Maria Heilmann, Geburtsname Maria Schulte (geboren 8. November 1887 in Meppen; gestorben 12. März 1969 in Melle) war eine Lehrerin, Heimatforscherin, Historikerin und Kunsthistorikerin.o. V.: Heilmann, Maria in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 7. Juli 2017, zuletzt abgerufen am 12. Juli 2023
Leben Zur Zeit des deutschen Kaiserreichs besuchte Heilmann ab 1904 das Lehrerinnenseminar in Hannover, das sie 1907 abschloss. Anschließend arbeitete sie als Lehrerin.Uwe Plaß: Melles einzige Ehrenbürgerin: Warum Maria Heilmann eine sehr ungewöhnliche Frau war, NOZ, Redaktion Meller Kreisblatt, 26. März 2021, abgerufen am 15. Juli 2023.
1914 heiratete sie den in Melle tätigen Mediziner Ludwig Heilmann (1848–1926). Das Ehepaar hatte eine Tochter. Nach dem Tod ihres Ehemannes studierte sie Mittlere und Neuere Geschichte sowie Deutsche Philologie und Kunstgeschichte an der Universität Münster, an der sie 1938 mit ihrer Dissertation zur Geschichte der St. Matthäus-Pfarre zu Melle promovierte.Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Als Doktorin beschäftigte sie sich mit Genealogie und Archivpflege. Sie war Ansprechpartnerin für Menschen, die während der NS-Zeit Angaben über Vorfahren für den Ahnenpass benötigten. Maria Heilmann beantragte am 17. Juli 1937 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.279.127).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/14260645 Dennoch war Maria Heilmann als bekennende Katholikin bekannt und eine der wenigen Personen, die öffentlich zum verfolgten jüdisch-stämmigen Amtsgerichtsrat Georg Bodenheim Kontakt hielten. Sie musste sich einem Entnazifizierungsverfahren stellen, in dem sie in die Kategorie „Unterstützer“ eingestuft wurde.https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v3920101
Sie forschte und publizierte vor allem zur Geschichte und Kultur des Amtes Grönenberg, der Burg Grönenberg sowie der Stadt und des Kreises Melle und dessen einzelnen Ortsteilen. Sie gab die Reihe Grönenberger Heimathefte heraus und wurde nach der Neugründung 1946 bis zu ihrem Lebensende Vorsitzende des Heimatvereins Melle. Für die Eröffnung des Grönegaumuseum hatte sie sich engagiert und dessen Sammlungen ausgebaut.
Ehrungen 1957 Verleihung des Bundesverdienstkreuz. 1962 Trägerin des Niedersächsischen Verdienstordens 1. Klasse. 1966 Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Melle. 1968 Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Melle. Nach der Historikerin wurde die Dr.-Maria-Heilmann-Straße benannt.
Schriften (Auswahl) Die Geschichte der St. Matthäus-Pfarre zu Melle. Dargestellt nach Urkunden und Regesten (= Meller Heimathefte, Heft 1), zugleich Dissertation 1938 an der Universität Münster, Melle: Knoth, 1937 Der große Brand von Melle 1720 (= Grönenberger Heimathefte, Heft 19), Reprint, Melle: Verein für Heimatkunde des Kreises Melle, M. Heilmann (Bearb.): Sagen des Grönegaus (= Grönenberger Heimathefte, Heft 1), Melle: Heimatverein des Kreises Melle, 1955 Ernst Bodmann et al. (Bearb.), Maria Heilmann: Wellingholzhausen. Aus der Geschichte des Kirchspiels und der Katholischen Pfarre, [Wellingholzhausen/Kreis Melle]: [August Riese], 1957 Nachrichten von alten Höfen. In: Festschrift zur 900-Jahr-Feier der Gemeinde Gerden. Gerden 1958, S. 27–39.
Literatur Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, S. 127 Ursula Machtemes-Titgemeyer, Uwe Plaß: „De aule Rath.“ Leben und Wirken des Mediziners Dr. Ludwig Heilmann. Meller Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts (= Grönenberger Heimathefte, Heft 30), Melle: Heimatverein Melle e.V., 2016
Einzelnachweise
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