mini|Edmund Nathanael im Jahr 1917 Edmund Emil Nathanael (* 18. Dezember 1889 in Dielsdorf; † 11. Mai 1917 bei Bourlon westlich Cambrai) war ein deutscher Unteroffizier, Offiziersstellvertreter und Kampfflieger im Ersten Weltkrieg. Ihm werden 15 Luftsiege zugeschrieben, sämtlich mit der Jagdstaffel 5. Er flog sowohl zweisitzige Aufklärungsflugzeuge als auch einsitzige Jagdflugzeuge. Edmund Nathanael erhielt hohe militärische Auszeichnungen und wurde schließlich im Kampf getötet. In Medien und Literatur wurde immer wieder eine angebliche jüdische Herkunft kolportiert, diese Theorie ist nach neueren Forschungen unhaltbar.Die am 18. Mai 2023 online veröffentlichte Studie von Rob Schäfer The myth of a jewish 'shooting star': Fighter ace Edmund Nathanael stellt die wesentliche Basis dieses Eintrages dar, da sie die bisher einzige Arbeit ist, die sich mit der Person Nathanael auch abseits seiner Militärkarriere auf Basis archivalischer Quellen auseinandergesetzt hat.
Kindheit und Jugend Edmund Nathanael wurde am 18. Dezember 1889 in Dielsdorf, einem kleinen Dorf im damaligen Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, im Deutschen Kaiserreich, geboren. Seinem Vater gehörte ein kleiner Schneiderladen, mit seiner Frau Wilhelmine, geborene May, hatte er zwei Söhne und zwei Töchter. Edmund Nathanael besuchte nach der Volksschule ein Gymnasium und leistete vor dem Ersten Weltkrieg seinen Wehrdienst ab, angeblich im Jäger-Bataillon Nr. 4.
Kontroverse um angebliche jüdische Herkunft Wohl vor allem aufgrund seines Nachnamens wurde (und wird) Edmund Nathanael in Teilen der Fachliteratur als auch in populärwissenschaftlichen Publikationen und den Medien eine jüdische Herkunft zugeschrieben. Diese rein spekulative, da stets unbelegte, Zuschreibung ist nach neuen archivalischen Studien nicht haltbar – und war es nie. Stattdessen stammte Edmund Nathanael belegbar aus einer bis heute rein protestantischen Familie und wurde selbst so getauft.
Dienst bei der Infanterie und als Aufklärungsflieger Bei Kriegsbeginn wurde Edmund Nathanael zum Militärdienst einberufen, vermutlich zum Jäger-Bataillon Nr. 4. Über diese Zeit ist kaum etwas bekannt, nur dass er das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt. Zu einem nicht bekannten Zeitpunkt in der zweiten Jahreshälfte 1915 meldete er sich freiwillig zu den Luftstreitkräften. Im Frühjahr 1916 diente er in Frankreich als Pilot in der Feldflieger-Abteilung 42. Er wurde bald bekannt für gefährliche Aufklärungsflüge tief in feindliches Territorium. Hierfür wurde er am 4. August 1916 mit dem nur 366 Mal, und nur 22 Mal an Kampfflieger, verliehenen Wilhelm Ernst Kriegskreuz ausgezeichnet.
Dienst als Kampfflieger und Tod Nachdem er seine Fähigkeiten als Kampfflieger unter Beweis gestellt hatte, wurde Edmund Nathanael im November 1916 zur Jagdstaffel 22 abkommandiert. In seiner Zeit dort erzielte er keine Luftsiege. Dennoch wurde er im März 1917 zu der damals sehr bekannten und erfolgreichen Jagdstaffel 5 versetzt. Seinen ersten Luftsieg erzielte er am 6. März 1917. Kurz nach seinem 15. und letzten Luftsieg wurde Edmund Nathanaels Flugzeug am 11. Mai 1917 von dem schottischen Kampfflieger captain William Kennedy Cochran-Patrick von No. 23 Squadron RFC abgeschossen. Er kam dabei ums Leben. Es ist nicht bekannt, ob sein Leichnam geborgen wurde, es gibt keine bekannte Grabstätte. Postum wurde ihm das Inhaberkreuz mit Schwertern für Unteroffiziere und Mannschaften des Königlichen Hausorden von Hohenzollern verliehen. Diese hohe Auszeichnung erhielten im Ersten Weltkrieg insgesamt nur 18 Personen.
Luftsiege des Edmund Nathanael Alle Luftsiege erzielt bei der Jagdstaffel 5.Diese Liste wurde aus dem englischsprachigen Wikipedia-Artikel zu Edmund Nathanael übernommen. Nr.DatumZeitGegnerEinheitOrt16. März 19171345 UhrMorane-Saulnier Seriennummer A268Escadrille 3, Aéronautique MilitaireNördlich Gueudecourt211. März 19171245 UhrRoyal Aircraft Factory F.E.2bNo. 23 Squadron RFCNördlich Beugny, Frankreich324. März 19170900 UhrSopwith 1½ StrutterNo. 70 Squadron RFCÉcoust-Saint-Mein, Frankreich425. März 19170920 UhrSopwith 1½ StrutterNo. 70 Squadron RFCVélu, Frankreich525. März 19170925 UhrNieuport 17No. 29 Squadron RFCEast of Beugny, Frankreich62. April 1917MorgensRoyal Aircraft Factory F.E.2b s/n 6953No. 22 Squadron RFCNordöstlich des Waldes von Gouzeaucourt73. April 19171635 UhrRoyal Aircraft Factory F.E.2b s/n 4987No. 23 Squadron RFCNördlich Boursies, Frankreich86. April 19170820 UhrRoyal Aircraft Factory F.E.2b s/n A6388No. 57 Squadron RFCDouchy913. April 19171935 UhrBeobachtungsballon s/n 34-16-4Westlich Saint-Quentin1022. April 19171410 UhrBeobachtungsballon s/n 3-13-5Bus, Pas-de-Calais, Frankreich1122. April 19172005 UhrSpadNo. 23 Squadron RFCRibecourt1228. April 19171315 UhrSopwith 1½ Strutter s/n/A993No. 43 Squadron RFCVacquerie-le-Boucq, Frankreich1329. April 19172100 UhrNieuport fighter s/n A6745No. 40 Squadron RFCBeaumont1430. April 19171005 UhrRoyal Aircraft Factory S.E.5 s/n A4866No. 56 Squadron RFCÖstlich Fresnoy, Frankreich156. Mai 19171840 UhrNieuport 17No. 60 Squadron RFCNördlich of Bourlon, Frankreich
Literatur Norman Franks: Albatros Aces of World War 1: Part 1 of Albatros aces of World War I. Osprey Publishing, 2000. ISBN 1-85532-960-3, ISBN 978-1-85532-960-7.
Weblinks
Rob Schäfer: The myth of a „jewish“ shooting star: Fighter ace Edmund Nathanael vom 18. Mai 2023 auf The Iron Time (englisch)
Einzelnachweise
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