Elisabeth Ebenberger (* 4. Oktober 1942 in Pernitz, Niederösterreich) ist eine österreichische Schriftstellerin, die vor allem als Kinder- und Jugendbuchautorin in Erscheinung tritt, aber auch Erwachsenenliteratur schreibt und seit 1964 in Vorarlberg lebt.
Leben Elisabeth Ebenberger wurde am 4. Oktober 1942 in der niederösterreichischen Gemeinde Pernitz als einzige Tochter ihrer Eltern, die daneben auch noch Söhne hatten, geboren.Elisabeth Ebenberger geht „Über Brücken“, abgerufen am 22. Mai 2023 Nach dem frühen Tod der Mutter suchte sich der alleinerziehende Vater mit seinen noch sehr jungen Kindern eine Wohnung in Wien, wo Ebenberger auch ihre Schulzeit mit Matura absolvierte und hier zur Fremdsprachenkorrespondentin ausgebildet wurde. Im Zuge dieser Ausbildung nahm sie an Sprachstudien in Rijeka (Jugoslawien) oder Brüssel (Belgien) teil und arbeitete in weiterer Folge einige Zeit in diesem Bereich. Obwohl sie anfangs nebenbei noch an der Universität studieren wollte, blieb sie jedoch bei ihrem Job als Fremdsprachenkorrespondentin bei einem Holzexporteur in Wien hängen, da sie ihre dortige Arbeit als so interessant empfand. Da das Holzunternehmen von Rijeka aus exportierte, wurde sie von ihrem damaligen Arbeitgeber dorthin geschickt, um Serbokroatisch zu lernen, was sie als Glücksfall empfand, da sie mütterlicherseits jugoslawischer Abstammung war.
Als ihr damalige Wiener Chef nach Vorarlberg ging und ihr das Bundesland ebenfalls schmackhaft machte, zog sie 1964 nach Vorarlberg, wo sie von Bertram Jäger in Empfang genommen wurde und wo sie kurze Zeit später mit Gerhard-Simon Ebenberger eine Familie gründete. Mit ihrem Mann zog sie daraufhin in eine winzige Untermiete. Um das Jahr 1966 kam ihr gemeinsamer Sohn Martin, der an der unheilbaren Krankheit Epidermolysis bullosa litt, zur Welt. Da die kleine Untermiete den Bedürfnissen ihres Sohnes nicht mehr ausreichte, musste die junge Familie umziehen und bezog eine der ersten Eigentumswohnungen der VOGEWOSI – in einem vierten Stockwerk ohne Aufzug – in Bludenz. Doch um sich diese Eigentumswohnung leisten zu können, musste die Familie noch Geld sparen, weshalb Elisabeth Ebenberger ihren Ehemann, einem Bautechniker, zu dessen Baustellen begleitete, um dort mitzuhelfen. Drei Jahre lang war sie mit ihrem schwer kranken Kind auf den Baustellen, bei denen ihr Mann eingeteilt war – darunter unter anderem beim Bau der Kraftwerksgruppe Zemm-Ziller –, beruflich tätig.
Nach der Geburt der Tochter Barbara siedelte die Familie zuerst in die bezugsfertig gewordene Wohnung in Bludenz und danach in den 1970er Jahren nach Innerbraz. Als ihr Sohn ins Schulalter kam, tat sich für Ebenberger ein Berufswechsel auf. Der damalige Direktor der Sonderschule Bludenz, Alfred Simoni (1929–2018), der 1967 auch die Lebenshilfe Vorarlberg gegründet hatte, empfahl ihr den Sohn aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung in der Sonderschule anzumelden und bot ihr zudem, nach Absolvieren einiger Kurse, die Anstellung als Vertragslehrerin an seiner Schule an. Dort übernahm sie in weiterer Folge die Schwerstbehindertenklasse. Nachdem die rund vier bzw. fünf Jahre jüngere Tochter Barbara ins Schulalter kam, besuchte diese nach der Volksschule die Hauptschule in Braz, wo auch der behinderte Sohn aufgenommen wurde. Später lehrte Elisabeth Ebenberger zudem als Musiklehrerin für Instrumentalunterricht an der Musikhauptschule in Thüringen und der Musikschule Klostertal.
Ihr Sohn starb 1992 in seinem 25. Lebensjahr, was Elisabeth Ebenberger auch dazu veranlasste, ihre ersten literarischen Texte zu verfassen. Noch im selben Jahr wurde das Buch veröffentlicht. Um den schweren Verlust zu verkraften, machte sie sich mit ihrem Ehemann zur Pilgerreise am Jakobsweg auf, wovon sie zum Teil auch in ihren Büchern erzählte. Aufgrund ihrer davon gewonnenen Begeisterung ließ sie sich zur Herbergsmutter ausbilden, absolvierte einen Spanischkurs in Granada und betreute Herbergssuchende auf ihrer Pilgerreise. Bereits davor betreute mit ihrem Ehemann zehn Jahre lang als Reiseleiter des Vorarlberger Reisebüros die Pilger auf ihrem Weg über den Jakobsweg. Bis heute (Stand: 2022) engagiert sich Ebenberger sozial und gibt unter anderem Deutschunterricht für geflüchtete Menschen. Im Zuge des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 betreute sie eine Familie, die mit ihren sechs Kindern aus der Ukraine flüchten musste.
Für ihr bereits erwähntes Erstlingswerk Abschied und die Wege danach, mit dem sie den Tod ihres Sohnes zu bewältigen versuchte, wurde sie – je nach Quellenlage – 1998 oder 1999 mit dem Theodor-Körner-Förderpreis für Literatur durch den damaligen österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil an der Universität Wien ausgezeichnet. Durch diese Auszeichnung und um die Schicksalsschläge in ihrem Leben zu verarbeiten, machte sich Ebenberger daran weitere Bücher zu schreiben. Von ihren 14 Bücher, die sie seither geschrieben hat, sind die Hälfte Kinderbücher. Die Rechte an ihrem 2008 erschienenen Buch Niko mit der Harmonika, das 2014 in zweiter Auflage erschien, wurden von einem chinesischen Verlag gekauft, der das Buch in weiterer Folge auf Chinesisch herausbrachte.
Neben ihrer Muttersprache Deutsch spricht Ebenberger auch noch Englisch, Französisch, Serbokroatisch, Spanisch und Italienisch. In Innerbraz betreut das Ehepaar Ebenberger die Buchbörse und das Lesecafé.Gerhard Ebenberger – Buchbörse/Lesecafé, abgerufen am 23. Mai 2023
Werke (Auswahl) 1996: Wenn Dornröschen wach wird… Erzählungen für und über junge Menschen 1997: Geschichten aus der Arbeitswelt 1999: Mit List und Tücke. Texte von 25 Autoren 1999: Montagne incantate. Leggende ed Immagini – Verzauberte Berge, Sagen und Bilder (2. Auflage, 2002) 1999: Auf halbem Weg – oder Warum Santiago de Compostela warten musste (2. Auflage, 2003) 1999: TAMI. Von der Klugheit der Tiere und vom Postboten, der verschlossene Briefe lesen kann 2003: Sieben Wege bis ans Ende der Welt (2., überarbeitete Auflage, 2008) 2005: Babs und Cliff 2007: Wohin denn noch? 2008: Omas wundervolle Reise 2008: Niko mit der Harmonika (2. Auflagen, 2014; Neuauflage, 2017) 2008: Angelina Ocarina (Illustration: Schüler der Musikschule Klostertal) 2012: Willi Wisent 2017: Der Maus (Arbeitstitel He-He Held werden wollen)
Mitarbeit an Anthologien 1996: Vater, mein Vater. Prosa aus Deutschland, Österreich und der Schweiz 1996: Arbeitslos. Texte aus Vorarlberg (Herausgeber: Jürgen Thaler) 1997: Heim, Heimat, Heimatlos 1998: Liebe in den Zeiten der Marktwirtschaft (Herausgeberin: Steirische Werkstatt. Literatur der Arbeitswelt) 1998: Phantasie an die Macht 1998: Die großen Prophezeiungen (Anerkennungspreis 1999) 2001: Viechereien. Tiere erzählen (Herausgeberin: Sylvia Treudl) 2001: Ollahaund duachanaund (Herausgeber: Stelzhamerbund, Gruppe „Neue Mundart“) 2001: Donaugeschichten (Herausgeberin: Ruth Aspöck)
Als Mitwirkende 2001: Ankunft und Abschied. Erzählungen und Gedichte. Publiziert zum hundertjährigen Jubiläum des Hotels Orselina. Szenen aus dem Hotelleben (mit Gedanken von Elisabeth Ebenberger) 2008: Lebensraum Alvier (mit Gedanken von Elisabeth Ebenberger) 2008: Über Brücken (zusammen mit ihrem Ehemann; Herausgeber: Michael Konzett)Über Brücken, abgerufen am 22. Mai 2023Ehepaar Ebenberger präsentiert neue Bücher, abgerufen am 22. Mai 2023
Präsentationen, Ehrungen, Preise und Auszeichnungen (Auswahl) 1997: Kinder- und Jugendliteraturpreis des Landes Steiermark für Wenn Dornröschen wach wird – Kurzgeschichten für Jugendliche 1998: 2. Platz beim Harder Literaturpreis für Das Ich und das Du und der Strom der Vergangenheit 1998 oder 1999: Theodor-Körner-Förderpreis für Literatur für Abschied und die Wege danach – unveröffentlicht 1999: Anerkennungspreis beim Literaturwettbewerb Verzauberte Berge der Kulturabteilung der Gemeinde Bozen für Der Gletscher 2000: Ernst-und-Rosa-von-Dombrowski-Stiftungspreis (1. Preis/Literatur) für Die Lichtung 2000: Anerkennung für die Teilnahme am Concurso Literaria de San Sebastián mit Text Resurección 2001: 2. Preis beim Literaturwettbewerb Verzauberte Berge der Kulturabteilung der Gemeinde Bozen für Der Lauterfresser von Rodeneck 2002: Mira-Lobe-Stipendium für You und die anderen – unveröffentlicht 2005: Lesung aus Abschied und die Wege danach beim Bregenzer Herbstfestival 2005: Frau Ava Literaturpreis für Reigen unseliger Geister mit anschließender Lesung in der Österreichischen Nationalbibliothek und Lesereise zu Schulen in ÖsterreichFrau Ava Literaturpreis 2005 – Elisabeth Ebenberger ist die Preisträgerin des Frau Ava Literaturpreises 2005, abgerufen am 22. Mai 2023 2007: Lesung aus Am Rio Duero bei Literatur und Musik in Wien; Gesang: Silvia Panzenböck, Klavier: Viktoria Groiss 2011: Anerkennung beim Harder Literaturpreis für Im Westen nichts Neues 2012: einer von zehn gleichwertigen Preisen für Literatur beim 11. Preisausschreiben der Stiftung Kreatives Alter für Schmetterlingskind
Literatur
(teilweise mit falschen Angaben)
Weblinks Offizielle Webpräsenz von Elisabeth Ebenberger
Einzelnachweise
Kategorie:Theodor-Körner-Preisträger Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Reiseliteratur Kategorie:Kurzgeschichte Kategorie:Erzählung Kategorie:Sonderpädagoge Kategorie:Musikpädagoge Kategorie:Person (Vorarlberg) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Frau