120px|rechts|Wappen der Stadt Berlin
Das Berliner Ehrenbürgerrecht wird vom Senat von Berlin in Einvernehmen mit dem Berliner Abgeordnetenhaus lebenden und toten Personen verliehen bzw. aberkannt.
Die Stadt Berlin hat seit 1813 an 131 Personen zunächst ehrenhalber ohne Zahlung eines Bürgergeldes das Bürgerrecht verliehen. Ab 1851 wurde erstmals ein Ehrenbürgerrecht an einen Berliner Bürger verliehen. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach dem Datum der Zuerkennung. Aberkannte Titel sind kursiv dargestellt.
Privilegien Bei dem Berliner Ehrenbürgerrecht handelt es sich um eine persönliche Auszeichnung, die keine Sonderrechte oder -pflichten beinhaltet. Es werden aber gemäß beschlossener Richtlinien vom bestimmte Vorteile ohne Rechtsanspruch gewährt.Horst Ulrich, u. a.: Berlin Handbuch. 1992, S. 316. Dazu zählen Einladungen zu repräsentativen Veranstaltungen des Landes Berlin, wie Empfänge, Bälle und Gedenkfeiern, eine Jahresfreifahrkarte der Berliner Verkehrsbetriebe, eine im Bedarfsfall vorgesehene Ehrenversorgung für den Ausgezeichneten und seine Hinterbliebenen, ein Begräbnis auf Landeskosten sowie eine Ehrengrabstelle auf einem Berliner Friedhof. Darüber hinaus können sich die so ausgezeichneten Personen von einem Künstler ihrer Wahl porträtieren lassen, die zugehörigen Gemälde werden im Gebäude des Abgeordnetenhauses ausgestellt.
Die Ehrenbürger der Stadt Berlin
Ehrenhalber verliehenes Bürgerrecht Konrad Gottlieb Ribbeck (* 21. März 1759 in Stolp, Pommern; † 28. Juni 1826 in Berlin; ▭ St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof I, Prenzlauer Berg) Oberkonsistorialrat und Propst zu Berlin Verleihung am 6. Juli 1813 Ribbeck zeichnete sich durch die Verringerung der Leiden der Berliner Bürger während der französischen Besetzung 1806 aus.
Heinrich Falckenberg (* 1771 in Stendal, Mark Brandenburg; † 25. September 1845 in Berlin) Rechnungsführer der Stadtschuldenkasse Verleihung am 28. Februar 1815
mini|hochkant=0.5|Gebhard von Blücher Gebhard Leberecht von Blücher (* 16. Dezember 1742 in Rostock; † 12. September 1819 in Krieblowitz, Provinz Schlesien) Generalfeldmarschall der preußischen Armee Verleihung am 31. Januar 1816 Von Blücher wurde für seinen maßgeblichen Anteil am Sieg in der Schlacht bei Waterloo 1815 ausgezeichnet.
mini|hochkant=0.5|Ernst Ludwig Heim Ernst Ludwig Heim (* 22. Juli 1747 in Solz, Sachsen-Meiningen; † 15. September 1834 in Berlin; ▭ Friedhöfe vor dem Halleschen Tor, Kreuzberg) Arzt Verleihung am 15. April 1822 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Arzt-Jubiläums. Heim war einer der Begründer der modernen Medizin, führte die Pockenschutzimpfung ein und behandelte jährlich tausende Arme unentgeltlich. Nach ihm wurde die Heimstraße im Bergmannkiez in Berlin-Kreuzberg benannt.
mini|hochkant=0.5|Ludwig von Brauchitsch Ludwig von Brauchitsch (* 7. Mai 1757 in Breslau oder Berlin; 19. Januar 1827 in Berlin; ▭ Alter Garnisonfriedhof, Mitte) Generalleutnant der preußischen Armee, Stadtkommandant von Berlin Verleihung am 19. Mai 1822 Von Brauchitsch organisierte in den Befreiungskriegen den Berliner Landsturm.
Friedrich von Schuckmann, ab 1834 Freiherr von Schuckmann (* 25. Dezember 1755 in Mölln, Mecklenburg; † 17. September 1834 in Berlin) Preußischer Staatsminister (Innenminister) und Mitglied des Preußischen Staatsrats Verleihung am 11. Januar 1829 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums.
mini|hochkant=0.5|Carl Friedrich Ludwig von Gontard Carl Friedrich Ludwig von Gontard (* 30. Juli 1764 in Bayreuth; † 1. März 1839 in Berlin; ▭ Alter Garnisonfriedhof, Mitte) Oberstleutnant der preußischen Armee, Platzmajor von Berlin Verleihung am 31. Juli 1829 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Militär-Jubiläums. Von Gontard machte sich während der französischen Besatzung der Stadt sehr um das Wohlergehen der Bürger verdient.
Friedrich Hansmann (* 30. Mai 1769 in Berlin; † 4. Mai 1836 ebenda) Chordirektor Verleihung am 28. Oktober 1829 Verliehen anlässlich des 25-jährigen Bestehens des durch ihn gegründeten Gesangsinstituts.
Carl Friedrich Heinrich Graf von Wylich und Lottum (* 5. November 1767 in Berlin; 14. Februar 1841 ebenda) Preußischer Staatskanzler, General der Infanterie Verleihung am 9. April 1834 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Militär-Jubiläums.
mini|hochkant=0.5|Karl von Gerlach Karl von Gerlach (* 30. Dezember 1792 in Neuwedell; † 14. August 1863 in Booßen, Provinz Brandenburg) Polizeipräsident von Berlin 1832–1839 Verleihung am 3. Oktober 1834 Von Gerlach verdiente sich in hohem Maße das Vertrauen des Magistrats und die Sympathie der Bevölkerung.
Friedrich August von Staegemann (* 7. November 1763 in Vierraden, Uckermark; † 17. Dezember 1840 in Berlin; ▭ Friedhöfe vor dem Halleschen Tor, Kreuzberg) Chef der preußischen Staatsbank Verleihung am 4. Februar 1835 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums. Von Staegemann machte sich besonders um die Verwirklichung der Stein-Hardenbergschen Reformen verdient.
Ludwig Wilhelm Neumann (* 7. Juli 1762 in Perleberg, Brandenburg; † 30. November 1847 in Berlin) Justizrat Verleihung am 20. Januar 1837 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums. Neumanns bedeutendstes Projekt war die Reform des Prozessverfahrens.
mini|hochkant=0.5|Zar Nikolaus I. Kaiser (Zar) Nikolaus I. (* 25. Juni 1796 in Zarskoje Selo, Russland; † 18. Februar 1855 in Sankt Petersburg) Kaiser von Russland Verleihung am 18. Oktober 1837 Verliehen anlässlich seines Erwerbs des Grundstücks der Russischen Botschaft in Berlin.
Johann Philipp von Ladenberg (* 15. August 1769 in Magdeburg; † 11. Februar 1847 in Berlin) Chefpräsident der preußischen Oberrechnungskammer Verleihung am 26. November 1839 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums. Von Ladenberg leitete die Staatskommission zur Verbesserung des Staatsorganismus.
Karl Albert von Kamptz (* 16. September 1769 in Schwerin; † 3. November 1849 in Berlin; ▭ Schöneberg bei Stargard, Kreis Saatzig in Pommern) Wirklicher Geheimer Staats- und Justizminister Verleihung am 24. März 1840 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums. Von Kamptz strebte als Jurist danach, das bestehende System – besonders gegen freiheitliche Regungen – zu verteidigen.
mini|hochkant=0.5|Gustav von Rauch
Gustav von Rauch (* 1. April 1774 in Braunschweig; † 2. April 1841 in Berlin; ▭ Invalidenfriedhof, Mitte) General der preußischen Armee, Kriegsminister Verleihung am 6. April 1840 Von Rauch bemühte sich besonders um die Einrichtung von Kriegsschulen und die Entwicklung des Ingenieur-, Festungs- und Pionierwesens der preußischen Armee.
Friedrich Magnus von Bassewitz (* 17. Januar 1773 in Schönhof, Mecklenburg-Schwerin; † 14. Januar 1858 in Berlin) Oberpräsident der Provinz Brandenburg Verleihung am 31. März 1842 Verliehen anlässlich seines Rücktritts aus gesundheitlichen Gründen.
mini|hochkant=0.5|Karl von Müffling Freiherr Karl von Müffling (* 12. Juni 1775 in Halle (Saale); † 16. Januar 1851 bei Erfurt; ▭ Brühler Garten in Erfurt) Präsident des Staatsrates, Gouverneur von Berlin Verleihung am 15. November 1842 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums.
Hermann von Boyen (* 23. Juni 1771 in Kreuzburg, Ostpreußen; † 15. Februar 1848 in Berlin; ▭ Invalidenfriedhof, Mitte) Kriegsminister Verleihung am 19. November 1842 Von Boyen galt in Preußen als vielkritisierter, aber ambitionierter Reformer.
mini|hochkant=0.5|Carl Streckfuß Carl Streckfuß (* 20. September 1779 in Gera; 26. Juli 1844 in Berlin; ▭ Friedhof II der Sophiengemeinde Berlin, Mitte) Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat Verleihung am 9. März 1843 Verliehen anlässlich seines Austritts aus dem Staatsdienst. Streckfuß machte sich besonders durch italienische Übersetzungen, wie Dantes Göttliche Komödie einen Namen.
Johann Christian Krüger (* 8. Februar 1771 in Berlin; 25. Dezember 1845 ebenda) Beamter im Berliner Stadtgericht Verleihung am 14. Mai 1843 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums im Dienste des Stadtgerichts.
mini|hochkant=0.5|Ludwig von Borstell Ludwig von Borstell (* 30. Dezember 1773 in Tangermünde, Brandenburg; † 9. Mai 1844 in Berlin; ▭ Alter Garnisonfriedhof, Berlin-Mitte) General der preußischen Armee Verleihung 6. September 1843 Verliehen anlässlich des 30. Jahrestages der Schlacht bei Dennewitz. Von Borstells Sieg über die französischen Truppen verhinderte eine erneute Besetzung Berlins.
Johann David Heegewaldt (* 15. Juni 1773 in Berlin; 16. April 1850 ebenda; ▭ Friedhöfe vor dem Halleschen Tor, Kreuzberg) Rechnungsführer der Armendirektion Verleihung 1844 Heegewaldt gelang es, die Spenden für das Armenwesen deutlich zu erhöhen.
Carl August Alsleben (* 5. Oktober 1770 in Magdeburg; † 6. Februar 1855 in Berlin) Oberlandesgerichtsrat Verleihung am 12. Juni 1845 Verliehen für sein Engagement für viele wohltätige Vereine.
mini|hochkant=0.5|Eugen von Puttkamer Eugen von Puttkamer (* 12. Oktober 1800 in Zemlin (heute zu Golczewo), Pommern; † 17. April 1874 in Lübben (Spreewald), Provinz Brandenburg; ▭ Glowitz, Kreis Stolp in Pommern) Polizeipräsident von Berlin Verleihung am 27. Juli 1847 Verliehen anlässlich seines Wechsels nach Frankfurt (Oder). Die Verleihung löste so kurz vor der Märzrevolution Proteste aus, da von Puttkamer als rechter Aristokrat galt.
Christian von Rother (* 14. November 1778 in Strelen, heute zu Wiązów, Schlesien; † 7. November 1849 in Rogau, heute zu Prochowice, Schlesien) Finanzminister Verleihung am 14. Oktober 1847 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums. Von Rother zeichnete sich durch die Belebung des preußischen Handels und Gewerbes nach den Koalitionskriegen aus.
mini|hochkant=0.5|Heinrich von Gagern Freiherr Heinrich von Gagern (* 20. August 1799 in Bayreuth; † 22. Mai 1880 in Darmstadt) Präsident der Frankfurter Nationalversammlung Verleihung am 19. März 1849 Von Gagern erhielt die Ehrenbürgerwürde aufgrund seines Einsatzes für ein vereinigtes, freiheitliches Deutschland.
Graf Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 24. Januar 1792 in Berlin; † 6. November 1850 ebenda) Preußischer Ministerpräsident Verleihung am 6. Februar 1850 Träger der Reaktion in Preußen. Als Ministerpräsident führte er eine Verfassung ein, die die Macht des Königs stärkte.
Freiherr Otto von Manteuffel (* 3. Februar 1805 in Lübben, Brandenburg; † 26. November 1882 Krossen, heute zu Drahnsdorf, Brandenburg) Preußischer Innenminister Verleihung am 6. Februar 1850 Träger der Reaktion in Preußen.
Graf Friedrich von Wrangel (* 13. April 1784 in Stettin; † 1. November 1877 in Berlin) Generalfeldmarschall der preußischen Armee Verleihung am 24. September 1850 Träger der Reaktion in Preußen. Von Wrangel rückte mit seinen Truppen in die Stadt ein, verhängte den Ausnahmezustand und stellte so die Autorität des Königs wieder her.
Ehrenbürgerrecht Christian Daniel Rauch (* 2. Januar 1777 in Arolsen, Waldeck; † 3. Dezember 1857 in Dresden; ▭ Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden, Mitte) Bildhauer Verleihung am 31. Mai 1851 Verliehen anlässlich der Einweihung des Reiterstandbilds Friedrichs des Großen am Anfang des Boulevards Unter den Linden. Erster Berliner Bürger, der das Ehrenbürgerrecht erhält.
mini|hochkant=0.5|Alexander von Humboldt Freiherr Alexander von Humboldt (* 14. September 1769 in Berlin; † 6. Mai 1859 ebenda; ▭ Schlosspark Tegel, Tegel) Naturforscher und Entdecker Verleihung am 24. Januar 1856 Von Humboldt gilt als einer der Mitbegründer der Geographie als empirischer Wissenschaft.
Eduard von Flottwell (* 23. Juli 1786 in Insterburg, Ostpreußen; † 28. Mai 1865 in Berlin) Oberpräsident verschiedener preußischer Provinzen Verleihung am 16. Februar 1856 Verliehen anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums.
mini|hochkant=0.5|August Boeckh