Andreas Heusler (* 1960 in Calw) ist ein deutscher Historiker. Seine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem in den Bereichen der Zeitgeschichte, der jüdischen Geschichte sowie der Geschichte der Stadt München im 19. und 20. Jahrhundert.München Wiki.Volk-Verlag.

Leben Andreas Heusler ist im Nordschwarzwald aufgewachsen. Er besuchte zunächst das Hermann-Hesse-Gymnasium in Calw. Nach dem Abitur am Technischen Gymnasium Calw studierte er von 1982 bis 1988 Geschichtswissenschaften und Politikwissenschaft an den Universitäten Tübingen und München. Im Jahr 1994 wurde er an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Dr. phil. promoviert.

Im Anschluss an seine Promotion übernahm er 1994 die Position des Sachgebietsleiters für Zeitgeschichte und Jüdische Geschichte am Stadtarchiv München. Zwischen 1998 und 2006 war er für die Ausstellungen des Jüdischen Museums München verantwortlich. 2022 übernahm Heusler die kommissarische Leitung der neugegründeten Abteilung Public History im Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

Andreas Heusler ist seit 2016 im Vorstand der International Feuchtwanger Society aktiv. Im Februar 2026 übernahm er die Funktion eines Sprechers der Regionalen Arbeitsgruppe München des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie, dem er seit 1996 angehört.

Andreas Heusler ist seit 2025 als freiberuflicher Historiker und Publizist tätig. Er lebt und arbeitet in München.

Forschung und Wirken Heusler gilt als Kenner der Münchner Stadtgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Anliegen ist ihm der kritische Diskurs über Formen und Formate von Erinnerungskultur - etwa im Hinblick auf den Umgang mit historisch belasteten Straßennamen.

Zu seinen frühen Arbeiten gehört eine grundlegende Untersuchung über den Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter in der Münchner Kriegswirtschaft während des Zweiten Weltkriegs. In den folgenden Jahren veröffentlichte er zahlreiche Studien zur Geschichte der Münchner Juden, zur NS-Herrschaft und zur politischen Kultur der Stadt München.

Maßstäbe für vergleichbare Projekte in anderen Städten setzt das unter seiner Leitung gemeinsam mit Brigitte Schmidt am Münchner Stadtarchiv erarbeitete Gedenkbuch der Münchner Juden, das an die während der NS-Zeit ermordeten jüdischen Münchnerinnen und Münchner erinnert.

Mit dem 2008 erschienenen Buch Das braune Haus. Wie München zur ‚Hauptstadt der Bewegung‘ wurde verknüpft Heusler eine umfassende Geschichte der Parteizentrale der NSDAP mit dem spezifischen ‚Milieu München‘ und dessen Bedeutung für den Aufstieg des Nationalsozialismus. Das Buch gilt als wichtiger Beitrag zur Erforschung der Rolle Münchens als ideologische Keimzelle und organisatorisches Zentrum des Nationalsozialismus.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung ist die Geschichte von Exil und Emigration. Gemeinsam mit der Historikerin Andrea Sinn veröffentlichte er Sammelbände zur Vertreibung deutscher und insbesondere Münchner Juden. 2014 publizierte Heusler eine Biografie des Schriftstellers Lion Feuchtwanger, in der dessen Münchner Herkunft, seine Exilerfahrungen und seine literarische Bedeutung im Mittelpunkt stehen.

Neben wissenschaftlichen Monografien und Aufsätzen kuratierte Heusler zahlreiche Ausstellungen zur Münchner Stadtgeschichte.

Schriften (Auswahl) Zwangsarbeit in der Münchener Kriegswirtschaft 1939–1945. München 1991, ISBN 3-927984-07-8. Ausländereinsatz. Zwangsarbeit für die Münchner Kriegswirtschaft 1939–1945. München 1996, ISBN 3-88034-868-5. mit Tobias Weger: „Kristallnacht“. Gewalt gegen die Münchner Juden im November 1938. München 1998, ISBN 3-927984-86-8. Das braune Haus. Wie München zur „Hauptstadt der Bewegung“ wurde. München 2008, ISBN 978-3-421-04352-8. Lion Feuchtwanger. Münchner – Emigrant – Weltbürger. Residenz-Verlag, St. Pölten 2014, ISBN 978-3-7017-3297-5. mit Andrea Sinn (Hrsg.): Die Erfahrung des Exils. Vertreibung, Emigration und Neuanfang. Ein Münchner Lesebuch (= Studien zur jüdischen Geschichte und Kultur in Bayern. Band 10). De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2015, ISBN 978-3-486-70479-2. mit Elisabeth Angermair (Hrsg.): Machtwechsel. München zwischen Oktober 1918 und Juni 1919. Volk Verlag, München 2020, ISBN 978-3-86222-337-4. mit Tamara Fröhler (Hrsg.): Feuchtwanger und München. Peter Lang Verlag, Oxford 2022, ISBN 978-1-80079-748-2.

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Einzelnachweise

Kategorie:Zeithistoriker Kategorie:Historiker (Judentum) Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Mann