mini|Wappen derer von Rodenberg im Wappenbuch des Westfälischen Adels Von Rodenberg (de Rodenbergh, van den Rodenberghe) und später von Romberg ist der Name eines alten früher im Erzstifte Köln wohnendes Rittergeschlecht, welches aus dem Herzogtum Berg in die Grafschaft Mark, Grafschaft Limburg, Herzogtum Westfalen, Grafschaft Dortmund und Bistum Münster übersiedelte.

Geschichte Herkunft Der Familienname von Rodenberg tritt erstmals nachweislich in Köln auf. Einige Personen aus der Familie waren Ritter (miles), Schultheiße, Schöffe, Burgleute, sowie Lehnsträger der Erzbischöfe. Andere wurden in den Urkunden als Noble oder Kölner Ministeriale bezeichnet. Die Familie ist weit verzweigt.

Nach 1495 erscheint die Familie des Bernd von Rodenberg zu Massen und seines Bruders Johann unter dem Namen von Romberg.

Linie Köln (Herzogtum Berg) Der Name von Rodenberg schrieb sich nach dem Hause zum Rothenberg in der St. Brigidengasse in der Nähe der Brigidenpfarre zu Köln. Dieses Haus besaß Hildebrand Rufus (Rode / Roth) von der Mühlengasse zu Köln. In kölnischen Urkunden findet man diese Familie als Rufus von Rodenberg und Rufus von der Mühlengasse. Johann der Enkel des Hildebrand Rufus erhielt das Haus und schrieb sich mit Nachnamen von Rodenberg.

Die Geschlechter der St. Brigidengasse hatten enge Beziehungen zum Altstadtkirchspiel St. Laurenz, wo die Rufus ursprünglich beheimatet waren. Die Parochien St. Brigiden und St. Laurenz grenzten an den Dombezirk. Beziehungen zum Kölner Erzbischof lassen sich für einige Mitglieder feststellen. 1230 findet man einen Hilger Rufus von der Mühlengasse als Schöffen von Köln. Heinrich Rufus von der Mühlengasse wurde nach dem Tode seines Sohnes Ludwig, des Bürgermeisters von 1267/68, für zwei Fünftel eines Backhauses in den Schrein eingetragen. Ein Dr. decr. Ludwig Rufus von der Mühlengasse strengte 1275 einen päpstlichen Delegatiosprozess unter anderem gegen Rutger und Gerhard Overstolz an. Mit der Heirat des Hildebrands Urenkelin, der Rigmod von Rodenberg, mit dem Tilman von Spiegel ging das Haus in den Besitz der Familie von Spiegel über, welche sich von da an von Spiegel vom Rodenberg nannten. In einer Urkunde von 1132 findet man Hermanus de Rodenberg im Gefolge seines Lehnsherrn dem Erzbischof Bruno II, als ein Streit zwischen den Klöstern zu Bonn und Siegberg geschlichtet wird. Walterus de Rodenberg untersiegelt 1143 auf Veranlassung des Erzbischofs Arnold I. von Köln eine Urkunde vom Vogt von Wevelinghoven (bei Grevenbroich). 1197 verzichtet Hermannus de Rodenberg auf die Lehensgerechtigkeit des Hofes Udenhusen zu Gunsten des Erzbischofs Adolf von Köln und 1230 war er Zeuge, als das Stift Fröndenberg verkauft wurde. 1224 ist Hermannus de Rodenbergh zusammen mit Bischof Conrad von Minden Zeuge, dass der Vogt Wedekind vom Berge alle Güter der heiligen Margarethe zu Widegenberg verpfändet hat. Johann von Rodenberg wird 1274 in einer Urkunde des Grafen Burchard von Wölpe genannt. Derselbe erscheint 1282 in einer Mindener Urkunde, als Bernhard von Lo mit Einverständnis seines Bruders Otto dem Mindener Stift einen Hof zu Munesle (Munzel) schenkt. Gerhard von Rodenberg wird 1300 in einer Urkunde des Klosters Marienrode bei Hildesheim genannt. 1365 erscheint ein Ritter Reiner von Rodenberg als Zeuge in einer Urkunde des Stifts Fröndenberg. Die Kölner Linie verbreitete sich in der Grafschaft Mark, Grafschaft Limburg und im Herzogtum Westfalen.

Linie Haus Soest (Grafschaft Mark) Die Linie Soest gründete Hermann von Rodenberg (* ca. 1175; † nach 1230). Er war 1197 Ritter und verheiratet mit einer Tochter Goswins, des Vogtes von Soest (1158 bis 1166) aus dem Hause der Edlen von Hengebach. Ihr Sohn war Goswin von Rodenberg (1202–1254?), Ritter und ein unmittelbarer Beamter von Köln, wird seit 1230 als Schultheiß zu Soest oder Goswin von Soest genannt. Seine beiden Söhne Berthold und Heinrich nannte man erst nur die Söhne des Schultheißen von Soest. Aber als diese selbst zwischen 1254 und 1256 Inhaber des Schultheißenamtes wurden, nannte man auch ihren richtigen Namen von Rodenberg, um sie von denen von Rüdenberg zu unterscheiden. 1247 Engelbert, Bischof von Osnabrück schließt mit Konrad, Erzbischof von Köln ein Bündnis. Unter den Zeugen Goswin, Soester Schultheiß, sowie Heinrich und Bertold seine Söhne. 1248 schließt Bischof Engelbert von Osnabrück mit dem Erzbischof Konrad von Köln ein Bündnis gegenseitiger Hilfe zwischen Rhein und Weser und unter den Zeugen ist Godzuwino de Rodenberg. Gerwin (Goswin) von Rodenberg besiegelt 1253 eine Soester Urkunde. 1254 wird Goswin von Rodenberg zu Menden neben Heinrich, dem Schultheißen von Soest genannt Heinrich, Schultheiß von Soest (von Rodenberg) Zeuge, als Dietrich Probst zu Soest das Kloster Benninghausen mit einem Hof zu Effeln belehnt. 1263 taucht Godard von Rodenberg genannt Mechtildsumer mit Hof Meinichusen (Meiningsen), im Lehnregister des Grafen Gottfried IV von Arnsberg auf. Der Saudershof ober Schwartzenkotten in Meiningsen war gleichfalls ursprünglich ein Lehensgut der Arnsberger Grafen, welche damit die Familie von Rodenberg belehnten. 1298 geht die als curtis de Vuchtene (Haus Füchten) als Lehen an den Ritter Goswin von Soest. 1317 ist Johann von Rodenberg Zeuge, als dem Soester Bürger Heinrich von Heringhen Güter zu Bochem [Böckum] im Kirchspiel Horn verkauft werden. 1325 ist er Zeuge, als der Knappe Gerhard von Meldrike seine Güter dem Kloster Benninghausen verpfändet. 1321 findet man Johannes und 1326 Godfridus de Rodenberg in Urkunden der Stadt Soest. 1342 Gottfried von Rodenberg verkauft dem Johann von Holthausen zu Soest den Nießbrauch an einem Kotten zu Eineckerholsen nebst Zubehör. 1462 ist ein Goswin von Rodenberg, Herr von Meninchusen (Meiningsen), Bürgermeister von Soest. Die Linie ist erloschen.

Linie Haus Menden bei Iserlohn (Herzogtum Westfalen) Der Gründer der Linie war Heinrich I. von Rodenberg (* ca. 1170; † 1228/29 in Palästina), er war Ritter unter Kaiser Friedrich II. (HRR) und verheiratet mit Elisabeth (* ca. 1174; † 1253), der Tochter von Hermann von Heppendorf (1166–1227), Schultheiß (Bürgermeister) von Soest und Adelheid von Hengebach († vor 1243).

Heinrich von Rodenberg auch Heinrich von der Anderburg (Henricus de Altero Castro) genannt, war kölnischer Verwalter der Anderburg Volmestein (1218) und wohl identisch mit Heinrich von Menden, kölnischer Schultheiß zu Menden. Mit der Anderburg war eine neue Burg (novum castrum) gemeint, welche in der Nähe der Burg Volmarstein stand und vom Kölner Erzbischofs Engelbert I. als Trutzburg gegen die Herren von Volmestein gebaut wurde. Heinrich von Rodenberg starb während des Kreuzzugs in Palästina 1228/29 an einer Epidemie.

Heinrich und Elisabeths Sohn war Goswin I. von Rodenberg (1190–nach 1251), auch Goswin von Menden. Er wird in einer Urkunde von 1243 ebenfalls als Burggraf und ehemaliger Besitzer des Turms Anderburg genannt, als der Turm mitsamt des Schlosses an den Lübert von Schwansbule übertragen wird.

Dieser Goswin ließ auf dem Rodenberg (268 m) in Menden, auch Rothenberg und in alten Quellen Romberg genannt, oberhalb des Hofes Althem zwischen 1246 und 1248 die Burg Rodenberg bauen. 1249 war diese Burg dann der Stammsitz derer von Rodenberg zu Menden. 1252 war er Ritter und Ministeriale der Kölner Kirche und anschließend Lehnsträger der Erzbischöfe von Köln. 1254 kämpft Goswin von Rodenberg mit anderen Getreuen des Erzbischofs Konrad im Jülischen Krieg gegen den Bischof Simon I. von Paderborn. 1259 überträgt Graf Conrad von Eberstein dem Erzbischof Konrad von Köln die Hälfte seines kölnischen Lehensschlosses Ofen an der Weser und bezeugt wird dieses unter anderem von Goswin von Rodenberg. 1260 ist Goswin von Rodenberg Zeuge beim Bündnis und Frieden zwischen dem Erzbischof Konrad von Köln, dem Abte Themo von Corvey und dem Herzog Albrecht von Braunschweig. Godard von Rodenberg, der älteste Sohn Goswin I. wird 1263 im Lehnregister des Grafen Gottfried IV von Arnsberg mit Hof Meinichusen (Meiningsen) belehnt, in der Urkunde erscheint auch sein Bruder Ritter Heinrich (Henke). Bernhard I. von Rodenberg, der jüngste Sohn Goswins, tritt 1270 in einer Fröndenberger Urkunde auf. Goswin I. von Rodenberg wird 1271 genannt, als Erzbischof Engelbert II. auf Burg Nideggen gefangen gehalten wird. 1272 verkauft Graf Godfried von Arnsberg die Vogtei über Hof und Kirche, sowie die Freigrafschaft zu Menden an Goswin I. von Rodenberg. Johannes de Rodenberghe wird 1274 in einer Urkunde des Grafen Burchard von Wölpe genannt. Am 15. Februar 1275 tritt Ritter Goswin I. von Rodenberg dem Erzbischof Siegfried von Köln, zur Sühne seiner früheren Übergriffe und der Vergehen seines Sohnes Bernhard I. und anderer Verwandten, sein Schloss Rodenberg mit der Freigrafschaft und die Vogtei über Menden ab, wobei ihm und seinen Enkeln Leibrenten angewiesen werden. Er behält nur den Hof Alfhem. Auf der Urkunde von 1275 zur Übergabe der Burg Rodenberg, der Freigrafschaft und Vogtei von Menden des Goswin von Rodenberg zu Menden an Erzbischof Sigfried von Köln wird ein Goswin von Menden, Bertold von Rodenbergs Sohn, als Verwandter des Ausstellers genannt. 1298 erklärt Graf Everhard von der Mark dass er Schloss Rodenberg als kölnisches Pfand besitze und 1301 zerstört er dieses zusammen mit Hof Alfheim. Die Familie von Rodenberg verstreute sich nach der Abtretung 1275 sowohl im Sauerland wie auch in der Gegend des Hellwegs, unter anderem nach Aplerbeck (heute Stadtteil von Dortmund).

Linie Vellinghausen bei Welver (Grafschaft Mark) Hermann von Rodenberg, Sohn des Burgmannes zu Raffenberg bei Kamen Goswin IV von Rodenberg zu Menden, wird 1338 vom Grafen Godfried IV mit Vellinghausen (Velinchusen) belehnt und siegelt 1343 eine Urkunde zu Fröndenberg.

1358 Hermann von Rodenberghe, sich aufhaltend in Vellinghausen, und seine Frau Christina verkaufen mit Zustimmung ihrer Kinder Andreas, Elisabeth und Gude für 60 Mark Dortmunder Pfennige dem Dortmunde Bürger Everhard von Rynbecke und seiner Ehefrau Drude die jährlichen Einkünfte von 24 Malter Gerste und einen Malter Weizen. Unter den Bürgen Thidericus de Aplerbeck (Apelderenbeke), Bernard und Albert von Rodenberg.

1377 heiratete Frederune von Boenen, Tochter des Knappen Lüdeke von Boenen, Erbin von Klotinghof im Kirchspiel Dinker, den Andreas von Rodenberg zu Vellinghausen.

1382 verkaufen Andreas von Rodenberg und seine Frau Frederune vor dem Soester Freigrafen Hinrich de Swinde ihren Lohoff in dem Ecdorpe an Detmar van dem Hamme unter Vorbehalt der in die Freigrafschaft gehörenden Rente von 1 Scheffel.

Da das Ehepaar kinderlos blieb, erlosch diese Linie im Mannesstamme.

Linie Haus Aplerbeck bei Dortmund (Grafschaft Mark) Politisch gehörte Aplerbeck seit dem 12. Jahrhundert zur Grafschaft Mark und somit auch das Haus Rodenberg an der Emscher. 1283 vertauscht Graf Everhard von der Mark seine Ministerialin, die Witwe des Bernard I. von Rodenberg zu Menden (1215–1275), mit Graf Theoderich von Cleve gegen Beatrix, Frau des Arnold von Altena und deren Sohn Dietrich.

1290 wird Dietrich I. (Theoderich) von Rodenberg († nach 1355), wahrscheinlich einer der nicht genannten Kinder des Ritters Heinrich II. von Rodenberg zu Menden († 1275), genannt. Dieser bewohnte mit seinen drei Söhnen Bernard IV., Andreas und Dietrich II. (Theoderich) das Haus Rodenberg.