Die Liste von Zwischenfällen mit der Convair CV-440 zeigt eine Übersicht über die Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Convair CV-440. Von diesem Typ waren 178 Exemplare neu gebaut worden, 153 davon an Luftfahrtgesellschaften, sowie viele aus Convair CV-340 umgerüstet.

(Zu Zwischenfällen der umgebauten Turboprop-Varianten CV-580 + CV-640 siehe Artikel Convair CV-340)

Vom Erstflug 1955 bis Mai 2023 kam es mit Convair CV-440 zu 58 Totalschäden, einschließlich militärischer Betreiber. Bei 22 davon kamen 331 Menschen ums Leben.Unfallstatistik Convair CV 440, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Juni 2023. Vollständige Liste:

1950er-Jahre Am 15. Juli 1956 befand sich eine fabrikneue Convair CV-440 der schweizerischen Luftfahrtgesellschaft Swissair (Luftfahrzeugkennzeichen HB-IMD) auf ihrem Überführungsflug in die Schweiz. Von Gander kommend stürzte sie im Anflug auf den Flughafen Shannon ab, als die Endanflugkurve sehr tief und zu steil geflogen wurde und es zum Strömungsabriss kam. Die vier Besatzungsmitglieder, drei Amerikaner und ein Schweizer, starben. Als beitragender Unfallfaktor wurde Übermüdung ermittelt (siehe auch Flugunfall der Swissair bei Shannon).Air-Britain Archive: Casualty Compendium (englisch) Part 67, Dezember 1997 S. 97/112.Unfallbericht CV-440 HB-IMD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. August 2017.

Am 18. September 1957 wurde eine Convair CV-440-62 der brasilianischen REAL Transportes Aéreos (PP-AQE) am Flughafen Montevideo (Uruguay) 1030 Meter vor der Landebahn in den Boden geflogen. Die Maschine wurde nach Sichtflugregeln geflogen, geriet aber im Anflug in Nebel. Das Flugzeug wurde zerstört. Von den 35 Insassen wurde ein Besatzungsmitglied getötet, die anderen sowie sämtliche 30 Passagiere überlebten.

Am 16. Juni 1958 verunglückte eine Convair CV-440-59 der brasilianischen Cruzeiro do Sul (PP-CEP) im Anflug auf den Flughafen Curitiba (Parana, Brasilien). Das Flugzeug wurde durch sehr starke Fallböen zu Boden gedrückt. Von den 26 Insassen kamen alle 5 Besatzungsmitglieder sowie 16 der 21 Passagiere ums Leben.Unfallbericht CV-440 PP-CEP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. August 2020.

1960er-Jahre Am 21. November 1961 wurde eine Convair CV-440/C-131E der United States Air Force (USAF) (Luftfahrzeugkennzeichen 55-4750) im Endanflug auf die Tinker Air Force Base (Oklahoma, USA) vor der Landebahn aufgesetzt. Die Maschine durchschlug einen Zaun und zerbrach in der Mitte des Rumpfes. Propeller und Triebwerke wurden abgerissen. Alle 12 Insassen überlebten den Unfall.

Am 12. Oktober 1962 wurde eine Convair CV-440 der spanischen Iberia (EC-ATB) auf dem Flug von Valencia nach Sevilla gegen einem Berg in der Nähe von Carmona (Andalusien) geflogen, 25 Kilometer ostsüdöstlich des Startflugplatzes. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 18 Insassen getötet, vier Besatzungsmitglieder und 14 Passagiere.Unfallbericht CV-440 EC-ATB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. Februar 2024.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 88 (englisch), März 2003, S. 45.

Am 4. Februar 1963 kam es an einer Convair CV-440/C-131E der United States Air Force (USAF) (55-4758) kurz nach dem Start zu Triebwerksproblemen, woraufhin ein Triebwerk abgestellt wurde. Der Kommandant entschied, 6,5 Kilometer südöstlich der Hill Air Force Base (Utah, USA) eine Notlandung durchzuführen, bei der das Flugzeug in eine Senke geriet und irreparabel beschädigt wurde. Von den 20 Insassen kam ein Besatzungsmitglied ums Leben.

Am 20. November 1964 ereignete sich beim Landeanflug einer Convair CV-440 der schwedischen Linjeflyg (SE-CCK) auf den Flugplatz Ängelholm ein tödlicher Unfall. Die Maschine sank viel zu früh und verfehlte die Landebahn um rund zwei Kilometer. Dabei kamen 31 der 43 an Bord befindlichen Personen ums Leben, darunter vier Crew-Mitglieder (siehe auch Linjeflyg-Flug 267).Jan Ohlsson: I luften – Flygets årsbok 1983: 25 år med Linjeflyg; LiberFörlag, 1982; ISBN 91-38-90214-1, S. 181

Am 31. März 1965 kam es bei einer Convair CV-440 der Iberia (EC-ATH) auf dem Flug von Malaga zum Flughafen Tanger 18 Kilometer westlich des Zielflughafens aus unbekannter Ursache zum Strömungsabriss und Absturz ins Meer. Von den 53 Insassen konnten nur drei überlebende Passagiere aus dem Meer gerettet werden (siehe auch Flugunfall der Iberia bei Tanger).Unfallbericht CV-440 EC-ATH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. Dezember 2018.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 96 (englisch), März 2005, S. 45.

Am 23. Juli 1965 brach an einer Convair CV-440 der US-amerikanischen Allegheny Airlines (N8415H) nach dem Start ein Feuer im Triebwerk Nr. 2 (rechts) aus; es wurde abgestellt. Bei der Rückkehr zum Flughafens Williamsport (Pennsylvania, USA) kollidierte die Maschine mit dem Kamm eines Bergrückens, 600 Fuß (180 Meter) über der Landebahnhöhe und 9 Kilometer nordöstlich des Startflughafens. Als Unfallursache wurde das Versäumnis der Besatzung festgestellt, die richtigen Verfahren für einen Triebwerksausfall beim Start anzuwenden. Alle 40 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 36 Passagiere, überlebten den Unfall.

Am 28. Januar 1966 stürzte eine aus Frankfurt kommende Convair CV-440 der Lufthansa (D-ACAT) kurz hinter dem Flughafen Bremen bei einem misslungenen Durchstartmanöver ab. Alle 46 Insassen kamen ums Leben (siehe auch Lufthansa-Flug 005).Unfallbericht CV-440 D-ACAT, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. August 2017.

Am 29. November 1966 fiel bei einer Convair CV-440 der US-amerikanischen Allegheny Airlines (N3414) während des Startlaufs auf dem Flughafen Harrisburg (Pennsylvania, USA) das gesamte elektrische System aus. Ursache war ein bei der Wartung falsch eingebautes Heizungselement. Der Start wurde abgebrochen, aber die Propeller ließen sich aufgrund des Fehlers nicht auf Umkehrschub verstellen. Die Maschine überrollte das Startbahnende und kollidierte mit einem Mast der Anflugbefeuerung. Sie wurde irreparabel beschädigt. Alle 16 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 12 Passagiere, überlebten den Unfall.

Am 10. Februar 1967 wurde eine Convair CV-440-11 der Swissair (HB-IMF) 9,5 Kilometer westlich des Startflughafens Zürich-Kloten (Schweiz) in den Berg Lägern geflogen. Nach dem Start von der Piste 28 auf einem Trainingsflug prallte die Maschine in den wolkenverhangenen Höhenrücken. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 4 Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen, getötet.

Am 4. Februar 1969 verunglückte eine Convair CV-440 der jugoslawischen JAT – Jugoslovenski Aerotransport (YU-ADL) bei der Landung auf dem Flughafen Titograd (Jugoslawien). Alle Insassen überlebten. Das Flugzeug wurde zerstört.

Am 1. November 1969 verunglückte eine Convair CV-440 (SE-BSU) der Linjeflyg während eines Ausbildungsflugs auf dem Flughafen Stockholm/Arlanda. Bei einem simulierten Triebwerksausfall geriet die Maschine außer Kontrolle; es kam zu einer Bruchlandung. Alle vier Piloten an Bord blieben unverletzt, aber das Flugzeug wurde zum wirtschaftlichen Totalschaden.Unfallbericht CV-440 SE-BSU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. April 2017.

1970er-Jahre Im Mai 1971 (genaues Datum unbekannt) wurde eine Convair CV-440-0 der jugoslawischen JAT – Jugoslovenski Aerotransport (Luftfahrzeugkennzeichen YU-ADO) auf dem Flughafen Titograd (Jugoslawien) mit eingefahrenem Fahrwerk gelandet. Alle Insassen überlebten die Bauchlandung. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Es handelte sich um die frühere D-ADIL der Condor (1958 bis 1961), danach von 1961 bis 1968 als D-ACEK bei der Lufthansa im Einsatz.

Am 16. Dezember 1971 schlug eine Convair CV-440-11 der jugoslawischen Pan Adria Airways (YU-ADV) in einem Feld auf. Die Piloten hatten versucht, unter Instrumentenflugbedingungen auf dem Flughafen Triest (Italien) zu landen. Diesen CFIT (Controlled flight into terrain) überlebten alle 22 Insassen. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.

Am 10. Juni 1973 wurde eine Convair CV-440, die von einer US-amerikanischen Gesellschaft für Air Cambodge (N999JZ) betrieben wurde, auf dem Flughafen Phnom Penh-Pochentong (Kambodscha) irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.

Am 21. Dezember 1973 streifte eine Convair CV-440 der bolivianischen TAM – Transporte Aéreo Militar (TAM-47) im Anflug auf den Flughafen Talara (Peru) Bäume und stürzte ab. Von den 9 Insassen wurden 6 getötet, ein Passagier und zwei Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall.

Am 13. März 1974 wurde eine Convair CV-440 der US-amerikanischen Sierra Pacific Airlines (N4819C) nach dem nächtlichen Start vom Eastern Sierra Regional Airport bei Bishop (Kalifornien) (Inyo County, USA) 8,3 Kilometer südöstlich des Startflughafens in den Bergkamm Poleto Ridge geflogen.Jennifer M. Gradidge: The Convairliners Story. Air-Britain (Historians), Tunbridge Wells, 1997, ISBN 0-85130-243-2, S. 229. Der Unfall ereignete sich bei exzellenten Wetterbedingungen ohne technische Auffälligkeiten an der Maschine. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 36 Insassen getötet, vier Besatzungsmitglieder und 32 Passagiere.

Am 7. Januar 1975 entstand 30 Minuten nach dem Start an einer Convair CV-440-59 der bolivianischen Frigorificos Movima (CP-961) im Triebwerk Nr. 2 (rechts) eine Treibstoffleckage. Weil die Maschine bei der Rückkehr sehr schnell an Höhe verlor und das Funkfeuer San Borja defekt war, wurde eine Sicherheitslandung 45 Kilometer südöstlich des Flughafens San Borja (Bolivien) durchgeführt. Dabei wurde das Flugzeug irreparabel beschädigt. Alle sieben Insassen, drei Besatzungsmitglieder und vier Passagiere, überlebten den Unfall.

Am 26. März 1975 wurde mit einer Convair CV-440-86 der bolivianischen Servicio Aéreo San Francisco (CP-1078) bei der Landung auf dem 2515 Meter hoch gelegenen Flugplatz Cerdas (Departement Potosí, Bolivien) eine Bauchlandung mit eingefahrenem Fahrwerk gemacht. Dabei wurde das Flugzeug irreparabel beschädigt. Alle drei Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Flug, überlebten den Unfall.

Am 27. Oktober 1975 wurde eine Convair CV-440 der bolivianischen TAM – Transporte Aéreo Militar (TAM-44) nach dem Start vom Flugplatz in Tohomonoco (Bolivien) in die Berge von Cerro Colorado geflogen. Der nur rund 150 km lange Flug sollte zum Flughafen La Paz-El Alto führen. Da die Maschine stark überladen war, gelang es nicht, über die Berge nordöstlich von La Paz zu steigen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 67 Insassen getötet, vier Besatzungsmitglieder und 63 Passagiere. Es war der schwerste Unfall einer Convair CV-440 in ihrer über 65-jährigen Geschichte, gemessen an der Zahl der Todesopfer.

Im Jahr 1976 (genaues Datum unbekannt) wurde eine Convair CV-440-86 der bolivianischen Servicio Aéreo San Francisco (CP-1008) an einem unbekannten Ort in Bolivien irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.

Am 30. Oktober 1976 verunglückte eine Convair CV-440-88 der US-amerikanischen OMCO Petroleum Co. (N985) beim Start vom Flughafen Kairo (Ägypten). Die Maschine fing Feuer und wurde zerstört. Alle Insassen überlebten den Unfall.

Am 19. Januar 1977 überrollte eine Convair CV-440-86 der bolivianischen North East Bolivian Airways (NEBA) (CP-925) beim Start auf dem Flugplatz La China (Bolivien) das Startbahnende und wurde irreparabel beschädigt. Die CV-440 hatte ihren Start unter Bedingungen begonnen, die ihre Leistungsgrenzen überschritten: die Länge der Startbahn, das Startgewicht des Flugzeugs und die Umgebungstemperatur. Alle vier Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Frachtflug, überlebten den Unfall.