Das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium ist ein sprachlich orientiertes Gymnasium in der Franz-Jacob-Straße 8 im Berliner Ortsteil Fennpfuhl des Bezirks Lichtenberg.
Schulgebäude und Schulgeschichte Das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium steht am Rande eines typischen DDR-Neubauviertels zwischen dem Anton-Saefkow-Platz und dem S-Bahnhof Storkower Straße. Dementsprechend ist auch das Schulgebäude ein DDR-Typenbau, der in den Jahren 2014–2018 aufwändig saniert wurde, zuletzt im Jahr 2020 die Turnhalle. Im Zuge der Sanierung wurde auch der Schulhof umgestaltet, so dass ein Teil des Hofes auch als Sportfläche mit 100-Meter-Laufbahnen und Basketballfeld genutzt werden kann.
Das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium ist aus der 1975 im damaligen Stadtbezirk Lichtenberg gegründeten Spezialschule für Fremdsprachen „Johann Gottfried Herder“ hervorgegangen.Multikulturelle Erziehung am Herder-Gymnasium. In: Berliner Zeitung, 16. Mai 1991, S. 12; online. Sie war mit ihrem besonderen Sprachenprofil einzigartig in der DDR. Ab der 3. Klasse wurden die Schüler als erste Fremdsprache in Englisch oder Französisch unterrichtet, mit dem Ziel, neben dem Abitur auch den Sprachkundigenabschluss zu erreichen. Russisch wurde ab der 5. Klasse verstärkt unterrichtet.Anke Huschner: Fremdsprachliche Spezialklassen als Strukturmerkmal des DDR-Schulsystems (1967/68 bis 1989/90). In: Heinz-Elmar Tenorth (Hrsg.) Kindheit, Jugend und Bildungsarbeit im Wandel. Ergebnisse der Transformationsforschung. Weinheim u. a.: Beltz 1997, S. 203–225. (Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft; 37), S. 2007. online
Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Zusammenwachsen beider Stadthälften erfolgte 2007 eine Schulfusion mit dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Gymnasium und es entstand das heutige Gymnasium. Es weist noch immer eine Sprachenorientierung auf, vom Fusionspartner hat es dagegen das Schulgebäude und die ökologische Ausrichtung übernommen.
Besonderheiten und Schulprofil In der Sekundarstufe I ist das Gymnasium vierzügig, wobei zwei Klassen als grundständiger Zweig bereits in der 5. Klasse begonnen werden. Diese grundständigen Klassen bereiten mit verstärktem Englischunterricht auf das bilinguale Profil vor. Ab der Jahrgangsstufe 8 wird Geografie, ab Jahrgangsstufe 9 zusätzlich Geschichte in englischer Sprache unterrichtet. In der gymnasialen Oberstufe kommt Politische Wissenschaft als Unterrichtsfach auf Englisch hinzu. Schüler haben die Möglichkeit, im Rahmen des Abiturs das Exzellenzlabel CertiLingua zu erwerben.
Gemäß dem Sprachenprofil werden an der Schule neben der ersten Fremdsprache Englisch diverse weitere Sprachen angeboten, die je nach Zugehörigkeit zum grundständigen Zug oder zum neusprachlichen Zug in unterschiedlichen Konstellationen wählbar sind: Französisch als zweite Fremdsprache ab Klasse 5 Spanisch als zweite Fremdsprache ab Klasse 5 Spanisch als zweite oder dritte Fremdsprache ab Klasse 7 Russisch als zweite oder dritte Fremdsprache ab Klasse 7 Latein als dritte oder vierte Fremdsprache ab Klasse 9
mini|US-Botschafter Emerson beim Town Hall Meeting am 10. März 2015
Im Rahmen des Sprachenprofils finden in mehreren Jahrgangsstufen Schüleraustausche und Sprachreisen statt. Am Rande des Austauschs mit Texas besuchte 2015 John B. Emerson, der damalige Botschafter der USA in Deutschland, die Schule für ein Town Hall Meeting.
Ergänzend zum Sprachenprofil engagiert sich das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in der kulturellen Bildung, ist seit 2016 Teil des Kulturagenten-Programms für kreative Schulen. Regelmäßig finden Konzerte, Ausstellungen oder Theaterprojekte statt. Im Bereich der politischen Bildung sind die Arbeitsgemeinschaften Model United Nations in englischer Sprache, Jugend debattiert oder Herders Rebellion zu erwähnen.
mini|Straßenansicht der Schule
Die seit 2019 herausgegebene Herderzeitung berichtet mehrfach im Jahr über das Schulgeschehen, geht dabei nicht nur analoge Wege, sondern nutzt auch die sozialen Medien, wofür sie vielfach ausgezeichnet wurde. Redaktionell mitarbeiten können interessierte Schüler aus allen Klassenstufen.Herderzeitung, abgerufen am 23. Januar 2026.
Im Schuljahr 2025/26 hatte die Schule 1012 Schüler. Von ihnen haben 53,7 % eine nichtdeutsche Her-kunftssprache.
Preise und Auszeichnungen (Auswahl) Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage 2019: Auszeichnung als Faire Schule, verliehen durch das EPIZ Berlin 2020: Sonderpreis Ideen. Umsetzen des BDZV für die Herderzeitung 2022: Deutscher Lehrkräftepreis für Tatjana Inkin
Direktoren (Auswahl) ca. 2000 – Sommer 2014: Jürgen Thies 2014–2026: Martin WagnerMartin Wagner auf schilf-akademie.de. Abgerufen am 23. Januar 2026. seit 2026: Susanne Staschen-Dielmann
Ehemalige Schüler Mari Weiß (* 1984), Juristin und Politikerin (Die Linke) Florian Streso (* 1985), Radiojournalist und Musiker Christoph Sydow (1985–2020), Spiegel-Journalist Katharina Schlothauer (* 1985), Schauspielerin
Weblinks
Website des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums Beitrag zu Herders Rebellion aus dem Projekt Energiesparmeister 2016
Einzelnachweise
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