Die Salzkammergutbahn ist eine Bahnstrecke in Österreich und verbindet Stainach-Irdning (Steiermark) über Attnang-Puchheim mit Schärding (Oberösterreich). Im Ausgangspunkt Bahnhof Stainach-Irdning besteht eine Verbindung mit der Ennstalbahn (Bischofshofen – Selzthal), im Bahnhof Attnang-Puchheim gibt es Anschluss zur Magistrale der Westbahn (Wien – Linz – Salzburg). Der nichtelektrifizierte Abschnitt zwischen Attnang-Puchheim und Schärding wird auch als Hausruckbahn bezeichnet und erschließt die Passauer Bahn.
Die Salzkammergutbahn ist nicht zu verwechseln mit der stillgelegten schmalspurigen Salzkammergut-Lokalbahn (Salzburg – Bad Ischl).
Salzkammergutbahn
Verkehr Die Salzkammergutbahn bedient insbesondere im Abschnitt Stainach-Irdning – Attnang-Puchheim aufgrund des Ausflugs- und Fremdenverkehrs ein sehr breites Spektrum an Fahrgästen. Die wichtigsten Zielgruppen sind: Pendler (unter anderem Salzkammergut ↔ Linz, Salzkammergut ↔ Graz und Salzkammergut ↔ Wien) Touristen, insbesondere in Hallstatt Kurgäste (Kurorte Gmunden, Bad Ischl, Bad Goisern, Bad Aussee, Bad Mitterndorf, Altaussee, Grundlsee) Wanderer, Bergsteiger Skifahrer im Zubringerverkehr zu Skigebieten (Feuerkogel, Gosau/Dachstein-West, Tauplitzalm, Loser, Krippenstein) teilweise mit Skibusanschluss Langläufer: Regionen Tauplitz–Bad Mitterndorf–Kainisch, Obertraun, Bad Ischl, Bad Goisern und Gosau Radfahrer/Mountainbiker Im aktuellen Fahrplangefüge gibt es einen zweistündlichen Takt an Regionalexpressverbindungen im Abschnitt Stainach-Irdning – Attnang-Puchheim sowie einen zweistündlichen Takt an Regionalzugverbindungen im Abschnitt Obertraun-Dachsteinhöhlen – Attnang-Puchheim. Einige der Regionalzugverbindungen werden von/bis Linz Hauptbahnhof durchgebunden. Die Taktung der Regionalexpresszüge und der Regionalzüge ergibt einen annähernden Stundentakt in den Stationen zwischen Attnang-Puchheim und Obertraun mit Regionalexpress-Halt.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 verkehren am Wochenende drei zusätzliche Regionalexpressverbindungen zwischen Attnang-Puchheim und Stainach-Irdning, wovon zwei über Selzthal Richtung Gesäuse (Admont und in Sommermonaten bis Hieflau) durchgebunden werden.
Mit Fahrplanwechsel Dezember 2020 wurde erstmals eine InterCity-Verbindung von/nach Wien-Hauptbahnhof aufgenommen, die seit Dezember 2022 täglich verkehrt und nur an den größeren Bahnhöfen und Haltestellen hält. Zuvor wurde dieser Zug auf der Westbahn bis Attnang-Puchheim als IC geführt und im Salzkammergut dann als Regionalexpress. Damit gibt es auf dieser Strecke erstmals eine vollwertige Fernverkehrsverbindung inklusive aller Services (zum Beispiel mobiles Bordservice). Im Dezember 2024 wurde dieser Zug auf einen Schnellzug herabgestuft und fährt seitdem vom und zum Wiener Westbahnhof.
Der Güterverkehr wird – bis auf Ausnahme von Salzganzzügen – von Stern & Hafferl im Auftrag der ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria abgewickelt. Regelmäßiger Güterverkehr als Wagenladungsverkehr findet heute im Abschnitt Kainisch – Attnang-Puchheim statt. Die Anbindung der örtlichen Industrie ist heute noch von Bedeutung, wie beispielsweise der Saline Ebensee, die heute die gesamte Salzverhüttung der Abbaugebiete Altaussee, Hallstatt und Ischl bewältigt, und des Zementwerks Hatschek in Gmunden, dem das Ausgangsmaterial aus den Steinbrüchen am Traunsee und bei Ebensee nach wie vor auf der Schiene geliefert wird.
Streckenführung Die Kilometrierung der Salzkammergutbahn beginnt in Stainach-Irdning mit Kilometer null. Der Bahnhof Stainach-Irdning als Ausgangspunkt der Strecke liegt auf 645 m, an ihrem Scheitelpunkt im Bereich des Bahnhofs Tauplitz erreicht die Salzkammergutbahn eine Höhe über dem Meeresspiegel von 835 m. Bereits der Bahnhof Bad Aussee liegt mit 641 m niedriger als Stainach-Irdning. Bis zum Bahnhof Attnang-Puchheim reduziert sich die Höhe auf 416 m.
Stainach-Irdning bis Bad Aussee Unmittelbar bei Verlassen des Bahnhofs Stainach-Irdning steigt die Strecke am Fuße des Rantensteins kontinuierlich mit 25 ‰ an. Im Bereich der Haltestelle Pürgg werden am Fuße einer Felswand zwei Tunnel und mehrere Steinschlaggalerien durchfahren. Durch die Streckenführung am gegenüberliegenden Hang – im Gegensatz zur in diesem Bereich parallel verlaufenden Salzkammergutstraße – ist sie von Stein- und Schneelawinen vom das Tal beherrschenden Massiv des Grimming sicher. Im Bahnhof Tauplitz befindet sich auf der Klachauer Höhe der Scheitelpunkt der Salzkammergutbahn mit 835 m.ü.A. Von hier an führt sie leicht fallend entlang des dortigen Hochplateaus des breiten Hinterberg-Tals zwischen Grimming und dem Toten Gebirge (Tauplitzalm). Ab dem Bahnhof Bad Mitterndorf senkt sich die Strecke mit bis zu 25 ‰ in einer langgezogenen S-Kurve zur Haltestelle Bad Mitterndorf-Heilbrunn. Danach geht es abseits der Salzkammergutstraße durch ein kleines Nebental, in welchem im Bereich des Knoppenmoos (812 m) über einen nicht merklichen Talpass vom Einzugsgebiet des Salzabachs (Enns) in das der Traun gewechselt wird, bis zum Bahnhof Kainisch. Bis Bad Aussee führt die Bahnstrecke nun mit 20 bis 25 ‰ starkem Gefälle durch das enge Tal der Kainischtraun zwischen dem Zinken und dem Radling, wobei auf halber Strecke eine Überführung der Salzkammergutstraße besteht. Diese Überführung ersetzt den ehemaligen Bahnübergang, der von den Einheimischen nach dem dort befindlichen Strecken- und Schrankenwärterposten Nr. 20 als „Zowanzger“ (Zwanziger) bezeichnet wurde.
Bad Aussee bis Obertraun Nach Verlassen des Bahnhofs Bad Aussee beginnt mit dem Koppen der orographisch schwierigste Teil der gesamten Strecke, die Bahntrasse folgt mit zahlreichen Windungen, Brücken und einem Tunnel durch den Sarstein mit bis zu 25 ‰ Gefälle der hier in einer engen Schlucht verlaufenden Traun. In diesem Streckenabschnitt herrscht im Winter Lawinengefahr vom Sarstein und Hochwassergefahr durch die unregulierte Traun. Aufgrund von häufigen Lawinenverschüttungen und Überschwemmungen wurde in diesem Bereich die Trasse bereits 1897 auf ein höheres Niveau gelegt. Die alte Streckenführung entlang des Traunufers samt dem 55,5 Meter langen Mühlwehrsteintunnel ist heute in einen Wanderweg zwischen der Koppenbrüllerhöhle und Bad Aussee integriert. Entlang der heute befahrenen höherliegenden Trasse gibt es Lawinenposten und Lawinenschutzwälle. Dennoch muss die Strecke in diesem Abschnitt immer wieder aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.
Obertraun bis Ebensee Von Obertraun bis Bad Goisern führt die Salzkammergutbahn an der Lehne des Sarsteins entlang des Ostufers des Hallstätter Sees. Der Haltepunkt für den namensgebenden Ort Hallstatt befindet sich damit auf der anderen Seite des Sees und wird mit Linienschiffen angebunden. Früher wurde der Linienschiffverkehr von den ÖBB selbst durchgeführt. Unmittelbar nach der Haltestelle Hallstatt folgt im Bereich des Wehrgrabentunnels ein orographisch schwieriger Abschnitt mit Steinschlaggefahr. Bis 1977 wurde die Stelle von einem Lehnenwärter bewacht, danach wurde zwecks Personaleinsparung eine Videoüberwachungsanlage installiert die vom Fahrdienstleiter des Bhf. Obertraun-Dachsteinhöhlen bedient wird. Eine Schutzgalerie für das Tunnelportal sowie Steinschlagnetze sorgen hier für eine zusätzliche Sicherheit der Bahntrasse. Zwischen Bahntrasse und See gibt es einen beliebten Wander- und Radweg, der unmittelbar an der Haltestelle Obersee vorbeiführt und beim Bahnhof Steeg-Gosau endet. Der Bahnhof Steeg-Gosau wird zudem vom begehbaren Soleleitungsweg, der vom Hallstätter Salzberg zur Saline Ebensee führt, erschlossen. Der Soleleitungsweg führt bis zu Saline Ebensee (Haltestelle Steinkogel) an allen Bahnhöfen und Haltestellen entlang.
Ebensee bis Attnang-Puchheim Ein weiterer aufwändiger Streckenabschnitt folgt im Abschnitt Ebensee-Landungsplatz bis zum Bahnhof Traunkirchen. Hier wurden für die Salzkammergutbahn fünf bis zu 1,5 Kilometer lange Tunnels am und unter dem steil zum Traunsee abfallenden Sonnsteinmassiv angelegt und Schutzbauten gegen Steinschlag und Lawinen errichtet. Am Bahnhof Traunkirchen angelangt, führt die Salzkammergutbahn weiter nordwärts teilweise im hügeligen Hinterland des Traunsee-Westufers bis Gmunden. Der Bahnhof Gmunden wurde aufgrund der Endmoränenlandschaft des Traungletschers ursprünglich relativ ortsfern angelegt, zur Verbindung in die Stadt wurde 1894 die Straßenbahn Gmunden errichtet. Bei Pinsdorf ins Aurachtal einbiegend, wird dieser Talschaft mit stetigem Gefälle bis nach Attnang-Puchheim gefolgt. Hier trifft die Salzkammergutbahn auf die Westbahn.
Bezeichnungsdiskussion „Gebirgsbahn“ Da ein beträchtlicher Teil des Streckenverlaufs in gebirgigem Gelände (Grimming, Dachstein, Totes Gebirge, Höllengebirge) verläuft, stellt sich die Frage, ob die Salzkammergutbahn als Gebirgsbahn bezeichnet werden kann. Zwar weist die Strecke wichtige Merkmale einer Gebirgsstrecke auf (unter anderem zahlreiche Tunnels und Brücken, enge Kurvenradien), doch in Anbetracht der Tatsache, dass auf dem gesamten Verlauf der Strecke bis auf den Anstieg vom Ennstal ins Hinterberg (Ausseerland) keine wesentliche Höhendifferenz überwunden werden muss, die Strecke also eher die Gebirge „umfährt“, statt Höhen und Pässe zu überqueren, fällt ein wichtiges Merkmal einer Gebirgsbahn weg. Dies spricht gegen die Bezeichnung „Gebirgsbahn“. Eingebettet zwischen großen Gebirgsstöcken ist die Salzkammergutbahn somit keine Gebirgsbahn im klassischen Sinn.
Dem entgegen spricht jedoch die Tatsache, dass die Salzkammergutbahn auf der Strecke zwischen Stainach-Irdning und Bad Aussee die Klachauer Höhe über Rampenstrecken mit Steigungen von bis zu 25 ‰ überwindet und in ihrem Lauf mehrere hohe Brücken und Tunnels passiert, was sehr wohl ein Merkmal einer Gebirgsbahn darstellt.
Sehenswertes Die Salzkammergutbahn erschließt zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Die Bahnfahrt ist aussichtsreich, da es kaum sichtbehindernde Lärmschutzwände gibt. +Sehenswürdigkeiten zwischen Stainach-Irdning und Attnang-PuchheimHaltepunktHaltepunkttypkmSehenswürdigkeitPürggHaltestelle3Malerisches Bergdorf Pürgg mit historischer Pfarrkirche und JohanneskapelleTauplitzBahnhof9Wander- und Wintersportgebiet Tauplitzalm, Totes Gebirge, Grimming, LanglaufzentrumSchiflugschanze KulmBedarfshaltestelle10Schiflugschanze KulmBad MitterndorfBahnhof14Wander- und Wintersportgebiet TauplitzalmBad Mitterndorf-HeilbrunnHaltestelle16Kurort Bad Mitterndorf, Salza-Stausee, Grimming-Therme, LanglaufzentrumKainischBahnhof23Natura-2000-Naturschutzgebiet Ödensee, LanglaufzentrumBad AusseeBahnhof29Kurort Bad Aussee mit Narzissenbad, Luftkurort Altaussee mit Altausseersee, Wander- und Wintersportgebiet Loser, Grundlsee, Toplitzsee, Totes GebirgeObertraun-KoppenbrüllerhöhleHaltestelle38KoppenbrüllerhöhleObertraun-DachsteinhöhlenBahnhof41Wander- und Wintersportgebiet Dachstein - Krippenstein, Dachstein-Rieseneishöhle, Dachstein-MammuthöhleHallstattHaltestelle43Hallstätter See, HallstattSteeg-GosauBahnhof50Wander- und Wintersportgebiet Gosau mit Gosaukammbahn und GosauseenBad GoisernBahnhof53Kurort Bad Goisern am HallstätterseeGoisern JodschwefelbadBahnhof56Kurzentrum Bad Goisern, Chorinsky-KlauseLauffenHaltestelle58Historischer Markt LauffenBad IschlBahnhof62Kurort Bad Ischl mit Kaiservilla Bad Ischl, Konditorei Zauner und KaiserthermeEbenseeBahnhof79Höllengebirge mit FeuerkogelseilbahnEbensee LandungsplatzHaltestelle80Traunsee, Schiffsanlegestelle Traunsee-Schifffahrt (unter anderem Raddampfer Gisela)Traunkirchen OrtHaltestelle84Traunsee, Traunkirchen mit Fischerkanzel in der PfarrkircheGmundenBahnhof96Gmunden mit Schloss Ort, Gmundner Keramik, Grünbergseilbahn, Traunsee mit Traunseeschifffahrt und Gmundner Straßenbahn
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