mini|Stammwappen derer von Haus im Wappenbuch des Westfälischen Adels Haus, Hauß, auch von Haus zum Haus, van Huys oder van me Huys genannt, war der Name eines alten bergischen Rittergeschlechts, welches sich von Ratingen in die Grafschaft Mark verzweigte.

Die Familie ist zu unterscheiden von den niedersächsischen Herren von Haus.

Herkunft mini|Haus zum Haus in Ratingen mini|Burg Endenich in Bonn-Endenich mini|Gut Niederhofen in Dortmund-Wellinghofen mini|Haus Holtheyde Clemen Das Geschlecht hat seinen Namen von dem gleichzeitig mit der Gründung der Stadt Ratingen um 1276 errichteten "Castrum Huys" auch Haus zum Haus genannt, einem Festen Haus am Angerbach.

Reinhard I. und Adolf I. de Domo („vom Haus“) treten 1309 als Zeugen in einer Kaiserwerther Urkunde auf. 1334 finden wir Adolf vom Haus mit Ritter Adolf von Hückeshofen und anderen als Bürgen in einer Urkunde des Ritters Heinrich von der Horst. Ritter Adolf II. van me Huys besiegelt 1348 eine Urkunde, in der mehrere Personen bekennen, vom Stift Kaiserswerth einen Wiesenband an der alten Angerbrücke bei Kalkum gepachtet zu haben. Im Januar 1347 verzichten Ritter Adolf und seine Frau Katharina auf alle Rechte am Hof Kappel bei Benrath. Adolf III. wird am 24. Oktober 1397 als Mitglied der märkischen Ritterschaft aufgeführt.

1419 verkaufte Ritter Adolf van Huys der Abtei zu Rheindorf den Hof zu Berge, später als Kirchhof, Mönchshof, Bergerhof bezeichnet.

1444 erhielten ein Johann vom Haus und sein Bruder Wilhelm von Herzog Gerhard für all die Verluste, die sie und ihr Vater durch geleistete Kriegsdienste erlitten haben 2000 Gulden verschrieben. 1447 erhielt Johann Beihilfe zum Bau des Rittersitzes zum Haus. 1451 wurde er zum Amtmann des Schlosses Angerort, sowie der Schlösser Burg in Porz und Bensberg in Steinbach ernannt. In einer Urkunde vom 23. April 1461 verpachten Johann vom Haus und seine Frau Bela auf Lebenszeit den Eheleuten Wilhelm Wynter und Styne up der Hirdenburg ihr Erbe und Gut bei Ratingen.

Im Jahr 1460 baut Ritter Wilhelm von Haus zu Haus auf dem Gut Mydlinghoven eine Wassermühle zur Burg um, welche fortan einer der Sitze seiner Familie wurde.

1473 tritt Johann als Marschall unter der kölnischen Ritterschaft auf. 1488 erscheint der Johann vom Haus, als er mit Lutter Staill von Holstein, Gawin von Swanenberg, Johann und Adolf Quad, sowie Hermann von Winckelhausen das an Herzog Adolph von Cleve verpfändete Kirchspiel Mülheim wieder einlösen. Ebenfalls 1488 gab es zwischen ihm und den herzöglichen Räten eine Verhandlung über eine Entschädigung, dessen Ende er nicht mehr erlebte. Ab 1530 kam die Familie auch in der Grafschaft Mark vor. 1535 erheiratete Heinrich von Haus den Rittersitz zu Niederhofen (Nierhoven) mit Margarethe von der Lage und wurde im Jahre 1548 vom Grafen von Limburg damit belehnt. Mit der Heirat ging auch das Rittergut der Familie Wandhofen in seinen Besitz über.

1562 musste Sophia von Huys mit ihrem Ehemann Bertram von Bylandt Herr zu Walbeck und Amtmann zu Brüggen aus dem durch Feuer zerstörten Haus Pellandt in ihr neues Haus Holtheyde umziehen. Sie ließen es zu einem repräsentativen Herrensitz ausbauen. Der Überlieferung nach sollen die Steine für den Umbau von Haus Pellandt stammen.

1645 und 1647 gab Katharina Elisabeth von Haus zu Endenich zwei Obligation heraus, die das Rittergut Endenich betrafen.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, LAV NRW W, AA 0627 / Reichskammergericht AA 0627, Nr. 3887 - M 1228/3109, besucht am 28. Juli 2023.

Die von Haus saßen in bzw. zu:Ledebur (1854), S. 330.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts standen mehrere dieses Geschlechts in preußischen Kriegsdiensten. Einer von ihnen war Friedrich Christian von Hauss (1698–1764), Herr zu Nierhoven und Heyde, ein preußischer Generalmajor, Chef des Infanterieregiments S 55 und Militärkommandant von Leipzig.

Die Familie erlosch im Mannesstamm mit dem Tod von Friedrich Adolf Conrad Moritz Freiherr von Hauß im Jahr 1828.Spießen (1901–1903), S. 66.

Sage Zum Inventar des Rittersitzes gehörte bis 1783 ein großer metallener dreibeiniger Topf, der beim Verkauf der Burg an die Grafen von Spee nach Schloß Heltorf überging. Dieser Topf wurde auch "Heidenkessel" oder "Hauserkessel genannt. Man findet ihn in einer aufgeschriebenen Sage über die Heinzelmännchen, welche im Südwestturm gehaust und den Burgbewohnern und den Ratingern viel Gutes getan haben sollen. Verschuldete ein Widersacher den Tod eines der ihren, wurde er in Stücke gehauen und in diesem Topf in siedendem Öl gebraten.

Wappen Blasonierung: In Rot drei schmale silberne Schrägbalken, von einem breiteren silbernen Querbalken überzogen. Auf dem Helm ein silberner, rot aufgeschlagener Turnierhut, oben besteckt mit drei roten Straußenfedern. Die Helmdecken sind rot-silbern.Spießen (1901–1903), S. 66.

Stammfolge Stammfolge der ersten sieben Generationen:Niederau (1973), S. 209–214.

Literatur

Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 7 (Mappe 519–584, Gruithausen – v.d.Heidt gt. Hungerkhausen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e.V., Nr. 73), Köln 1994, S. 693–701. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 66 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tafel 160 (uni-duesseldorf.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Bergisches Adelsgeschlecht Kategorie:Geschichte (Rheinland) Kategorie:Stammliste