Regelmäßig treten Waldbrände in Griechenland begünstigt durch das mediterrane Klima, brennbare Vegetation und menschliche Aktivitäten auf.

Ursachen Nur etwa die Hälfte aller Waldbrände in Griechenland haben eine nachgewiesene Brandursache. Die meisten dieser Brände wurden durch das Abbrennen landwirtschaftlicher Flächen und Wiesen zur Rodung unerwünschter Vegetation (33 %) verursacht. Weitere häufige Brandursachen sind Brandstiftung (23 %), Fahrlässigkeit (12 %) und Blitze (8 %). Auch auf Deponien entzündete Brände (6 %) spielen eine Rolle. Der Großteil aller Waldbrände (62 %) bricht zwischen Juli und September aus. Diese machen auch 85 % der gesamten verbrannten Fläche aus. Der „Weltklimarat“ IPCC prognostizierte in seinem 2022 erschienenen Sechsten Sachstandsbericht, dass durch Hitze verursachte Feuerwetterlagen in Südeuropa um 14 % zunehmen werden, wenn sich der Planet um 2,5 °C erwärmt (RCP4.5). Für das zukünftige Waldbrandrisiko spielen jedoch auch beispielsweise gesellschaftliche Faktoren eine Rolle.

Geschichte mini|Zerstörung durch Waldbrände in Attika 2018 mini|alt=Satellitenbild des Ägäischen Meeres, das großteils von einer Rauchwolke Richtung Südwesten durchzogen wird, die von einer Insel im Osten ausgeht|Moderate-resolution Imaging Spectroradiometer-Satellitenbild einer von Waldbränden auf Chios ausgehenden Rauchwolke (25. Juni 2025)

In den Jahren 1982 bis 1998 brannten in Griechenland rund 8,75 Millionen Hektar Waldfläche ab, wovon 1,03 Millionen Hektar wieder aufgeforstet wurden. Nach verbrannter Landfläche am verheerendsten war mit über 270.000 Hektar die Waldbrandsaison 2007, davon lagen mit 31.356 ha etwa 11,6 % in Natura-2000-Schutzgebieten. Der tödlichste Waldbrand der Landesgeschichte ereignete sich bei den Waldbränden 2018 in Attika mit über 100 Todesopfern in Mati.

Jahresstatistik Die folgenden Zahlenwerte beruhen auf Angaben des europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS (). Berücksichtigt sind alle Waldbrände ab einer Fläche von etwa 30 Hektar. Zu den in EFFIS kartierten Bränden können auch Brände gehören, die absichtlich zum Zwecke der Vegetationskontrolle gelegt wurden (siehe Brandrodung). Der Jahresdurchschnittswert für 2006–2024 liegt bei 50.318 ha mit Höchstwerten in den Jahren 2007 (271.715 ha), 2021 (130.744 ha) und 2023 (174.773 ha). Die durchschnittlich pro Jahr verbrannte Fläche entspricht etwa 0,38 % der gesamten Landesfläche Griechenlands. Höher fällt der Anteil innerhalb der Europäischen Union lediglich in Portugal mit 1,05 % der Landesfläche aus.

+ Waldbrandstatistik nach EFFIS Jahr VerbrannteFläche [ha] AnzahlWaldbrände 2006 16.294 22 2007 271.715 139 2008 24.988 46 2009 42.807 46 2010 6.472 21 2011 35.713 80 2012 52.487 83 2013 19.762 32 2014 14.815 31 2015 11.613 27 2016 31.707 52 2017 20.041 57 2018 12.037 33 2019 10.736 53 2020 14.915 88 2021 130.744 85 2022 22.480 66 2023 174.773 56 2024 41.948 86 2025 47.819 69 2026(Stand 2. August) 21.116 29

Weblinks

Einzelnachweise Bednar-Friedl, B., R. Biesbroek, D.N. Schmidt, P. Alexander, K.Y. Børsheim, J. Carnicer, E. Georgopoulou, M. Haasnoot, G. Le Cozannet, P. Lionello, O. Lipka, C. Möllmann, V. Muccione, T. Mustonen, D. Piepenburg, and L. Whitmarsh, 2022: Europe. In: Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. Contribution of Working Group II to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [H.-O. Pörtner, D.C. Roberts, M. Tignor, E.S. Poloczanska, K. Mintenbeck, A. Alegría, M. Craig, S. Langsdorf, S. Löschke, V. Möller, A. Okem, B. Rama (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, UK and New York, NY, USA, S. 1836, doi:10.1017/9781009325844.015.

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