Dörschkehmen, 1938 bis 1945: Derschau (Ostpr.), , ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich acht Kilometer östlich von Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) an einem Weg, der bei der Ortsstelle des ehemaligen Dorfes Willuhnen von der Regionalstraße 27A-012 (ex R 509) nach Süden abzweigt.

Geschichte Dörschkehmen mini|Die Gemeinde Dörschkehmen auf zwei Messtischblättern von 1931 und 1937 Frühe Neuzeit und 19. Jahrhundert Die Domäne Dörschkehmen war eine Gründung unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. im Zeitraum von 1719 bis 1723 und entstand aus den Ländereien der wüsten Dörfer Lapenischken und Mehlschicken.Dörschkehmen auf ostpreussen.net Dabei übernahm der Ort 1723 gleich die Rolle eines Domänenamtes.Amt Dörschkehmen auf wiki.genealogy.net 1874 wurde der Gutsbezirk Dörschkehmen in den neu gebildeten Amtsbezirk Willuhnen im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Willuhnen

20. Jahrhundert 1928 wurde der Gutsbezirk Dörschkehmen mit der Landgemeinde Uszalxnen (siehe unten) zur neuen Landgemeinde Dörschkehmen zusammengeschlossen. 1938 wurde Dörschkehmen in Derschau (Ostpr.) umbenannt. Derschau war der Name eines Offiziers aus der Zeit von Friedrich Wilhelm I. 1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Einen russischen Namen erhielt er nicht mehr.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung, I. Die Provinz Preussen, Berlin 1874 118 1871 109 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 122 davon in Krug und Schmiede Dörschkehmen 15 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 77 1910 95 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 98 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 110 einschließlich Uszalxnen 1939 92

Uszalxnen (Kleinderschau) Neuzeit Um 1780 war Uszalxnen ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 173. 1874 kam auch die Landgemeinde Uszalxnen in den Amtsbezirk Willuhnen. 1928 ging die Landgemeinde Uszalxnen in der neu gebildeten Landgemeinde Dörschkehmen auf. Dort erhielt der Ortsteil 1936 die neue Schreibweise Uschalxnen und wurde 1938 in Kleinderschau umbenannt.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 48 1871 39 davon im Vorwerk 17 1885 43 davon im Vorwerk 15 1905 49 davon im Vorwerk 20 1910 26

Kirche Dörschkehmen/Derschau und Uszalxnen/Kleinderschau gehörten zum evangelischen Kirchspiel Willuhnen. Die Kirche in Willuhnen wurde im 18. Jahrhundert erbaut und diente als zentrale Pfarrkirche für die umliegenden Dörfer.

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk