, Nürnberg 3 Totenglocke h1 228 1950 Karl Czudnochwsky, Erding 4 Schutzengelglocke cis2 235 1952 Gebhard Engelbert, Kemten
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Leonhard Kategorie:Leonhardskirche Kategorie:Expositurkirche im Bistum Eichstätt Kategorie:Saalkirche in Bayern Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Erbaut im 18. Jahrhundert Kategorie:Kirchengebäude in Europa Leonhard