mini|hochkant|Emil Hackländer (um 1895) Wilhelm Emil Hackländer (* 8. November 1830 in Hagen; † 5. August 1902 in Osnabrück) war ein deutscher Architekt und Baubeamter.

Familie Emil Hackländer war ein Sohn des reformierten Pfarrers Johann Henrich Gottlieb Hackländer (1795–1839; 1825–1833 in Hagen und 1833–1839 in Burbach tätig) und dessen Ehefrau Helene Hackländer geb. Lohe (1795–1837).http://www.heidermanns.net/gen-pers.php?ID=81865 Er heiratete am 17. Mai 1857 in Hannover Amalie von Bandel, eine Tochter des Bildhauers Ernst von Bandel (1800–1876). Gemeinsam mit seinem Schwiegervater schuf er später das Erbbegräbnis der Familie Heuer.Rüdiger Articus: Ein unbekanntes Werk Ernst von Bandels für Harburg. Zur Zusammenarbeit Ernst von Bandels mit seinem Schwiegersohn Wilhelm Emil Hackländer. In: Harburger Jahrbuch, Band 18 (1993), S. 79–97.

Leben Hackländer besuchte bis 1846 das Ratsgymnasium Osnabrück und danach für ein halbes Jahr die Noellesche Handelsschule. Er studierte bis 1849 an der Polytechnischen Schule Hannover und setzte seine Ausbildung fort im Atelier von Friedrich Bürklein in München und in der technischen Abteilung der General-Direktion der Eisenbahnen und Telegraphen des Königreichs Hannover. 1852 legte er in Hannover das erste Staatsexamen ab. Seine berufliche Laufbahn begann 1856 als Stadtbaumeister in Harburg (Elbe). 1870 trat Hackländer in den Dienst der Stadt Osnabrück als Nachfolger des Stadtbaumeisters Wilhelm Richard. 1890 wurde ihm der Ehrentitel eines (königlich preußischen) Baurats verliehen, 1896 ging er in den Ruhestand.

In seiner Amtszeit war er mit vielfältigen städtischen Bauaufgaben beschäftigt. Sie reichten von der teilweisen Niederlegung der Wälle in den Jahren 1872–1876 sowie Turn- und Schulbauten an den ausgebauten Wallstraßen über den Bau von Wasserwerk (1890) und Schlachthof (1886) bis hin zu dem Neubau des Museums am Heger-Tor-Wall (1890) und der Errichtung des Kriegerdenkmals am Neumarkt für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/1871 (1880).

Hackländers Formensprache war dem Zeitgeschmack entsprechend historistisch geprägt. Insbesondere das spätklassizistische Museum und das mit ebensolchem Dekor ausgestattete Denkmal waren dem Geschichts- und Kulturbewusstsein der Zeit verpflichtet. Sie dienten der Nationalerziehung, d. h. zum einen der Bildung der Öffentlichkeit, zum anderen der glorifizierenden Geschichtsrezeption.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Hasefriedhof, die Hackländerstraße in Osnabrück wurde nach ihm benannt.

Schriften (Auswahl) Erbbegräbniß der Familie Heuer zu Harburg. In: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Hannover, Neue Folge, 3. Jahrgang 1857, Heft 2, Sp. 179–180. Schloß des Herrn Baron von Oldershausen zu Oldershausen bei Nordheim. In: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins für das Königreich Hannover, Neue Folge, 7. Jahrgang 1861, Heft 1/2, Sp. 102–107. Der städtische Schlachthof in Osnabrück. In: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Hannover, Neue Folge, 35. Jahrgang 1889, Heft 1, Sp. 25–36. Museum zu Osnabrück. In: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Hannover, Neue Folge, 39. Jahrgang 1893, Heft 4/5, Sp. 429–434.

Literatur Rainer Hehemann: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Region Osnabrück. Rasch, Bramsche 1990, ISBN 3-922469-49-3, S. 118 f. Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Baukunst in Norddeutschland. Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850–1900. Schlüter’sche, Hannover 1998, ISBN 3-87706-538-4, S. 530. Joachim Dierks: Osnabrücks Baumeister Emil Hackländer hielt seine Budgets stets penibel ein. In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 16. August 2012. (online hinter Paywall)

Weblinks

Hackländer, Wilhelm Emil in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase von Reinhard Glaß

Einzelnachweise

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