Caroline Wettergreen (* 9. August 1986 in Bergen, Norwegen) ist eine norwegische Opernsängerin in der Stimmlage Sopran/Koloratursopran.
Leben und Werk
Ausbildung und erste Rollen Caroline Wettergreen wuchs in Fana, einem Stadtteil der westnorwegischen Stadt Bergen, auf. Im Alter von fünf Jahren begann sie, Klavier zu spielen; kurz darauf sang sie auch im Chor und nahm Gesangsunterricht.Et syngende stjerneskudd, Morgendagens hjelter, 6. Dezember 2021. Als sie zehn Jahre alt war, formulierte sie erstmals den Wunsch, Opernsängerin zu werden.Caroline: Vår nye operastjerne, Operaklubben, 30. November 2015. Von 2005 bis 2009 studierte sie an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo, anschließend von 2010 bis 2013 an der Kunsthochschule Oslo. Am Königlichen Konservatorium in Kopenhagen setzte sie ihre Ausbildung fort. Schon während ihres Studiums in Oslo debütierte sie im Februar 2011 an der Norwegischen Oper: In einer Regiearbeit von Stefan Herheim war sie in der Nebenrolle der Fünfzehnjährigen in Alban Bergs Oper Lulu zu hören.Gisela Stille outstanding as Lulu in Oslo, Kulturkompasset, 23. Februar 2011. Am selben Haus trat sie auch als Serpetta in Mozarts Frühwerk La finta giardiniera auf.Caroline Wettergreen. Sopran, solistene.no (abgerufen am 22. Juli 2023).
Im Anschluss an ihr Studium arbeitete Wettergreen zunächst als freie Sängerin an verschiedenen Orten in Norwegen. Eine zukünftige Paraderolle – die Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte – verkörperte sie erstmals 2014 an der Ringsakeroperaen in Brumunddal. Ein Jahr darauf sang sie die Partie der Papagena aus derselben Oper in Kristiansund.
Internationale Karriere Ihr internationaler Durchbruch gelang ihr 2016, als sie an der Komischen Oper Berlin als La Fée in Jules Massenets Märchenoper Cendrillon mit „präzisen und mühelosen Koloraturen von bestechender Schönheit“Komische Oper Berlin: “Cendrillon”, gbopera.it, 16. Juli 2016. überzeugte. 2017 debütierte sie als Königin der Nacht am Royal Opera House in London. Weitere Theater und Ensembles buchten sie für dieselbe Rolle, so etwa die Glyndebourne Festival Opera, die Bayerische Staatsoper, die Pariser Oper, die Staatsoper Unter den Linden und die Canadian Opera Company in Toronto. Allmählich erarbeitete sie sich an der Norwegischen Oper und an namhaften europäischen Häusern ein breites Repertoire, das Rollen vom Spätbarock bis in die Neuzeit umfasst. Neben weiteren Mozart-Partien (Zerlina in Don Giovanni; Blonde in Die Entführung aus dem Serail) singt sie auch Partien aus italienischen Opern des 19. Jahrhunderts (Rossini, Donizetti, Verdi).Calendar, carolinwettergreen.com (abgerufen am 23. Juli 2023).
Caroline Wettergreens Engagement für die neue und zeitgenössische Musik manifestierte sich unter anderem 2019 in einem von der Presse gelobten Auftritt in der englischsprachigen Erstaufführung der Oper The Snow Queen von Hans Abrahamsen in München.Tauwetter der Seele, Die deutsche Bühne, 22. Dezember 2019. Ebenso an der Bayerischen Staatsoper „triumphierte“Wolkenkuckucksheim, Süddeutsche Zeitung, 1. November 2020. sie als Nachtigall in der ehemals als „entartet“ diffamierten Oper Die Vögel von Walter Braunfels. Das Opernmagazin urteilte: „Sie singt den so beliebten Vogel [Nachtigall] mit nahezu phantastischer Leichtigkeit, Koloratursicherheit und einem ausdrucksmäßigen Facettenreichtum, der für diese so schwere Rolle seinesgleichen sucht.“München/Staatsoper: Die Vögel (TV-stream) – Premiere am 31. Oktober 2020, Das Opernmagazin, 9. November 2020. 2023 gab sie im Rahmen der Münchner Opernfestspiele eine „phänomenale“„Dabei gewesen sein oder nicht dabei gewesen sein?“ Süddeutsche Zeitung, 27. Juni 2023. Ophelia in der Hamlet-Oper von Brett Dean.
Caroline Wettergreen tritt auch als Konzertsängerin auf. Ihr Repertoire hier reicht von der Nationalromantik (Edvard Grieg, Solveigs Lied) bis zur Moderne (Hans Abrahamsen, Two Inger Christensen songs).Kirill Petrenko und die Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters ließen das Publikum schmunzeln, Klassik begeistert, 8. August 2017.
Auf Opernbühnen arbeitete sie unter anderem mit den Regisseuren Robert Carsen, Frank Castorf, Andreas Kriegenburg, Calixto Bieito, Robert Lepage, Mariame Clément und Damiano Michieletto zusammen, daneben mit den Dirigenten Kirill Petrenko, Ingo Metzmacher, Julia Jones, Paolo Carignani, David McVicar, Wladimir Jurowski, Leo Hussain, Giedrė Šlekytė, Keri-Lynn Wilson, Antonello Manacorda, Patrick Lange, Dalia Stasevska und Henrik Nánási.
Auszeichnungen 2018: Equinor-Stipendium für klassische MusikEquinor-stipend til Caroline Wettergreen, ballade.no, 21. November 2018.
Repertoire (Auswahl) Hans Abrahamsen: The Snow Queen, Prinzessin Thomas Adès: The Exterminating Angel, Leticia Thomas Adès: The Tempest, Ariel Walter Braunfels: Die Vögel, Nachtigall Brett Dean: Hamlet, Ophelia Gaetano Donizetti: Lucia di Lammermoor, Lucia Engelbert Humperdinck: Hänsel und Gretel, Gretel Jules Massenet: Cendrillon, La Fée Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni, Zerlina Wolfgang Amadeus Mozart: Die Entführung aus dem Serail, Blonde Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte, Königin der Nacht Jacques Offenbach: Hoffmanns Erzählungen, Olympia Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia, Berta Giuseppe Scarlatti: Dove è amore è gelosia, Vespetta Richard Strauss: Ariadne auf Naxos, Zerbinetta Giuseppe Verdi: Rigoletto, Gilda Giuseppe Verdi: Un ballo in maschera, Oscar
Weblinks Offizielle Website von Caroline Wettergreen (englisch/norwegisch) Hilde Holbæk-Hanssen: Caroline Wettergreen. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 23. Juli 2023. Caroline Wettergreen auf den Seiten von TACT Artists Management Caroline Wettergreen auf den Seiten der Bayerischen Staatsoper
Einzelnachweise
Kategorie:Opernsänger Kategorie:Koloratursopran Kategorie:Sopran Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1986 Kategorie:Frau