Haus Horst, auch Haus Holtwick, war ein klassizistisches Herrenhaus und LandgutEugen Hugo Theodor Huhn: Topographisch-statistisch-historisches Lexikon von Deutschland. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1846, Band 3, S. 324 (Google Books) in Holtwick bei Bocholt.

Geschichte Seit dem 16. Jahrhundert wurde für die Bauerschaft Holtwick ein adeliges Haus Horst erwähnt. Ab 1802 im Besitz des Bocholter Unternehmers und salmischen Hofkammerrats Anton Diepenbrock, dann bis etwa 1810 verpachtet an den Obristleutnant und Landwirt Friedrich Wilhelm von Hamelberg (1749–1834), später Herrn auf dem benachbarten Haus Heidefeld, wurde es seit 1816 von Diepenbrock und seiner Familie ständig bewohnt. Der spätere Breslauer Fürstbischof Kardinal Melchior von Diepenbrock verbrachte dort ebenso seine Kindheit wie seine Geschwister, der Offizier und Schriftsteller Conrad Joseph Diepenbrock und die Krankenhausstifterin Apollonia Diepenbrock. Im November 1818 besuchte der katholische Theologe und spätere Bischof von Regensburg Johann Michael Sailer das Haus.Winfried Becker, Werner Chrobak (Hrsg.): Staat, Geschichte, Politik. Beiträge zur Geschichte Bayerns und des Katholizismus. Festschrift zum 65. Geburtstag von Dieter Albrecht. Verlag Michael Laßleben, Kallmünz/Oberpfalz 1992, ISBN 978-3-7847-3109-4, S. 240 Gäste des Hauses waren ferner die romantischen Dichter Clemens Brentano, ein Jenaer Kommilitone von Diepenbrocks Schwiegersohn Hans von Bostel, und Luise Hensel, eine Freundin Brentanos. Das zweigeschossige Herrenhaus mit Walmdach und fünfachsiger Hauptfassade (vier seitlich angeordnete Fensterachsen und eine mittige Portalachse mit darüber befindlichem französischen Fenster) wurde 1836 verkauft und ab 1841 restlos abgebrochen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts umfasste das Landgut 300 Magdeburger Morgen.

Der altkatholische Theologe Joseph Hubert Reinkens, ein Biograf Melchior von Diepenbrocks, beschrieb das Anwesen 1881 wie folgt:Joseph Hubert Reinkens: Melchior von Diepenbrock. Ein Zeit- und Lebensbild. Verlag von L. Fernau, Leipzig 1881, S. 12 f. (Google Books)

Weblinks Holtwick (Bocholt), Webseite im Portal wiki.genealogy.net

Einzelnachweise

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