Die Mama und die Hure (Originaltitel: La Maman et la Putain) ist ein Film von Jean Eustache aus dem Jahr 1973. Darsteller der Hauptrollen waren Jean-Pierre Léaud, Bernadette Lafont und Françoise Lebrun. Der Film hatte seine Uraufführung bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1973 und wurde dort mit dem „Großen Preis der Jury“ ausgezeichnet.

Hintergrund Die Dreharbeiten fanden im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte Juli 1972 statt.Paul Aymé: « Déclencher la réalité ». In: TRAFIC – Almanach de cinéma, P.O.L éditeur, Paris 2023, ISBN 978-2-8180-5636-3, S. 370. Gedreht wurde auf 16-mm-Film in schwarz-weiß mit OriginaltonGespräch auf Radio France über die 2022 restaurierte Fassung des Films; Transkription verfügbar bei radiofrance.fr (französisch; abgerufen am 23. Mai 2023). und ausschließlich an den Originalschauplätzen: in Cafés und Restaurants, u. a. dem Deux Magots und dem Flore in Saint-Germain-des-Prés und dem Train Bleu in der Gare de Lyon, sowie in Privatwohnungen.

Die Erstaufführung des Films in Deutschland fand im Programm des „internationalen forums des jungen films“ (Berlin, 24. Juni – 1. Juli 1973) statt.Infoblatt zu La Maman et la Putain; s. Weblinks. Ende Dezember 1973 / Anfang Januar 1974 lief der Film in Originalfassung mit deutschen Untertiteln in den Dritten Fernsehprogrammen der ARD.Der Spiegel vom 23. Dezember 2973: Ein Ende in Trauer und Ekel; online verfügbar auf der Website von spiegel.de (abgerufen am 23. Mai 2023).

Der Film wurde als Theaterstück adaptiert. Eine bekannte deutsche Inszenierung ist von Jürgen Gosch 1994 am Schauspielhaus Bochum.

Wiederaufführung 2026 Der Filmverleih Grandfilm brachte den Film (neben Mes petites amoureuses) am 16. Juli in die deutschen Kinos.Der Spiegel, 29/2026, S. 103.

Auszeichnungen und Würdigungen 1973: Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes wurde La Maman et la Putain mit dem Großen Preis der Jury und dem FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmkritik ausgezeichnet.Siehe „Presskit“ des Verleihs Les Films du Losange (s. Weblinks).Pour le cinéma: Autour de “La Maman et la putain” (s. Weblinks); Preisbekanntgabe: 9:40. 2014: In der Liste der „100 schönsten französischen Filme“ („les 100 plus beaux films français“), die die französische Zeitschrift Les Inrockuptibles aus Wertungen von achtzehn Filmredakteuren zusammenstellte, belegte La Maman et la Putain den ersten Platz.Vollständige Liste der – gemäß Les Inrockuptibles vom 5. März 2014 – „100 plus beaux films français“ auf der Website von lesinrocks.com (französisch; abgerufen am 24. Mai 2023). 2022: Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes lief La Maman et la Putain, in Anwesenheit von Jean-Pierre Léaud und Françoise Lebrun, zur Eröffnung der Filmreihe „Cannes Classics“.Adrien Gombeaud: « La maman et la putain » : Eustache renaît au Palais; online verfügbar bei lesechos.fr vom 18. Mai 2022 (französisch; abgerufen am 23. Mai 2023).

Literatur Jean Eustache: La Maman et la putain – Scénario. Erstausgabe: Cahiers du cinéma, Paris 1986, ISBN 2-86642-044-6. Wiederveröffentlichung: Petite bibliothèque des Cahiers du cinéma, Paris 2000, ISBN 978-2-86642-208-0. Luc Béraud: Au travail avec Eustache. Institut Lumière / Actes Sud, 2017, ISBN 978-2-330-07253-7. – Darin zu La Maman et la putain. S. 31–99. (Béraud war Regieassistent des Films.)

Weblinks

TV-Sendung Pour le cinéma: Autour de “La Maman et la putain” (1973); verfügbar auf der Website von ina.fr (Institut national de l’audiovisuel; Interviews mit Eustache und den Hauptdarstellern, kurze Filmausschnitte, Preisbekanntgabe in Cannes; französisch).

Verfügbar auf der Website des Verleihs Les Films du Losange: Trailer der 2022 restaurierten Fassung und „Presskit“ als PDF-Datei (französisch).

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1973 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Filmdrama