mini|Hanna Kokko (2024) Hanna Maaria Kokko (* 26. September 1971 in Helsinki)Kokko, Hanna, auf uppslagsverket.fi ist eine finnische theoretische Biologin mit dem Schwerpunkt Evolutionsbiologie. In ihren Arbeiten verwendet Kokko mathematische Modelle und Simulationsprogramme, um Ideen zur Evolution und zur Ökologie zu präzisieren und zu testen.Hanna Kokko: Modelling for Field Biologists and Other Interesting People. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-83132-1. Nach Professuren in Helsinki, Canberra und Zürich wechselte Kokko 2023 an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie wurde dort einer der Gründungsdirektoren der neuen interdisziplinären Forschungseinrichtung Institut für quantitative und computergestützte Biowissenschaften (IQCB).Festive opening of the Institute for Quantitative and Computational Biosciences, auf bioengineer.orgPressemitteilung der Uni Mainz: IQCB feierlich eröffnet (23.01.2024)Homepage des IQCB Im Fachbereich Biologie leitet sie nun die Abteilung für theoretische Biologie am Institut für Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie (IOME).Institut IOME an der Uni Mainz, an dem sich Kokos Professur befindetHumboldt-Stiftung: Kokko leitet die Abteilung für theoretische Biologie am IOME Kokko wurde 2023 mit einer Humboldt-Professur ausgezeichnet, einem der höchstdotierten deutschen Forschungspreise.Hanna Kokko erhält Alexander von Humboldt-Professur, auf presse.uni-mainz.de
Laufbahn Hanna Kokko begann ihre universitäre Ausbildung mit einem BSc in einem sehr mathematisch und physikalisch ausgerichteten Ingenieursstudium an der Technischen Universität Helsinki. Ein Kurs für Simulation und Modellierung (Systemanalyse), in dem auch biologische Modelle behandelt wurden, faszinierte sie besonders und gab ihr eine neue Perspektive. Sie wechselte kurzfristig den Schwerpunkt und erwarb in einem einjährigen Kurs den MSc(tech.) in Biologie.MSc von Kokko ist genauer ein MSc (tech.) In ihrer Abschlussarbeit beschrieb sie mit einem mathematischen Modell die evolutionäre Dynamik einer Population von Robben.Evolutionary Ecology, Locally and Globally (23.12.2005)(abgerufen am 3.08.2024), auf science.orgHanna Kokko: Video Evolutionary Biology, Class 6, Minute 0-10. (Abgerufen am 3.08.2024)Homepage am Wissenschaftskolleg Berlin von 2014
1997 promovierte sie an der Universität Helsinki. Der Titel ihrer Dissertation lautete: Evolution of honest sexual displays.Titel der Dissertation in der biographischen Tabelle beim IQCB. Danach war sie als Postdoc unter anderem an den Universitäten von Cambridge, Glasgow und an der Universität Jyväskylä in Finnland. 2004 erhielt sie eine Professur an der Universität Helsinki mit einer eigenen Forschungsgruppe. 2010–2014 war sie Professor an der Australian National University in Canberra. Kokko war 2014 Short Term Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. 2014 wurde sie Professorin für Evolutionäre Ökologie an der Universität Zürich.
Im Jahr 2023 wechselte Kokko an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, gefördert durch eine Professur der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Das Fördergeld der Stiftung soll international bekannte theoretisch arbeitende Spitzenwissenschaftler an deutsche Universitäten holen und sie dort halten. Es soll zum Aufbau eines Forschungsteams sowie für die räumliche und technische Ausstattung verwendet werden.Hanna Kokko erhält Alexander von Humboldt-Professur, auf presse.uni-mainz.deIQCB: Biographische Tabelle mit allen Stationen der Laufbahn von Kokko Dazu Kokko selbst: "I arrived recently in Mainz as an Alexander von Humboldt professor. The grand idea is to build a ‘theory hub’ where all sorts of eco-evolutionary questions, from life history theory and ageing to dispersal and sexual conflict, will be asked and answered with early and more advanced career people interacting."Kokko's Beschreibung der Ziele und Aufgaben für ihr Team an der Uni Mainz (abgerufen am 4.08.2024)
Forschungsinteressen und Bedeutung Kokkos Interessen umfassen die Evolution – die Anpassung innerhalb bestimmter Tiere und Arten – und die Ökologie – das Studium von Populationen im Kontext. Kokko selbst beschreibt ihre Forschungsinteressen wie folgt: „Ich bin eine theoretische Evolutionsökologin mit einem breiten Interessens-Spektrum auf diesem Gebiet: Beispiele sind die Theorie der Life-history-Theorie, die Evolution des Alterns, die Vielfalt der sexuellen Fortpflanzung und Fragen der Koexistenz sowohl innerhalb als auch zwischen den Arten (von Polymorphismen bis hin zu Interaktionen zwischen Arten).“Eintrag zu Hanna Kokko bei der Uni Mainz. In einer Pressemitteilung der JGU Mainz wird Kokkos Arbeit folgendermaßen beschrieben und gewürdigt: „Ziel der Forschungen von Hanna Kokko ist es, das Zusammenwirken von evolutionären und ökologischen Prozessen besser zu verstehen. Dabei arbeitet Kokko am Übergang von Theorie und Empirie und wendet Modellrechnungen auf die Logik der Evolution an. Ihre bahnbrechenden Beiträge zu zentralen Fragen der Evolutionsbiologie, etwa zur Evolution von sexueller Fortpflanzung, haben ihr Feld maßgeblich und nachhaltig geprägt.“JGU erhält Bewilligung für Humboldt-Professur in der Biologie, auf presse.uni-mainz.de
Google Scholar zählt für den Zeitraum 2001–2024 eine Anzahl von 331 wissenschaftlichen Artikeln, an denen Kokko als Autorin beteiligt war, mit insgesamt 27530 Zitierungen in den Artikeln anderer Autoren.
Mitgliedschaften 2025: Aufnahme als Mitglied der Sektion Organismische und Evolutionäre Biologie in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina 2023: Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW).Hanna Kokko: Mitglied der BBAW seit 2023 2007: Lebenslanges Mitglied der Finnischen Akademie der WissenschaftenMember of the Finnish Academy of Science and Letters (2007)
Auszeichnungen und Preise
2024: 50 Scientists that Inspire durch Zeitschrift Cell Press50 Scientists that Inspire mit Interview vom 12.08.2024. (Abgerufen am 5. Oktober 2024). 2020: International Honorary Member of the American Academy of Arts and Sciences.Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 2014: Fellow of the Australian Academy of ScienceFellow of the Australian Academy of Science(26.03.2014) (abgerufen am 7.08.2024) 2010: Australian Laureate Fellowship des Australian Research Council.Australian Laureate Fellowship (abgerufen am 15.08.2024) 2010: Per Brinck Oikos Award der Zeitschrift OikosThe Peer Brink Oikos Award 2010 für Hanna Kokko (abgerufen am 15.08.2024)Humboldt-Stiftung: Beleg für den Per Brink Award im Abschnitt "Zur Person" 2010: Founders Prize of the British Ecological SocietyFounders Prize of the British Ecological Society 2010 (abgerufen am 15.08.2024) 2009: Finnish State Award for Public Information für Kokkos Buch Kutistuva turska (Shrinking Cod). 2009: Finnish State Award for outstanding cultural achievements (30,000 euros each) for Kokko (abgerufen am 15.08.2024)
Veröffentlichungen (Auswahl) Modelling for Field Biologists and Other Interesting People. Cambridge University Press 2007, ISBN 978-0-521-83132-1. (Online-Version bei Google Books) mit C. de Vries, M. Galipaud: Extrinsic mortality and senescence: a guide for the perplexed. In: Peer Community J, 2023, 3:e29 Link mit T. G. Aubier, M. Galipaud, E. Y. Erten: Transmissible cancers and the evolution of sex under the Red Queen hypothesis. In: PLoS Biol, 2020, 18:e3000916.Link mit M. Galipaud: Adaptation and plasticity in life-history theory: how to derive predictions. In: Evol Hum Behav, 2020, 41:493-501 Link How Wise is Mother Nature ? Maximization, Optimization and Short-Sighted Resource Use in Biological Evolution. In: Hilke Brockmann, Jan Delhey (Eds.): Human Happiness and the Pursuit of Maximization: Is More Always Better? Springer Science, Heidelberg 2013. S. 70–80, ISBN 978-94-007-6608-2. Online-Version bei Google Books (abgerufen am 4.08.2024) mit Katja Heubel: On Depending on Fish for a Living, and other Difficulties of Living Sustainably. In: Kim Sterelny, Richard Joyce, Brat Calcott, Ben Fraser (eds.): Cooperation and Its Evolution. Bradford Book, Cambridge Massachusetts 2013, ISBN 978-0-262-01853-1, S. 75–89.
Vorträge und Vorlesungen Online Hanna Kokko - Life history theory: sometimes intuitive, sometimes not. Theoretical Ecology Seminar from the IITE (https://iite.info) (14.11.2023, 46 Minuten, abgerufen am 1.08.2024) Hanna Kokko: Males exist. Does it matter? (Third biennial conference of the Norwegian Ecological Society, 12.01.2017, 44 Minuten, abgerufen am 1.08.2024).
Literatur
Hanna Kokko: Clouds, In: Wissenschaftskolleg zu Berlin: Jahrbuch 2013/2014, Buchdruckerei Heenemann, Berlin 2015, ISBN 978-3-934045-20-0, S. 113–116.
Weblinks
Hanna Kokko bei Google-Scholar (Anzahl der Veröffentlichungen, Zitationen, Koautoren). Mitgliedseintrag von Hanna Kokko bei der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Kokkonuts: Kokkos Webseite mit Informationen zu ihrem Team sowie aktuellen Informationen Kokkos Homepage an der JGU Mainz Nominierung von Kokko für Humboldt-Professur und Gründungsdirektorin eines Instituts für quantitative und computergestützte Biowissenschaften an der Uni Mainz GenEvo: Research Training Group „Gene Regulation in Evolution“ Mainz with Hanna Kokko Hanna Kokko at Center for Healthy Aging Mainz Interview mit Hanna Kokko 2019 Interview mit Hanna Kokko 2008 in Current Biology, Vol. 18, No. 17, abgerufen am (4.8.2024) Artikel über Kokko auf Science.org 2005 Grant of Finnish Cultural Foundation for Kokko 2015 Alexander von Humboldt-Stiftung: Humboldt-Professur für Hanna Kokko (abgerufen am 16.08.2024) Hanna Kokko ist Humboldt-Professorin (YouTube-Video der Alexander von Humboldt-Stiftung) (24.04.2023) Hanna Kokko: Cutting-edge Research in Biology at JGU – Professor Hanna Kokko. Video bei YouTube (6.03.2024) (abgerufen am 1. August 2024) Steinar Brandslet: How do species adapt to their surroundings? In: Norwegian SciTech News. (28.03.2019). (Abgerufen am 24.09.2024)
Quellen
Kategorie:Evolutionsbiologe Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Person (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) Kategorie:Finne Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau