Miłogoszcz ( Mehlgast, früher Melgast) ist ein Dorf in der Gmina Tuczno im Powiat Wałecki der polnischen Woiwodschaft Westpommern.
Geographische Lage Das Dorf liegt im Netzedistrikt des ehemaligen Westpreußen, etwa 23 Kilometer südwestlich von Wałcz, zehn Kilometer nordnordöstlich von Człopa und sechs Kilometer südöstlich von Tuczno.
Geschichte Die Grenzregion des Netzedistrikts, in der das Dorf liegt, hatte ursprünglich zum Herzogtum Pommern gehört, war vorübergehend unter polnische Herrschaft gelangt und dann an die Markgrafen von Brandenburg gekommen. Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens kam das Dorf 1772 zusammen mit dem Landkreis Deutsch Krone an Preußen.
Das Dorf gehörte früher zur Herrschaft Tütz. Ältere Ortsbezeichnungen sind Millegosch (1337) und Mielogoszcz (1736), neupolnisch Mieligośċ. 1337 lag das Dorf mit seinen 64 Hufen wüst.Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867, S. 238–239 (Google Books). 1783 hatte es der Starost von Mośzczenski in Besitz.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Marienwerder 1789, S. 119, Ziffer 7.) (Google Books). Im Rahmen eines Tauschvertrags gab die Herrschaft Tütz 1865 26 Morgen des zum Gut Mehlgast gehörigen Grundes an das Gut Mellentin ab.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Marienwerder, Nr. 9, vom 3. März 1969. S. 30, linke Spalte, Ziffer 2) (Google Books).
Die Gemeinde Mehlgast hatte um 1930 eine 7,4 km² große Gemarkungsfläche, und auf dem Gemeindegebiet befanden sich zwei Wohnplätze, auf denen insgesamt 35 bewohnte Wohnhäuser standen: Mehlgast Werder
Im Jahr 1945 gehörte Mehlgast zum Landkreis Deutsch Krone im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Mehlgast war dem Amtsbezirk Schloss Tütz zugeordnet.
Im Februar 1945 wurde Mehlgast von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Region seitens der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit ganz Hinterpommern und der südlichen Hälfte Ostpreußens – militärische Sperrgebiete ausgenommen – der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es wanderten nun Polen zu. Mehlgast wurde unter der polnischen Ortsbezeichnung „Miłogoszcz“ verwaltet. Die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration aus Mehlgast vertrieben.
Demographie
+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1783 – adliges Dorf und Vorwerk nebst einer katholischen Kirche, zwölf Feuerstellen (Haushaltungen), im Netzedistrikt, Kreis KroneJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Anhang (mit neu beginnender Seitenzählung): Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, Marienwerder 1789, S. 140 (Google Books). 1818 89 adliges DorfAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 185, Ziffer 1228 (Google Books). 1864 255 davon 43 Evangelische und 212 KatholikenE. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868. Ortschaft-Verzeichnis des Regierungsbezirks Marienwerder, S. 62–63, Ziffer 170 (Google Books). 1910 366 am 1. Dezember, darunter 222 in der Landgemeinde (zehn Evangelische und 212 Katholiken) und 144 im Gutsbezirk (25 Evangelische und 119 Katholiken; drei Personen mit polnischer Muttersprache)Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder, 3. Kreis Deutsch Krone, S. 14–15, Ziffer 57 (Google Books), und S. 16–17, Ziffer 126 (Google Books). 1925 346 darunter 48 Evangelische und 297 KatholikenDie Gemeinde Mehlgast im ehemaligen Kreis Deutsch Krone in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). 1933 367 1939 366
Kirche Im Jahr 1641 stand hier eine aus Holz gebaute Kirche, die eine Filiale von Tütz war.
Die Protestanten der bis 1945 anwesenden Dorfbevölkerung gehörten zum evangelischen Kirchspiel Tütz.Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 472 (Google Books).
Literatur Mehlgast, Dorf und Gut, Kreis Deutsch Krone, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Mehlgast (meyersgaz.org). Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Geschichte des Deutsch Croner Kreises. Lambeck, Thorn 1867, S. 238–239 (Google Books). Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 472 (Google Books).
Weblinks Die Gemeinde Mehlgast im ehemaligen Kreis Deutsch Krone in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). Amtsbezirk Schloss Tütz (Territorial.de)
Einzelnachweise
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