Die Iowa war ein Einheitslinienschiff (englisch Pre-dreadnought), das Mitte der 1890er-Jahre für die United States Navy gebaut wurde. Das Schiff stellte eine deutliche Verbesserung gegenüber den vorherigen Schlachtschiffen der Indiana-Klasse dar, da es viele Konstruktionsmängel dieser Schiffe korrigierte. Nach ihrer Indienststellung im Juni 1897 führte die Iowa Übungseinsätze im Atlantik durch, bevor sie Anfang 1898 in die Karibik verlegt wurde, als die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien zum Spanisch-Amerikanischen Krieg führten. Das Schiff nahm an der Bombardierung von San Juan, teil und beteiligte sich anschließend an der Blockade Kubas. In der Schlacht von Santiago de Cuba am 3. Juli trug die Iowa zur Zerstörung von drei der vier spanischen Kreuzer bei. Nach dem Krieg verbrachte die Iowa die nächsten Jahre mit Routinemanövern. Zwischen 1908 und 1910 wurde das Schiff modernisiert und diente anschließend als Ausbildungsschiff für Seekadetten der United States Naval Academy und für Mannschaften der Marinemiliz. 1913 außer Dienst gestellt wurde sie nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg im April 1917 reaktiviert und diente zunächst als Empfangsschiff, dann als Ausbildungsschiff und Wachschiff. 1919 wurde sie erneut außer Dienst gestellt, in Coast Battleship No. 4 umbenannt und zu einem funkgesteuerten Zielschiff umgebaut. Sie wurde 1921 bei Bombenexperimenten vor den Virginia Capes eingesetzt, bevor sie im März 1923 im Rahmen des Marinemanövers Fleet Problem I vor der Küste Panamas von der Mississippi versenkt wurde.

Konstruktion In den frühen 1880er-Jahren begann die US-Marine, sich mit der Frage der Küstenverteidigung zu befassen. Die Vereinigten Staaten waren zu dieser Zeit stark isolationistisch eingestellt, und die Marinestrategie basierte traditionell auf Handelskriegen. Nach dem Bau der gepanzerten Interimsschiffe USS Texas und Maine beantragte die Marine 1887 Mittel für weitere Schiffe, und ein Schiff wurde für das folgende Jahr genehmigt. Widersprüchliche Vorstellungen über das zu errichtende Schiff verzögerten den Bau und veranlassten den Marineminister Benjamin F. Tracy, im Januar 1890 einen Ausschuss einzuberufen. Tracy wollte im Gegensatz zum Kongress und wichtigen Teilen der Marine hochseetaugliche Schlachtschiffe bauen, die die US-amerikanische Interessen auch in Übersee durchsetzen konnten. Der Ausschuss kam zu dem Schluss, dass die Entfernung zwischen Europa und Nordamerika Angriffe europäischer Mächte erschweren würde, dass aber die Stärke der britischen Royal Navy und die Möglichkeit künftiger politischer Entwicklungen den Bau einer starken US-amerikanischen Schlachtflotte rechtfertigten.Friedman: U.S. Battleships. Naval Institute Press, Annapolis 1985, S. 17., S. 20ff., S. 23ff.

Der ursprüngliche Entwurf sah eine Reduktion der Panzerung zur Vergrößerung der Reichweite vor, aber das Bureau of Construction and Repair, das für die Konstruktion des Schiffes verantwortlich war, beschloss, die Geschützbewaffnung im Vergleich zu den Schiffen der Indiana-Klasse zu reduzieren, um Platz für eine größere Treibstofflagerung zu schaffen. Die 330-mm-Geschütze sollten durch 305-mm-Geschütze und einige der 200-mm-Geschütze durch 100-mm-Schnellfeuerkanonen ersetzt werden. Durch die Verwendung der Harvey-Panzerung, die wesentlich wirksamer als Verbundpanzerung war, sollte ebenfalls Gewicht eingespart werden. Dadurch konnte ein dünnerer Gürtel verwendet werden, um das gleiche Schutzniveau zu erreichen. Die Absicht, das neue Schiff für Langstreckeneinsätze zu nutzen, erforderte neben der Vergrößerung des Kohlelagers weitere Änderungen. Da das Schiff zwangsläufig auf hoher See eingesetzt werden sollte, musste die Seetüchtigkeit verbessert werden. Dies erforderte einen größeren Freibord, so dass das Schiff ein erhöhtes Vorschiff erhielt, das vom Bug bis mittschiffs reichte. Der Rumpf wurde verlängert und die 200-mm-Geschütztürme mittschiffs wurden näher zusammengeführt, wodurch sich das Gewicht an den Enden des Schiffes verringerte.Friedman: U.S. Battleships, S. 29f.

Geschichte Die USS Iowa benannt nach dem 29. Staat der USASilverstone: Directory of the world's capital ships. Hippocrene Books, New York 1984, S. 456. wurde am 5. August 1893 von William Cramp and Sons in Philadelphia auf Kiel gelegt, am 28. März 1896 vom Stapel gelassen und am 16. Juni 1897 unter dem Kommando von William Thomas Sampson in Dienst gestellt. Die Iowa begann am 13. Juli ihre Testfahrt und lief am 16. Juli Newport, Rhode Island, und am 12. August Provincetown, Massachusetts an. Am 14. August lief sie nach Portland, Maine, aus, das sie zwei Tage später erreichte. Am 24. August fuhr die Iowa weiter nach Bar Harbor, Maine, wo sie den Rest des Monats verbrachte. Anschließend fuhr sie nach Virginia, wo sie vom 12. bis 16. September Hampton Roads, vom 16. bis 19. September Newport News, vom 16. bis 19. September erneut Hampton Roads und vom 27. September bis 4. Oktober Yorktown besuchte. Anschließend dampfte die Iowa zurück nach New England um vom 12. bis 14. Oktober Provincetown einen zweiten Besuch abzustatten und anschließend vom 15. bis 22. Oktober nach Boston zu fahren. Anschließend besuchte sie Tompkinsville, New York, und beendete das Jahr mit Reparaturarbeiten in der Brooklyn Marine Werft. Nach dem Abschluss der Arbeiten am 6. Januar 1898 kehrte die Iowa abermals nach Hampton Roads und Newport News zurück, bevor sie am 23. Januar Key West und am 24. Januar Dry-Tortugas anlief.

Spanisch-Amerikanischer Krieg

Nach dem Ausbruch des Krieges am 21. April, ausgelöst durch die Explosion der Maine am 15. Februar 1898 im Hafen von HavannaWillmott: The last century of sea power. Indiana University Press, Bloomington 2009, S. 37. wurde die Iowa als Teil des Nordatlantikgeschwaders abkommandiert, um die kubanische Küste von Havanna bis Cienfuegos zu blockieren. Nachdem Sampson darüber informiert worden war, dass ein spanisches Geschwader aus vier Panzerkreuzern und drei Torpedobooten unter dem Kommando von Konteradmiral Pascual Cervera y Topete den Atlantik überquert hatte, um das Blockadegeschwader anzugreifen, versammelte er am 4. Mai vor Havanna seine Schiffe, bestehend aus der New York, der Indiana, der Detroit, der Montgomery und der Iowa, um sie zu suchen. Sampson, der die Spanier vor Puerto Rico vermutete, erreichte am 12. Mai San Juan, musste aber feststellen, dass er sich geirrt hatte. Daher entschied er sich dazu, den Hafen zu beschießen, wobei er das Feuer auf die alte Küstenfestung Castillo San Felipe del Morro konzentrierte. Die Iowa wurde dabei leicht beschädigt und drei Seeleute wurden verwundet. In der Annahme, dass Cervera auf Havanna zusteuerte, nahm Sampson Kurs auf Kuba. Unterwegs erfuhr er jedoch, dass die Spanier in Saint Thomas in Dänisch-Westindien ankerten. Sampson beschloss stattdessen, mit seinen Schiffen nach Key West zurückzufahren, wo er am 18. Mai eintraf, während Cervera am folgenden Tag Santiago de Cuba erreichte. Sampson entsandte die Iowa zur Verstärkung des Fliegenden Geschwaders unter Kommodore Winfield Scott Schley, das die Blockade Kubas durchführte. Sie schloss sich dem Geschwader am 22. Mai vor Cienfuegos an. Das Fliegende Geschwader, das zu diesem Zeitpunkt aus der Iowa, der Texas, der Massachusetts, der New York, der Brooklyn, der Marblehead und mehreren Kanonenbooten, Hilfskreuzern und Hilfsschiffen bestand, verbrachte die nächste Woche damit, vor der Küste Kubas zu patrouillieren und nach Cerveras Geschwader zu suchen.

Am Morgen des 29. Mai sichten die Ausgucke an Bord der Marblehead auf der Reede vor Santiago de Cuba ein spanisches Schiff, das sich kurz darauf als die Cristóbal Colón herausstellte.Graham: Schley and Santiago. W. B. Conkey company, Chicago 1902, S. 149ff. Schley unternahm am Nachmittag des 31. Mai einen ersten Angriff. Um 13:50 Uhr kam die Cristóbal Colón in Sicht und die Iowa die Massachusetts und die New Orleans eröffneten aus einer Distanz von 7 bis 8 km das Feuer. Kurz darauf erwiderte die Cristóbal Colón das Feuer. Nach wenigen Minuten stellten die Amerikaner das Feuer ein und drehten nach Westen ab. Die Massachusetts eröffnete um 14:05 Uhr erneut das Feuer, eine Minute später folgte die New Orleans und um 14:08 Uhr die Iowa. Sowohl die Amerikaner als auch die Spanier verfehlten ihre Ziele und um 15:10 Uhr brach Schley den Angriff ab. Am 1. Juni erreichte Admiral Sampson Santiago de Cuba und übernahm das Kommando.Willmott: S. 45. Die Zufahrt nach Santiago de Cuba wurde von Küstenartillerie und Minen verteidigt, die verhinderten, dass die Schiffe von Sampson in den inneren Hafen eindringen konnten, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. Gleichzeitig war das amerikanische Geschwader zu stark, als dass die Spanier einen Ausbruchsversuch wagen konnten. Am 2. Juli gab Sampson den Befehl zum Angriff der Küstenbefestigungen. Um 7:41 Uhr eröffnete die Iowa zusammen mit der Oregon das Feuer auf die Befestigungen auf Punta Gorda. Um 10:05 UIhr mussten sich die Schiffe jedoch erfolglos zurückziehen.Graham: S. 216, S. 219.

Santiago de Cuba

Anfang Juli begannen die amerikanischen Truppen, sich den Hügeln außerhalb von Santiago de Cuba zu nähern und bedrohten die Küstenbatterien, die Cerveras Schiffe schützten. Dies veranlasste Generalkapitän Ramón Blanco y Erenas dazu, ihn zu einem Ausbruchsversuch aufzufordern. Cervera rechnete sich keine großen Erfolgsaussichten aus, da seine Schiffe zu diesem Zeitpunkt in schlechtem Zustand und die meisten seiner Schiffsbesatzungen schlecht ausgebildet waren. Dennoch befolgte er die Anweisung und schickte in der Nacht zum 2. Juli ein Kanonenboot aus, um heimlich einen Weg durch das Minenfeld zu schaffen. Um 08:45 Uhr am 3. Juli gab Cervera seiner Flotte, bestehend aus der Infanta Maria Teresa, der Cristóbal Colón, der Vizcaya und der Almirante Oquendo sowie den Zerstörern Plutón und Furor den Befehl, auszulaufen. Die Iowa befand sich in ihrer Blockadestation und fuhr mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 Knoten (9,3 km/h), als ihre Männer um 09:15 Uhr zur morgendlichen Inspektion aus ihren Quartieren gerufen wurden. Die Spanier konnten die Reede um 09:35 Uhr unbeobachtet verlassen. Gegen Ende der Inspektion an Bord der Iowa entdeckten Ausgucke an Bord der Brooklyn die sich nähernden Spanier und feuerten eines ihrer Geschütze ab, um die anderen amerikanischen Schiffe zu warnen.Die spanischen Küstenbatterien trugen in der ersten Phase der Schlacht ebenfalls zum Feuer bei, hatten aber wenig Wirkung. Die Iowa, die Brooklyn und die Texas eröffneten gegen 9:40 Uhr das Feuer aus einer Entfernung von etwa 5500 m. Die Iowa erhöhte die Geschwindigkeit, um auf die fliehenden Kreuzer aufzuschließen. Die Entfernung verringerte sich stetig, bis sie nur noch 2300 m von der Infanta Maria Theresia entfernt war. Die Iowa feuerte eine Breitseite auf den Kreuzer und wendete dann nach Backbord, um den Kurs der Vizcaya zu kreuzen, doch der spanische Kreuzer wendete, um das Manöver zu verhindern. Die Iowa feuerte dennoch eine Breitseite auf eine Entfernung von 1600 m ab, bevor sie nach Backbord und dann wieder nach Steuerbord drehte, um längsseits der Cristóbal Colón zu kommen. Die beiden Schiffe waren etwa 1300 m voneinander entfernt, als die Iowa das Feuer eröffnete.