mini|hochkant|Stadtmuseum im Herzogskasten Abensberg Das Stadtmuseum Abensberg ist ein stadtgeschichtliches Museum in Abensberg in Bayern. Es befindet sich seit 2006 im historischen Herzogskasten am Aventinusplatz.
Geschichte Die Geschichte des Museums geht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Pfarrer Peter Paul Dollinger und der Kaufmann Nikolaus Stark kauften eine Sammlung von Abensberger Urkunden und Manuskripten des Historikers Joseph Rudolph Schuegraf kurz vor dessen Tod im Jahr 1861. Sie publizierten heimatkundliche Schriften und eröffneten 1899 eine Ausstellung im Rathaussaal. Der Schriftsteller Franz Xaver Osterrieder gründete 1926 den Abensberger Heimatverein, stiftete ihm seine volks- und heimatkundliche Sammlung und ein Jahr später auch sein Haus in der Von-Hazzi-Straße als Heimathaus. Somit gab es zwei Sammlungen, die 1946 zusammengeführt und im Rathaus gezeigt wurden. 1961 verlegte man die Ausstellung in die Räume über dem Kreuzgang des ehemaligen Karmelitenklosters. Das nach dem in Abensberg geborenen Johannes Aventinus benannte Aventinus-Museum wurde am 21. September 1961 eröffnet. Es zeigte vor- und frühgeschichtliche Funde, Modelle von Alt-Abensberg, Gegenstände des bäuerlichen und bürgerlichen Lebens, Waffen, Handwerksrollen und Zunftzeichen sowie Urkunden, Karten und Bilder.
Im Jahr 2000 beschloss die Stadt Abensberg, das Museum und die Touristinformation in den spätgotischen Herzogskasten zu verlegen, der dazu von 2003 bis 2006 aufwendig saniert wurde. Gleichzeitig begann die Restaurierung des 2002 vom Heimatverein an die Stadt übereigneten Sammlungsbestandes. Unter wissenschaftlicher Leitung entstand ein neues Museumskonzept, das verschiedene Aspekte der Stadtgeschichte behandelt. Ein Architekturbüro und Mediengestalter übernahmen die Umsetzung. Am 7. Juli 2006 wurde das Stadtmuseum Abensberg eröffnet und im gleichen Jahr unter hauptamtliche Leitung gestellt.
Der für das museumspädagogische Programm konzipierte Stadtbaukasten, der die mittelalterliche Stadtentwicklung auf interaktive Weise vermitteln soll, wurde 2015 mit dem Förderpreis Vermittlung im Museum ausgezeichnet.
Ausstellung Im Untergeschoss werden neben einem Modell des Feuersteinbergwerks von Abensberg-Arnhofen originale Werkzeuge, Bohrer, Klingen und Pfeilspitzen aus Feuerstein gezeigt.
mini|hochkant=1.25|Das Tafelgemälde Graf Babo verabschiedet seinen ältesten Sohn Wenzel von Freudenberg gehört zu den 100 Heimatschätzen Bayerns Der Ausstellungsbereich Von der Burg zur Stadt führt durch die Stadtgeschichte von den Babonen über die Herrschaft der Abensberger und die bayerische Herrschaft bis ins 20. Jahrhundert. Neben Urkunden und Stadtansichten sind der Urkatasterplan und ein Modell der befestigten Stadt um 1819 zu sehen. Historische Waffen, Karten und Bilder erinnern an Not- und Kriegszeiten. Weitere Themen sind Schulen, Vereine und Zeitungen sowie einer der ältesten Jahrmärkte Bayerns: Der Gillamoos ist aus der Wallfahrt zu einer kleinen, dem Heiligen Ägidius geweihten Kirche im Abensberger Gemeindeteil Gilla entstanden.
Im zweiten Teil der Stadtgeschichte Leben und Arbeit steht das städtische Handwerk mit seinem Zunftwesen im Mittelpunkt. Eine interaktive Karte und zahlreiche Exponate veranschaulichen ortsansässige Handwerksberufe. Hopfen- und Spargelanbau werden ebenso erläutert wie die häusliche Arbeit, Hygiene und der Beginn der Industrialisierung in Abensberg.
Der Themenbereich Religiöses Leben in und um Abensberg befasst sich mit Kirchenbauten, sakraler Kunst, Volksfrömmigkeit und Wallfahrten sowie Krippenkunst von Sebastian Osterrieder. Die Ausstellung zeigt die Figurenherstellung und zwei Weihnachtskrippen, darunter die „Kaiserkrippe“, die vermutlich aus dem Besitz des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. stammt.
Im Museum werden berühmte, in Abensberg geborene Persönlichkeiten vorgestellt: Johann Turmair (1477–1534), genannt Aventinus, wurde bekannt als „Vater der bayerischen Geschichtsschreibung“. Er verfasste unter anderem die Bairische Chronik, die in der Ausstellung zu sehen ist. Joseph Ritter von Hazzi (1768–1845) war Jurist im Staatsdienst und Förderer der bayerischen Landwirtschaft.
Separate Bereiche des Gebäudes werden für Sonderausstellungen und Museumspädagogik genutzt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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