Bernt Wilke (* 5. März 1943 in Wittenberg) ist ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk Wilke besuchte von 1949 bis 1957 in Wittenberg und Halle/Saale die Grundschule und absolvierte von 1957 bis 1960 eine Lehre als Betriebsschlosser. Von 1960 bis 1963 besuchte er die Arbeiter- und Bauernfakultät Halle und erwarb das Abitur. Dann studierte er von 1963 bis 1965 bei Hannes H. Wagner und Lothar Zitzmann an der HIF und von 1965 bis 1968 bei Gerhard Bondzin und Paul Michaelis an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Für das Diplom schuf er das Tafelbild Dresden 1968.Bestandserfassung der Gemäldesammlung | [Artonomia] Körper und Malerei Seitdem ist Wilke freischaffend als Maler und Grafiker tätig, bis 1995 in Halle/Saale, dann in Dölbau-Naundorf und seit 2006 in Wangern auf der Insel Poel. Von 1974 bis 1976 war er in Berlin Meisterschüler bei Karl-Erich Müller an der Akademie der Künste der DDR. In der DDR erhielt Wilke, wie viele Künstler, Aufträge von Betrieben und Institutionen, und seine Arbeiten wurden angekauft. So war er 1975 mit weiteren Künstlern, u. a. Karl-Erich Müller, an einer repräsentativen Grafikmappe für den VEB Mansfeld Kombinat „Wilhelm-Pieck“ beteiligt und schuf er 1988 im Auftrag des Kombinats nach einem Arbeitsaufenthalt im baschkirischen Bergbauzentrum Sibai drei Landschaftsbilder, die an die Mansfeld-Galerie in Eisleben gingen.Auftragswerke an Mansfeld-Galerie in Eisleben übergeben. In: Neues Deutschland, 11. August 1988, S. 4.

Wilke hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1972/1973, 1977/1978 und 1982/1983 an der VII. bis IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und war Vorsitzender der Sektion Maler und Grafiker des Bezirksverbands Halle.

Der Kunsthistoriker Wolfgang Hütt zählt Wilke zu den „Repräsentanten der mittleren Generation von DDR-Künstlern, die in ihrem Werk offen oder versteckt Kritik an den Verhältnissen übten.“Bernt Wilke: Bernt Wilke: Licht der Landschaft (mz.de)

Studienreisen führten Wilke u. a. mehrfach in die Sowjetunion sowie in die CSSR, nach Polen, Bulgarien, Italien, Mallorca, Portugal, Frankreich, vor der deutschen Wiedervereinigung auch in die Bundesrepublik Deutschland.

Wilke ist vor allem spätimpressionistischer Landschafts- und Porträtmaler. Seit 1989 beschäftigte er sich auch intensiv mit Restaurierungsaufgaben.

Ehrungen

1980: Händelpreis 1981: Kunstpreis der Stadt Halle 1983: Kunstpreis des Bezirks Halle 1985: Max-Lingner-Preis 1986: Kunstpreis der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische-Freundschaft

Darstellung Wilkes in der bildenden Kunst Karl-Erich Müller: Bernt Wilke (1987, Öl auf Papier)

Rezeption „Er war und ist, wie neben ihm viele Maler in den ost – und mitteldeutschen Ländern, sowohl Schöpfer von Sinnbildern menschlicher Hoffnungen als auch existenzieller Bedrohungen, von Bilder, die für Scheitern und Resignation stehen. Er ist als Maler Zeitkritiker und Weltengrübler, zugleich Vermittler ästhetischer Reize im widersprüchlichen Alltäglichen. Wilkes Kunst hilft, in diesem Alltäglichen das Poesievolle zu sehen.“

Wolfgang Hütt

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Wilkes (unvollständig)

Beeskow: Kunstarchiv Beeskow Berlin: Akademie der Künste Bochum: Deutsches Bergbau-Museumwestfalen.museum-digital.de Dresden: Galerie Neue Meister Frankfurt/Oder: Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst Gera: Kunstsammlung Gera Halle/Saale: Kunstmuseum Moritzburg Jena: Kunstsammlung Jena (Kunstsammlungen des vormaligen Zentralinstituts für Mikrobiologie und experimentelle Therapie) Zeitz: Museum Schloss Moritzburg

Weitere Werkbeispiele Siehe auch: Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex

Dresden 1968 (1968, Öl, 120 × 273 cm; Galerie Neue Meister Dresden, Inv. 1968/2) Prof. Dr. sc. Friedrich Bergter (1968, Öl, 88 × 98 cm; Kunstsammlung des Zentralinstituts für Mikrobiologie und experimentelle Therapie in der Kunstsammlung Jena, Inv. VI, 940) Mücheln (1969, Öl, 83 × 116,5 cm; Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst Frankfurt/Oder)

Sitzender Akt (1974, Öl, 61 × 46 cm)

Abstich in der August-Bebel-Hütte (1975, Lithografie, 30 × 45,5 cm)https://nat.museum-digital.de/object/1701218

Einzelausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig)

2003: Leuna, Galerie im Kulturhaus („Licht der Landschaft“) 2012: Wismar, Galerie Hinter dem Rathaus 2013: Bützow, Kunsthaus Bützow 2019: Bützow, Kunsthaus Bützow („Malerei. Bilder aus fünf Jahrzehnten“) 2022: Parchim, Galerie ebe 2022: Bitterfeld, Metall-Labor („Ansichten“) 2023: Merseburg, Domgalerie und Kunsthaus Tiefer Keller (Malerei)

Literatur

Wolfgang Hütt: Bernt Wilke, ein Maler der jungen Generation in Halle. In: Bildende Kunst, Berlin, 1978, S. 340–342.

Bernt Wilke. Malerei-Grafik. Erlebnis Sowjetunion. Hrsg. Zentrales Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft, Berlin. 1986. Wilke, Bernt. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1030/1031. De Gruyter. Allgemeines Künstler-Lexikon. Band 116, 2022, S. 282

Weblink

Website von Bernt Wilke

Einzelnachweise

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