Schtschedrino (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad. Der südliche Teil des ehemaligen Gemeindegebietes von Schaaren/Scharen, insbesondere die Ortsstelle des ehemaligen Ortsteils Ossienen/Ossen, gehört zum Rajon Nesterow.
Die Ortsstelle des eigentlichen Schaaren/Scharen befindet sich drei Kilometer südlich von Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508) am kleinen Fluss Lobenka (dt. Lobinnis, 1938 bis 1945: Kuhfließ). Durch das Gemeindegebiet führte die Bahnstrecke Tilsit–Stallupönen mit dem Haltepunkt Schilleningken/Hainau einen Kilometer südöstlich von Schaaren/Scharen.
Geschichte mini|Die Landgemeinde Schaaren auf zwei Messtischblättern von 1931 Der Ort wurde 1564 gegründet und zunächst mit Lepkay, Lepkoje Schorey, Lepkey und Schaaren-Lepkey bezeichnet.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Scharen Um 1780 war Schaaren ein meliertes Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 138. Im 19. Jahrhundert wurde dort ein Gut eingerichtet. 1874 wurde der Gutsbezirk Schaaren in den neu gebildeten Amtsbezirk Uszpiaunen im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Kiesdorf (Ostpr.) 1928 wurde der Gutsbezirk Schaaren mit der Landgemeinde Ossienen (s. u.) und dem Vorwerk Lobinnen aus dem Gutsbezirk Uszpiaunen zur neuen Landgemeinde Schaaren zusammengeschlossen. 1938 wurde Schaaren in Scharen umbenannt. Die Ortsteile Ossienen und Lobinnen hießen nun Ossen und Loben.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt er den russischen Namen Schtschedrino und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Dobrowolski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Schtschedrino wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei), taucht der Ort nicht mehr auf.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung, I. Die Provinz Preussen, Berlin 1874 89 im Dorf 11, auf dem Gut 78 1871 86 im Dorf 8, auf dem Gut 78 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 100 davon auf dem Hof Schaaren 23 1905 >Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 100 davon im Waldhaus 6 1910 100 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 117 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 282 einschließlich Ossienen und Lobinnen 1939 292
Ossienen (Ossen) Der Ort wurde seit 1625 erwähnt.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Ossen Um 1780 war er ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 110. 1874 wurde auch die Landgemeinde Ossienen dem Amtsbezirk Uszpiaunen zugeordnet. 1928 ging Ossienen in der Landgemeinde Schaaren auf. Dort wurde der Ortsteil 1938 in Ossen umbenannt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 113 1871 123 1885 79 1905 70 1910 72
Kirche Schaaren/Scharen, Ossienen/Ossen und Lobinnen/Loben gehörten zum evangelischen Kirchspiel Pillkallen.
Weblinks Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Loben
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk