Lubiesz ( Lubsdorf, früher Lubsdorff) ist ein Dorf in der Gmina Tuczno im Powiat Wałecki der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage Das Kirchdorf liegt im Netzedistrikt im ehemaligen Westpreußen, etwa zwanzig Kilometer westsüdwestlich von Wałcz, 14 Kilometer südsüdöstlich von Mirosławiec und drei Kilometer südlich von Marcinkowice.

Geschichte Die Grenzregion des Netzedistrikts, in der das Dorf liegt, hatte ursprünglich zum Herzogtum Pommern gehört, war vorübergehend unter polnische Herrschaft gelangt und dann an die Markgrafen von Brandenburg gekommen. Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens kam die Region 1772 zu Preußen.

Ältere Ortsbezeichnungen sind Llubisdorp sowie lubisdorp (1337) und Lubstorp (17. Jh.), neupolnisch Lubowice.Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867, S. 240 (Google Books). Im Jahr 1337 hatte das Dorf 44 Hufen, davon besaßen vier der Pfarrer zehn Conrad von Lubsdorf für Kriegsdienste elf Rünkow für Kriegsdienste sechs der Dorfschulze für Kriegsdienste

Im Jahr 1736 war hier kein Vorwerk. Im Dorf wohnten der Dorfschulze Christian Welde, 13 Dienstbauern, drei Zinsbauern, ein Zinskrüger und ein Schmied. Außerdem wohnte hier noch ein Privilegierter, der vier Gärtner und zwei Kätner hatte. Alle Gebäude befanden sich in einem guten Zustand.

Um 1930 hatte die Gemeinde Lubsdorf eine 8,1 km² große Gemarkungsfläche, und auf dem Gemeindegebiet befanden sich zwei Wohnplätze, auf denen insgesamt 58 bewohnte Wohnhäuser standen: Lubsdorf Lubshof

Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Lubsdorf zum Landkreis Deutsch Krone im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Lubsdorf war dem Amtsbezirk Marzdorf zugeordnet.

Im Februar 1945 wurde Lubsdorf von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Region seitens der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit ganz Hinterpommern und der südlichen Hälfte Ostpreußens – militärische Sperrgebiete ausgenommen – der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es wanderten nun Polen zu. Lubsdorf wurde unter der polnischen Ortsbezeichnung „Lubiesz“ verwaltet. Die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration aus Lubsdorf vertrieben.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1783 – adliges Dorf nebst einer katholischen Kirche, 28 Feuerstellen (Haushaltungen), im Netzedistrikt, Kreis KroneJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Anhang (mit neu beginnender Seitenzählung): Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, Marienwerder 1789, S. 129 (Google Books). 1818 183 adliges DorfAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 136, Ziffer 3210 (Google Books). 1852 398 Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 366 (Google Books). 1864 425 davon 389 im Dorf (darunter 15 Evangelische und 375 Katholiken) und 36 im Gutsbezirk Lubshof (22 Evangelische, 14 Katholiken)Emil Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868. Ortschaft-Verzeichnis des Regierungsbezirks Marienwerder, S. 62–63, Ziffer 152–153 (Google Books). 1910 446 am 1. Dezember, davon sechs Evangelische und 440 KatholikenKöniglich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder, 3. Kreis Deutsch Krone, S. 14–15, Ziffer 52 (Google Books). 1925 431 darunter drei Protestanten und 428 KatholikenDie Gemeinde Lubsdorf im ehemaligen Kreis Deutsch Krone in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). 1933 403 1939 384

Kirche Die Protestanten der hier bis 1945 anwesenden Dorfbevölkerung gehörten zur evangelischen Pfarrei Tütz.Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 472 (Google Books).

Die Dorfkirche der Katholiken in Lubsdorf stammte noch aus dem 14. Jahrhundert.

Literatur Lubsdorf, Dorf, Kreis Deutsch Krone, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Lubsdorf (meyersgaz.org). Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867 (Google Books).

Weblinks

Die Gemeinde Lubsdorf im ehemaligen Kreis Deutsch Krone in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). Amtsbezirk Marzdorf (Territorial.de)

Einzelnachweise

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