Regula Keller (* 1497; † 21. Februar 1573 auf dem Nollenberg, Schönholzerswilen) war Buchmeisterin im Dominikanerinnenkloster St. Katharina in St. Gallen und Priorin des Klosters St. Katharina auf dem Nollenberg.

Leben Regula Keller wurde 1497 als Tochter der Anna Studler und des Hans Keller geboren. Ihr Bürgerort war Zürich. Sie hatte vier Schwestern. Ihr Vater war Ratsherr und Säckelmeister, und die Familie gehörte zu den angesehensten Geschlechtern der Stadt.Mengis: Schreibende Frauen um 1500. 2013, S. 99. alternativtext=Cod. Sang. 991 Gemahelschaft Christi mit der gläubigen Seele|mini|Cod. Sang. 991 Gemahelschaft Christi mit der gläubigen Seele Regula trat mit einer Aussteuer von 400 Rheinischen Gulden am 10. Mai 1514 ins Dominikanerinnenkloster St. Katharina ein. Bereits in jungen Jahren übernahm sie dort die Aufgabe als Buchmeisterin, wodurch sie für den Bestand der Bibliothek verantwortlich wurde. Insbesondere während der Glaubensspaltung war dies von Bedeutung, da Regula einen Teil des Bestands in umliegende Schwesternhäuser in St. Georgen und in Grimmenstein, die nicht von der Reformation betroffen waren, unterbringen liess.Mengis: Schreibende Frauen um 1500. 2013, S. 100. Zwei Handschriften, darunter der Codex Sangallensis 991 mit dem Traktat Gemahelschaft Christi mit der gläubigen Seele, schickte Keller nach Appenzell. Ihr Begleitbrief aus der Zeit um 1527 klebt auf der Innenseite des Vorderdeckels.

Als schreibende Nonne ist Regula ab 1520 bis 1561 belegt.

In den Auseinandersetzungen der Reformation widersetzte sich Regula mit der Schaffnerin Elisabeth Schaigenwiler und einer Laienschwester dem Willen der reformierten Stadt und des Rats, das Kloster aufzuheben. Während die meisten Schwestern in andere Klöster eintraten und drei Nonnen zum neuen Glauben übertraten, blieben Regula Keller und ihre beiden Mitschwestern über mehrere Jahrzehnte im Kloster. Der 1553 verordnete strenge Hausarrest und auch Druck der neureformierten Verwandtschaft zwangen Regula und ihre Mitschwestern, aufzugeben und der Auflösung des Klosters zuzustimmen. Sie widerriefen den Vertrag nach ihrer Freilassung jedoch umgehend, worauf Regula Keller wieder inhaftiert wurde. 1555 akzeptierten die Nonnen nach diversen Auseinandersetzungen die von einem eidgenössischen Schiedsgericht ausgehandelten Abfindung. Sie wurden vorübergehend im Kloster St. Georgen oberhalb von St. Gallen aufgenommen und konnten durch Vermittlung des St. Galler Abts Diethelm Blarer von Wartensee ab 1561 ihren Konvent auf dem Nollenberg bei Wuppenau wiederbeleben und somit retten.

Bis zu ihrem Tod am 21. Februar 1573 wirkte sie als Priorin des Konvents.Mengis: Schreibende Frauen um 1500. 2013, S. 101.

Literatur Simone Mengis: Schreibende Frauen um 1500. Scriptorium und Bibliothek des Dominikanerinnenklosters St. Katharina St. Gallen. Scrinium Friburgense Bd. 28. De Gruyter 2013, ISBN 978-3-11-022088-9, S. 99–102.

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