mini|Omara Portuondo beim Zelt-Musik-Festival (2015) Omara Portuondo Peláez (* 29. Oktober 1930 in Havanna) ist eine kubanische Sängerin.

Leben Omara Portuondo wurde im Oktober 1930 in Havanna im Viertel Cayo Hueso geboren. Ihr Vater Bartolomé „Bartolo“ Portuondo Alfaro (1893–1981) war ein erfolgreicher Baseballspieler und einer der ersten, die in die USA gingen. Ihre Mutter Esperanza Peláez Hernández stammte aus einer reichen spanischen Familie, und es war damals ein Skandal, als sie mit dem schwarzen Baseballspieler durchbrannte und ihn heiratete. Portuondo hat zwei Schwestern. Die Eltern sangen viel, sodass auch Omara schon früh zu singen begann.

Portuondo startete ihre Karriere 1945 im berühmten Tropicana-Club in Havanna als Tänzerin. Zusammen mit ihrer Schwester Haydee, die auch dort tanzte, sang Omara kurze Zeit in Frank Emilio Flynns Band Loquibambla Swing. 1952 taten sich die beiden Schwestern mit den Sängerinnen Elena Burke und Moraima Secada und der Pianistin Aida Diestro (1916–1973) zusammen und gründeten die Band Cuarteto las d'Aida. Die Band hatte großen Erfolg, tourte durch die USA und spielte zusammen mit Nat King Cole.

1959 nahm Omara Portuondo ihr erstes Solo-Album, Magia Negra, auf. Sie blieb jedoch in ihrer Band, auch als ihre Schwester Haydee 1961 die Band verließ, um in die USA überzusiedeln.

Erst 1967 verließ auch Omara die Band und begann ihre Solo-Karriere. Sie nahm zahlreiche Alben auf und konnte auch außerhalb Kubas auf Tour gehen.

Den endgültigen internationalen Durchbruch erreichte sie mit ihrem Gesang auf der von Ry Cooder produzierten Platte Buena Vista Social Club 1997. Mit dem gleichnamigen Film von Wim Wenders von 1998 wurde sie weltweit bekannt. Es folgten die Alben Buena Vista Social Club Presents Omara Portuondo (2000) und Flor de Amor (2004).

Im Oktober 2024, nach einem Auftritt in Barcelona, gab die 93-jährige Omara Portuondo ihren Rückzug von der Bühne bekannt.

Politisches Engagement 2014 verteidigte sie in einem Interview in Mexiko die Castro-Herrschaft mit der Feststellung, dass jedes Land seine Regierung und jedes Volk eigene Regeln für den Umgang mit seiner Regierung habe, dies sei zu respektieren.Omara Portuondo pide respeto al régimen de Fidel Castro, in: Noticieros Televisa vom 4. Februar 2014, abgerufen am 25. März 2015 (spanisch)

Auszeichnungen und Ehrungen Omara Portuondo wurde vier Mal für den Latin Grammy nominiert und erhielt den Preis 2009 für ihr Album „Gracias“ als das beste zeitgenössische tropische Album (Best Contemporary Tropical Album). Sie war damals nach zehn Jahren Bestehens der Auszeichnung die erste auf der Insel lebende Kubanerin, die bei der Preisverleihung auf der Bühne auftrat. Außerdem erhielt sie 2008 den Premio Música Brasileira und 2005 den Billboard Latin Music Award.Omara Portuondo's ‘Gracias’ Wins the Latin Grammy (Best Contemporary Tropical), in: International Music Network vom 6. November 2009, abgerufen am 25. März 2015 (englisch)

2019 wurde ihr der Orden der Aufgehenden Sonne, 4. Klasse verliehen.2019 Spring Conferment of Decorations on Foreign Nationals, Internetseite des japanischen Außenministeriums (englisch)

Diskografie Studioalben

Unter eigenem Namen 1958: Velvet. Wiederveröffentlicht als Magia negra 1967: Omara Portuondo. Wiederveröffentlicht auf 18 joyas ineditas 196_: Esta es Omara Portuondo 197_: ¡Omara!. Leitung: Juan Pablo Torres 197_: Omara Portuondo 198_: Y tal vez – Omara Portuondo. Teils wiederveröffentlicht als La gran Omara Portuondo 1987: ¡Omara Portuondo … con Adalberto y su son!. Wiederveröffentlicht auch als Roots of Buena Vista 1996: Palabras 1997: Omara Portuondo & Martin Rojas 1997: Desafíos (mit Chucho Valdés) 2001: Pensamiento 2001: La Sitiera 2001: You 2002: La Novia del Filin 2002: Dos Gardenias 2005: Lágrimas Negras 2007: Omara Portuondo/Maria Bethânia 2008: Gracias (Latin Grammy 2009) 2010: Rompiendo la rutina. Tributo a “La emperatriz del danzonete”, Paulina Álvarez. 2011: Reír y cantar (Musik für Kinder) 2012: Mis anhelos

Mit anderen (Auswahl) 1957: An Evening at the Sans Souci Cuarteto D'Aida con la orquesta de Chico O'Farrill 1992: Soy la mulata Cuarteto D'Aida (Sampler) 1960: Seis voces y un sentimiento je zwei Stücke von ihr und fünf anderen Sängerinnen 1997: Buena Vista Social Club 1997: A Toda Cuba le Gusta (by the Afro-Cuban All Stars) 1999: Buena Vista Social Club Presents Ibrahim Ferrer

Dokumentarfilme Fernando Pérez: Omara, Kuba 1983, 25 Minuten (Online abrufbar auf Cubainformación.tv) Lester Hamlet: Omara: Cuba, Kuba 2015, 84 Minuten

Weblinks

Montuno Producciones Management von Omara Portuondo (mit Tourdaten) Omara Portuondo in der staatlichen kubanischen Web-Enzyklopädie EcuRed (spanisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Musiker (Kuba) Kategorie:Weltmusik-Sänger Kategorie:Träger des Ordens der Aufgehenden Sonne (Offizier) Kategorie:Kubaner Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Frau