James Michael Anderson, OBE (* 30. Juli 1982 in Burnley, Vereinigtes Königreich) ist ein englischer Cricketspieler, der von 2003 bis 2024 für die englische Nationalmannschaft spielte.

Kindheit und Ausbildung James Anderson spielte seit der frühen Kindheit für den Burnley Cricket Club. Zunächst kein auffälliger Spieler, erlebte er mit 16 einen Wachstumsschub und war bald darauf einer der Liga in Lancashire, woraufhin er in die Schulauswahl des Counties berufen wurde.

Aktive Karriere Anfänge in der Nationalmannschaft und Verletzungen Mit 18 Jahren erhielt er einen Vertrag für den Lancashire County Cricket Club, spielte jedoch zunächst vornehmlich in der zweiten Mannschaft. Er gab sein List-A-Debüt im Jahr 2000 und sein First-Class-Debüt für Lancashire folgte im Jahr 2002. Im folgenden Winter folgte dann die Berufung in die Nationalmannschaft, als er bei einem Drei-Nationen-Turnier gegen den Gastgeber sein ODI-Debüt gab. Bis dahin hatte er im nationalen Cricket erst drei One-Day-Spiele absolviert. Daraufhin wurde er für den Cricket World Cup 2003 in Südafrika nominiert. Dabei erzielte er gegen die Niederlande (4 Wickets für 25 Runs) und Pakistan (4/29) jeweils vier Wickets und wurde dabei jeweils als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Dennoch schied das englische Team in der Vorrunde aus, da man sich weigerte ein Spiel in Simbabwe abzuhalten. Zu Beginn der Saison 2003 erzielte er für Lancashire seinen ersten Hattrick. Daraufhin folgte sein Debüt im Test-Cricket gegen Simbabwe, bei dem ihm im ersten Test ein Five-for über 5 Wickets für 73 Runs und im zweiten Spiel vier Wickets (4/55) gelangen. Dies wurde gefolgt durch eine ODI-Serie gegen Pakistan, bei der er ein Mal drei (3/59) und ein Mal vier (4/27) Wickets erzielte, wobei letzteres ein Hattrick enthielt. Zum Abschluss des Sommers folgten dann bei der Test-Serie gegen Südafrika noch einmal fünf Wickets (5/102) im dritten Test, sowie vier (4/38) und drei (3/50) Wickets gegen sie in dem folgenden ODI-Drei-Nationen-Turnier. Nach diesem Sommer hatte er sich fest im englischen Team etabliert und wurde vom Cricket Writers' Club als Young Cricketer of the Year gewählt. Im September folgte dann ein zentraler Vertrag mit dem englischen Verband.

Der Winter begann damit, dass er auf Grund einer leichten Knieverletzung für die Tour in Bangladesch geschont wurde. Auch im weiteren Verlauf wurde er nur selten eingesetzt. Erst beim Drei-Nationen-Turnier im Juli 2004 war er wieder fit, wobei ihm gegen die West Indies 3 Wickets für 37 Runs erreichte. In der nachfolgenden Test-Serie gegen den gleichen Gegner erreichte er 4 Wickets für 52 Runs. Im folgenden Winter wurde er kaum eingesetzt, auch wenn er für die Touren nominiert war. Nachdem er bei seinem einzigen Test-Einsatz in Südafrika nicht überzeugen konnte, wurde er aus dem Team genommen. So konzentrierte er sich im Sommer auf das nationale Cricket mit Lancaster. Im Dezember erhielt er einen Einsatz in der ODI-Serie in Pakistan und konnte dabei vier Wickets (4/48) erzielen, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Dies brachte ihm, nachdem es im englischen Team zahlreiche Verletzungen gab, eine Nachnominierung für die Tour in Indien im Frühjahr, bei dem er im dritten Test vier (4/40) und im sechsten ODI drei (3/28) Wickets erreichte. Nachdem er von der Tour zurückkam, wurde bei ihm eine Stressfraktur im Rücken festgestellt, die ihn für den Sommer aussetzen ließ. Im Oktober war er wieder einsatzfähig und fand seinen Weg ins Team für die ICC Champions Trophy 2006, wo er drei Spiele bestritt und unter anderem gegen den Gastgeber Indien zwei Wickets (2/40) erreichte. Bei der Test-Serie in Australien erreichte er im abschließenden fünften Test drei Wickets (3/98) und absolvierte sein Debüt im Twenty20-Cricket. Beim folgenden Drei-Nationen-Turnier erreichte er gegen Neuseeland 4 Wickets für 42 Runs.

Aufstieg zum wichtigen Bowler Englands Beim Cricket World Cup 2007 war er in allen Spielen im Einsatz und erzielte gegen Neuseeland (2/39), Kenia (2/27) und Bangladesch (2/30) jeweils zwei Wickets. Das Team verpasste das Halbfinale, als es in der Super-8-Runde ausschied. Im Sommer spielte er zunächst in einer ODI-Serie gegen die West Indies, bei der er im zweiten Spiel eine Geldstrafe erhielt, nachdem er Runako Morton bei einer Auseinandersetzung mit der Schulter attackierte. Daraufhin kam dann Indien nach England. Im ersten Test konnte er ein Five-for (5/42) erzielen, bevor er im dritten Test noch einmal vier Wickets (4/182) erreichte. Damit rettete er in den beiden Spielen das Remis, konnte jedoch nicht die Serien-Niederlage vermeiden. Für diese Leistung wurde er neben Zaheer Khan als Spieler der Serie ausgezeichnet. In der zugehörigen ODI-Serie folgten dann ein Mal vier Wickets (4/23) und zwei Mal drei Wickets (3/32 und 3/38). Daraufhin war er Teil des englischen Teams beim erstmals ausgetragenen ICC World Twenty20, als er kurzfristig den verletzten Ravi Bopara. Seine beste Leistung waren dabei 2 Wickets für 24 Runs gegen Neuseeland, aber auch hier scheiterte das Team in der Super-8-Runde. Im weiteren Verlauf der Saison 2007/08 konnte er drei Wickets (3/33) in der ODI-Serie in Sri Lanka erzielen. Daraufhin rang er mit Steve Harmison um den Platz im Test-Team, wobei beide mit Verletzungen kämpften. Im März 2008 reiste er mit dem Team nach Neuseeland, wo er im zweiten Test ein Five-for (5/73) erreichte. Es war der zweite Test, in dem er mit Stuart Broad auf dem Feld stand, mit dem er von da an das englische Bowling dominierte. Die bisherigen Führungsspieler Steve Harmison und Matthew Hoggard waren dementgegen aus dem Team genommen worden. So wird dieser Test als der Durchbruch für ihn gesehen, da er von da an die Führung im englischen Bowling-Angriff übernahm. Im Mai kam es dann zum Gegenbesuch der neuseeländischen Mannschaft. Nachdem er im ersten Test 3 Wickets für 66 Runs und im zweiten 4 Wickets für 118 Runs erreichte, überzeugte er im abschließenden dritten Test mit 7 Wickets für 43 Runs. Dafür wurde er als Spieler des Spiels ausgezeichnet und sicherte so den Seriengewinn. In der zugehörigen ODI-Serie folgten dann noch ein Mal drei Wickets (3/61).

In der folgenden Test-Serie gegen Südafrika gelangen ihm dann drei Mal jeweils drei Wickets (3/136, 3/72 und 3/42). Der Herbst verlief dann schwierig für ihn und es dauerte bis zum Ende der Saison 2008/09, bis er in den West Indies zwei Mal drei Wickets in der Test-Serie (3/125 und 3/24) und ein Mal in der ODI-Serie (3/37) erreichte. Zu Beginn des Sommers folgte dann beim Gegenbesuch der West Indies im zweiten Test insgesamt neu Wickets (5/87 und 4/38), womit er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Auch folgten 3 Wickets für 58 Runs in den ODIs der Tour. Er war dann Teil des englischen Teams beim ICC World Twenty20 2009, bei dem seine beste Leistung 3 Wickets für 23 Runs bei der Auftaktniederlage gegen die Niederlande waren. England schied bei dem Turnier dann in der Super-8-Runde aus. Bei der Ashes-Serie gegen Australien gelangen ihm ein Mal vier (4/55) und ein Mal fünf (5/80) Wickets. Dies half dabei die Serie zu gewinnen. Bei der zugehörigen ODI-Serie konnte er nur ein Mal mit 4 Wickets für 55 Runs überzeugen und England verlor die Serie deutlich. Bei der ICC Champions Trophy 2009 erzielte er gegen Sri Lanka (3/20) und Gastgeber Südafrika (3/42) drei Wickets und sicherte damit den Halbfinal-Einzug. Bei der anschließenden Tour in Südafrika bestritt er sein letztes Twenty20. Er litt unter einer Knie-Verletzung, spielte jedoch dennoch auch in der ODI-Serie. Dabei gelangen ihm im zweiten Spiel drei Wickets (3/60) und im vierten ein Five-for (5/23), wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Nachdem er im ersten Test der Serie 4 Wickets für 73 Runs lieferte, konnte er im dritten Test mit insgesamt acht Wickets (5/63 und 3/98), sowie einer guten Defensiv-Leistung beim Batting ein Remis sichern. Jedoch gab es nach dem Spiel gegen ihn und Broad Vorwürfe, dass sie den Ball manipuliert hätten. Den Rest der Saison kurierte er seine Knie-Probleme aus. Anderson wurde auch nicht für den ICC World Twenty20 2010 im Sommer nominiert, den England gewinnen konnte, was ihn frustriert zurückließ.

Konzentration auf Tests und ODIs Der Sommer 2010 begann mit einer Test-Serie gegen Bangladesch, bei dem er ein Mal vier (4/78) und ein Mal drei Wickets (3/16) erreichte. In der zugehörigen ODI-Serie (3/74), wie auch in der ODI-Serie gegen Australien (3/22) gelangen ihm dann ebenfalls jeweils drei Wickets. Dem schloss sich eine Tour gegen Pakistan an. Im ersten Test konnte er sein erstes 10-Wicket-Haul erreichen, als ihm im ersten Innings 5 Wickets für 54 Runs und im zweiten 6 Wickets für 17 Runs gelangen. Dafür wurde er bei dem deutlichen Sieg der englischen Mannschaft als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Im zweiten Test folgten dann noch ein Mal 4 Wickets für 20 Runs und im dritten ODI erzielte er 3 Wickets für 26 Runs. Im Oktober brach er sich in der Vorbereitung auf die Verteidigung der Ashes in Australien eine Rippe, wurde dennoch rechtzeitig wieder fit. Dabei half er zunächst zwei Spiele zu gewinnen, in dem ihm jeweils vier Wickets (4/51 und 4/44) gelangen. Hinzu kam im dritten Test 3 Wickets für 61 Runs bei einer Niederlage. Im abschließenden Test konnte er mit insgesamt sieben Wickets (4/66 und 3/61) dazu beitragen, dass England die Serie mit einem weiteren Sieg gewann. In der zugehörigen ODI-Serie kam dann noch ein Mal 3 Wickets für 48 hinzu. Daraufhin fand in Indien der Cricket World Cup 2011 statt. Seine beste Leistung dabei waren 2 Wickets für 16 Runs beim Vorrundensieg gegen Südafrika, jedoch wurde er vor dem letzten Vorrundenspiel aus dem Team genommen. England schied dann im Viertelfinale gegen Sri Lanka aus.

Der Sommer 2011 begann dann mit einer Tour gegen Sri Lanka. Im ersten Test erreichte er 3 Wickets für 66 Runs, musste jedoch auf Grund einer Muskelverletzung den Test abbrechen. Im dritten Test war er wieder im Team. In der ODI-Serie folgten dann 4 Wickets für 18 Runs im ersten Spiel, wofür er als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde, und 3 Wickets für 24 Runs im vierten. Gegen Indien erzielte er im ersten Test 5 Wickets für 65 Runs und konnte damit den Sieg sicherstellen. In der verbliebenen Serie gelangen ihm dann ein Mal drei (3/51) und ein Mal vier (4/85) Wickets, bevor er in der ODI-Serie noch ein Mal drei Wickets (3/40) erreichte. Dennoch kämpfte er während dieser Tour weiterhin mit seiner Fitness. Im Herbst machte er deutlich, dass er Ambitionen hegte wieder ins englische Twenty20-Team zurückzukehren und trat zur Unterstützung des Argumentes der Auktion für die Indian Premier League 2012 bei. Im Winter konnte er drei Wickets (3/35) im dritten Test gegen Pakistan erreichen, bevor er in Sri Lanka ein Five-for (5/72) und ein weiteres Mal drei Wickets (3/62) hinzufügte. Daraufhin wurde er vom englischen Verband als Cricketspieler des Jahres ausgezeichnet. Im Sommer 2012 gelangen ihm dann vier Wickets im zweiten Test gegen die West Indies, wurde jedoch im dritten Test zur Schonung nicht nominiert. Das damit eingeführte Rotationsprinzip sollte in den kommenden Jahren immer wieder Streitpunkt werden. Gegen Südafrika folgten dann im abschließen Test drei Wickets (3/76) und im dritten ODI 4 Wickets für 44 Runs.

Champions Trophy und World Cup