mini|rechts|Wappen des Kreises Gütersloh Der Fußball im Kreis Gütersloh wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts gespielt. Mehrere Vereine vertraten den Kreis in der Region Ostwestfalen-Lippe im Profifußball. Die DJK Gütersloh und der „historische“ FC Gütersloh spielten von 1974 bis 1976 bzw. von 1996 bis 1999 in der 2. Bundesliga. Der SC Verl tritt seit 2020 in der 3. Liga an. In der viertklassigen Regionalliga West sind der SC Wiedenbrück und der „neue“ FC Gütersloh vertreten. Auch im Frauenfußball konnte der Kreis Erfolge erzielen. Der FSV Gütersloh 2009 spielte in der Saison 2012/13 in der Frauen-Bundesliga sowie von 2009 bis 2012 und seit 2013 in der 2. Frauen-Bundesliga.
Begriffsklärung mini|Kreis Gütersloh Dieser Artikel schildert die Situation des Fußballs im politischen Kreis Gütersloh. Dieser entstand am 1. Januar 1973 durch den Zusammenschluss der Altkreise Wiedenbrück und Halle (Westfalen). Dazu kam die neu gebildete Stadt Harsewinkel aus dem alten Kreis Warendorf, die Gemeinde Stukenbrock aus dem Kreis Paderborn sowie die Gemeinden Schloß Holte bzw. Benteler aus den aufgelösten Kreisen Bielefeld und Beckum.
Der politische Kreis Gütersloh gliedert sich in die Städte und Gemeinden Borgholzhausen, Gütersloh, Halle (Westf.), Harsewinkel, Herzebrock-Clarholz, Langenberg, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock, Steinhagen, Verl, Versmold und Werther (Westf.). Allerdings ist der politische Kreis nicht deckungsgleich mit dem fußballerischen Kreis Gütersloh.
Zahlreiche Vereine aus dem Kreisgebiet sind in anderen Fußballkreisen aktiv. So gehören die Vereine aus dem Altkreis Halle dem Fußballkreis Bielefeld an. Die Vereine aus Stukenbrock spielen weiterhin im Fußballkreis Paderborn. Der FC Greffen aus Harsewinkel tritt im Fußballkreis Münster/Warendorf an. Bis zu seiner Auflösung durch eine Fusion spielte der SV Benteler im Fußballkreis Beckum. Der Nachfolger SV Grün-Weiß Langenberg-Benteler spielt im Fußballkreis Gütersloh.
Geschichte Frühe Jahre bis Zweiter Weltkrieg mini|Das Evangelisch Stiftisches Gymnasium Am 28. Mai 1878 gründeten Schüler des Evangelisch Stiftschen Gymnasium den Gymnasial-Spielverein Gütersloh. Dieser übte allerdings das so genannte „Deutsche Fußballspiel“ aus, welches eine Mischung aus Fußball und Rugby war. Der Ball durfte mit den Händen geworfen werden und Tore wurden erzielt, wenn der Ball über die Querlatte flog. Erst ab 1907 schwenkte der Verein auf den heutigen Fußball um, als ein Wettspiel mit einer Schülermannschaft aus Bad Oeynhausen vereinbart wurde. Der Verein bestand mindestens bis 1928; in diesem Jahr erschien eine Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum. Das weitere Schicksal des Pioniervereins ist unbekannt.50 Jahre Gymnasial-Spielverein Gütersloh, Gütersloh 1928
Im Jahre 1908 gründeten sich in Rheda die reinen Fußballvereine Merkuria und Viktoria, die später zunächst in der TSG Rheda und später in den FSC Rheda aufgehen sollten. Auch in Steinhagen wurden im Jahre 1908 die ersten fußballerischen Gehversuche gemacht, allerdings wurde dort erst ab 1934 offiziell gespielt. Erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam es überall im Kreis zu Vereinsgründungen. In Gütersloh gründete sich im Jahre 1918 die Sportvereinigung Gütersloh, aus dem 1945 der SVA Gütersloh hervorgehen sollte.Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 193. Ein Jahr später folgte in Wiedenbrück der SV Westfalia. Sportlich waren die Vereine gegenüber der Konkurrenz aus Bielefeld, Hamm oder Ahlen nicht gewachsen. Lediglich der Sportverein Arminia Gütersloh schaffte es in der Saison 1920/21 und 1931/32 kurzzeitig in die höchste Spielklasse.
Mit der Gauliga Westfalen wurde im Jahre 1933 eine großflächige höchste Spielklasse eingeführt, die jedoch kein Verein aus dem heutigen Kreis Gütersloh erreichen sollte. Zweithöchste Spielklasse war die Bezirksklasse, die neben dem heutigen Ostwestfalen-Lippe noch den Großraum Hamm-Unna umfasste. Lediglich Westfalia Wiedenbrück in der Saison 1934/35 und die Sportvereinigung Gütersloh in der Saison 1937/38 schafften es in die zweithöchste Liga, mussten aber jeweils direkt wieder absteigen.Markus Fiesseler: 100 Jahre Fußball in Nordrhein-Westfalen. AGON Sportverlage, Kassel 1997, Lediglich der Luftwaffen SV Gütersloh konnte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Erfolge feiern. Durch einen 4:1-Sieg über Borussia Dortmund qualifizierte sich die Mannschaft für den Tschammerpokal, dem Vorläufer des DFB-Pokals. In der ersten Runde unterlag die Mannschaft bei Arminia Bielefeld mit 0:4. Weitere sportliche Erfolge der Gütersloher Fliegermannschaft sind nicht bekannt.
Während der Jahre der Weimarer Republik wurde nicht nur im Deutschen Fußball-Bund Fußball gespielt. Als Konkurrenzverbände spielten die Deutsche Turnerschaft, der sozialistische Arbeiter-Turn- und Sportbund und die kommunistische Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit eigene Fußballmeisterschaften aus. Ob und welche Vereine aus dem heutigen Kreis Gütersloh in diesen Verbänden aktiv waren und ggf. Erfolge feierten, ist nicht bekannt.
Nachkriegszeit mini|Das Heidewaldstadion in Gütersloh Nach dem Kriegsende spielte sich der vom Medienunternehmen Bertelsmann unterstützte SVA Gütersloh in den Vordergrund und stieg im Jahre 1951 in die Landesliga Westfalen auf, die seinerzeit die höchste Amateurliga in Westfalen darstellte. Dort avancierten die „Grünen“ Mitte der 1950er Jahre zur Spitzenmannschaft und wurde 1956 nach einem 1:0-Sieg im Entscheidungsspiel gegen Union Herford Staffelsieger. Bei der Westfalenmeisterschaft reichte es nur für Platz vier. Dennoch qualifizierte sich der SVA für die neu geschaffene Verbandsliga. 1963 stieg die Mannschaft ab und schaffte vier Jahre später den Wiederaufstieg. Im Jahre 1971 stieg der SVA gar in die seinerzeit zweitklassige Regionalliga West auf und blieb bis zur Auflösung der Spielklasse drei Jahre später dort. 1977 qualifizierten sich die „Grünen“ für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga Nord, scheiterten dort aber an Bremerhaven 93 und dem 1. FC Bocholt. Ein Jahr später kam es zur Fusion zum FC Gütersloh.
1953 schaffte es die TSG Rheda und zwei Jahre später Westfalia Wiedenbrück in die höchste Amateurliga, jedoch verpassten beide Clubs in der Saison 1955/56 die Qualifikation zur Verbandsliga. Dorthin schaffte es nur die TSG Rheda von 1958 bis 1960 und in der Saison 1961/62. Zwei Jahre später bot sich der Möbelfabrikant Willy Stickling dem SVA Gütersloh als Sponsor an. Als er eine Absage erhielt, wandte er sich der DJK Gütersloh zu, mit der er 1969 nach drei Aufstiegen in fünf Jahre die Regionalliga West erreichte. Der Kicker sprach vom „Gütersloher Fußballkrieg“. Die DJK konnte sich im Mittelfeld der Regionalliga etablieren und qualifizierte sich 1974 für die neu geschaffene 2. Bundesliga Nord. Zwei Jahre später stieg die DJK finanziell schwer angeschlagen ab. Am 12. Mai 1978 fusionierten die Fußballabteilungen von DJK und SVA zum FC Gütersloh.
Dieser war in der seinerzeit drittklassigen Oberliga Westfalen recht erfolgreich und wurde 1982 Vizemeister und zwei Jahre später Meister. Überschattet war das Meisterjahr vom „Nettoliga-Skandal“, als dem Verein die Zahlung von statutenwidrigen Gehältern nachgewiesen wurde. Zunächst wurde der FCG zum Zwangsabstieg verurteilt, der zunächst in einen Punktabzug und schließlich in eine Geldstrafe umgewandelt wurde. In der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga scheiterten die Gütersloher jedoch an Blau-Weiß 90 Berlin und dem FC St. Pauli. 1990 stieg der FCG in die Verbandsliga ab, schaffte aber den direkten Wiederaufstieg. Mitte der 1990er Jahre erlebte der Verein seinen Höhepunkt, als er 1996 nach zwei Aufstiegen in Folge die 2. Bundesliga erreichte und in der Saison 1997/98 lange um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielte. Am Ende wurden die Gütersloher Fünfter und mussten ein Jahr später absteigen. Anschließend stürzte der Verein in eine finanzielle Krise. Mehr als neun Millionen Mark Schulden führten zur Auflösung des Clubs am 14. Februar 2000.
mini|Die Sportclub Arena in Verl Als Nachfolger wurde der FC Gütersloh 2000 gegründet, der durch Ausnutzung einer Satzungslücke in der seinerzeit viertklassigen Oberliga Westfalen starten konnte. Die Gütersloher konnten sich in der Liga etablieren und schafften im Jahre 2008 die Qualifikation zur neu geschaffenen NRW-Liga, aus der sie prompt absteigen mussten. Nach drei Jahren in der Westfalenliga qualifizierte sich die Mannschaft im Jahre 2012 für die wieder eingeführte Oberliga Westfalen, wo der Verein nicht über Mittelmaß hinauskam. Der Verein sorgte in dieser Zeit eher neben dem Platz für Schlagzeilen, da immer wieder die Insolvenz drohte. Im Mai 2017 spitzte sich die Situation zu, als der Verein beschloss, den Spielbetrieb zum Monatsende einstellen und den FCG zu liquidieren. In letzter Minute konnte dieser Plan dank den Engagement des Unternehmers Thomas Hagedorn abgewendet werden. Anschließend stabilisierte sich der Verein, der nun wieder sportlich erfolgreich war und im Jahre 2023 sowohl Meister der Oberliga Westfalen als auch Westfalenpokalsieger wurde.
Mitte der 1980er Jahre spielte sich der am 9. September 1924 gegründete SC Verl in den Vordergrund, als die Mannschaft 1986 in die Oberliga Westfalen aufstieg.Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 476. Fünf Jahre später sicherten sich die Verler die Meisterschaft, scheiterten aber in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga am FC Remscheid. 1994 qualifizierten sich die Verler für die neu geschaffene Regionalliga West/Südwest und wurden auf Anhieb Vizemeister. Im Jahre 2003 stieg die Mannschaft ab und schaffte 2007 den Wiederaufstieg. Im Jahre 2020 wurden die Verler Vizemeister hinter dem SV Rödinghausen, der auf den möglichen Aufstieg in die 3. Liga verzichtete. Verl rückte nach und setzte sich in den Aufstiegsspielen gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig durch. Heimspielstätte ist die Sportclub Arena, die bis 2016 als Stadion an der Poststraße bekannt war. Da das Stadion zunächst nicht den Anforderungen der 3. Liga entsprach, wich der Verein von 2020 bis 2023 in die Home-Deluxe-Arena in Paderborn aus.
mini|Das Jahnstadion in Wiedenbrück Im Jahre 2000 fusionierte die Wiedenbrücker Vereine Westfalia und DJK Eintracht zum SC Wiedenbrück 2000, der im Jahre 2015 die Jahreszahl aus ihrem Vereinsnamen strich. Die Mannschaft stieg im Jahre 2007 in die Oberliga Westfalen auf und erreichte drei Jahre später nach einem Abstieg und dann zwei Aufstiegen in Folge die Regionalliga West. Dort kam die Mannschaft nicht über Mittelfeldpositionen heraus und erreichte mit Platz sieben im Jahre 2018 den sportlichen Zenit. Ein Jahr später stiegen die Wiedenbrücker ab und schafften den direkten Wiederaufstieg. Dreimal nahm der SC Wiedenbrück am DFB-Pokal teil. Die Heimspiele werden im Jahnstadion ausgetragen.
Frauenfußball Im Frauenfußball ist der FSV Gütersloh 2009 der führende Verein. Noch als Abteilung des FC Gütersloh erreichte die Mannschaft im Jahre 2003 die Aufstiegsrunde zur Bundesliga, scheiterte dort aber am 1. FC Saarbrücken und dem Hamburger SV. Ab 2004 gehörte die Mannschaft der neu geschaffenen 2. Bundesliga an. Fünf Jahre später spaltete sich die Abteilung Frauenfußball des FC Gütersloh 2000 als FSV Gütersloh 2009 ab und spielte in der Saison 2012/13 in der Bundesliga. Seitdem etablierten sich die Gütersloherinnen in der 2. Bundesliga. Die Heimspiele werden in der Tönnies-Arena in Rheda-Wiedenbrück ausgetragen.
Die Fußballerinnen des SC Wiedenbrück spielten von 2004 bis 2008 sowie von 2018 bis 2021 in der Westfalenliga. Die Frauenmannschaft des BV Werther stieg im Jahre 2023 in die Westfalenliga auf.
Vereine mini|Stephanie Goddard begann beim SV Avenwedde mini|Heribert Bruchhagen begann bei der TSG Harsewinkel mini|Hermann Korfmacher war Funktionär bei Grün-Weiß Langenberg