Heinrich Julius Oppermann (auch Henrich Julius Oppermann; * 15. August 1752 in GöttingenJohann Stephan Pütter: Versuch einer academischen Gelehrten-Geschichte von der Georg-Augustus-Universität zu Göttingen. Band 2, von 1765 bis 1788. Vandenhoek, Göttingen 1788, S. 208. (Digitalisat auf digitale-sammlungen.de, abgerufen am 21. Mai 2023); † 12. Oktober 1811Wilhelm Ebel (Hrsg. und Bearbeiter): Catalogus Professorum Gottingensium 1734–1962. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1962, S. 134, Nr. 50. (Digitalisat auf gdz.sub.uni-goettingen.de, abgerufen am 21. Mai 2023)Johann Stephan Pütter: Versuch einer academischen Gelehrten-Geschichte von der Georg-Augustus-Universität zu Göttingen. 3: Geschichte der Universität Göttingen in dem Zeitraume von 1788 bis 1820. Band 3, Vandenhoek, Göttingen 1820, S. 169, Todesnachricht. (Digitalisat auf digitale-sammlungen.de, abgerufen am 21. Mai 2023)) war ein deutscher Mathematiker, Gymnasiallehrer, Hochschuldozent und 1805–1811 Universitätsarchitekt in Göttingen.

Leben und Wirken Heinrich Julius Oppermann war ursprünglich Uhrmachergeselle, studierte seit 1774 an der Universität Göttingen Mathematik und verdiente sich von 1779 (1783?) bis 1797 ein „Zubrot als Kollaborator“ (Hilfslehrer) „bey den beiden ersten Classen“ am städtischen Gymnasium in Göttingen.Johannes Tütken: Privatdozenten im Schatten der Georgia Augusta. Zur älteren Privatdozentur (1734 bis 1831), Teil II Biographische Materialien zu den Privatdozenten des Sommersemesters 1812. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2005, ISBN 3-938616-14-8 (Digitalisat auf library.oapen.org, abgerufen am 21. Mai 2023), S. 770.Johannes Tütken: Privatdozenten im Schatten der Georgia Augusta. Zur älteren Privatdozentur (1734 bis 1831), Teil II Biographische Materialien zu den Privatdozenten des Sommersemesters 1812. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2005, ISBN 3-938616-14-8 (Digitalisat auf library.oapen.org, abgerufen am 21. Mai 2023), S. 653. Seit seiner Bestellung 1785 zum staatlichen Lehrbeauftragten der Universität konzentrierte er sich stärker auf seine Aufgaben als Privatdozent der Mathematik.Johannes Tütken: Privatdozenten im Schatten der Georgia Augusta. Zur älteren Privatdozentur (1734 bis 1831), Teil I Statutenrecht und Alltagspraxis. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2005, ISBN 3-938616-14-8 (Digitalisat auf library.oapen.org, abgerufen am 19. Mai 2023), S. 248. 1788 gab Oppermann „in besonderen Lehrstunden (...) acdemischen Unterricht in der reinen Mathematik, Algebra, practischen Geometrie, Mechanik und in der bürgerlichen und Kriegsbaukunst“.

1791 wurde ihm der Charakter und Rang eines Bau-Commissarius beigelegt, doch blieben seine Pflichten als Stadtschullehrer und Universitätsdozent unverändert. Eine kuriose Nebenbeschäftigung des Baukommissars war die Aufsicht über die „Universitäts Sprützen“. 1798 bemühte sich Oppermann von Göttingen aus auch um Aufträge im benachbarten Hessen, dem Eichsfeld und im Corveyischen, insbesondere als Gutachter bei Streitigkeiten im Bau- und Vermessungswesen, wie z. B. beim Mühlenbau.Johannes Tütken: Privatdozenten im Schatten der Georgia Augusta. Zur älteren Privatdozentur (1734 bis 1831), Teil II Biographische Materialien zu den Privatdozenten des Sommersemesters 1812. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2005, ISBN 3-938616-14-8 (Digitalisat auf library.oapen.org, abgerufen am 21. Mai 2023), S. 769.

Am 9. Mai 1805 ernannte das Universitäts- und Schuldepartement Oppermann als Nachfolger des erkrankten und zurückgetretenen Universitätsbaumeisters Georg Heinrich Borheck zum neuen Universitätsarchitekten. Oppermann starb 1811; sein Nachfolger als Universitätsarchitekt wurde Justus Heinrich Müller.

Aus Oppermanns gut sechsjähriger Zeit als Universitätsbaumeister sind keine eigenständigen Entwürfe und Bauprojekte bekannt. Immerhin organisierte er den Bauvertrag zum Göttinger Universitäts-Gewächshaus als mutmaßliches Erstlingswerk seines späteren Nachfolgers Müller.Johannes Tütken: Privatdozenten im Schatten der Georgia Augusta. Zur älteren Privatdozentur (1734 bis 1831), Teil II Biographische Materialien zu den Privatdozenten des Sommersemesters 1812. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2005, ISBN 3-938616-14-8 (Digitalisat auf library.oapen.org, abgerufen am 21. Mai 2023), S. 774. Während der Zeit des Königreichs Westphalen stand offenbar auch wenig Geld für Bauvorhaben der Universität zur Verfügung.Georg Heinrich Borheck: Grundsätze über die Anlage neuer Sternwarten unter Beziehung auf die Sternwarte der Universität Göttingen (Manuskript 1805). In: Grundsätze über die Anlagen neuer Sternwarten mit Beziehung auf die Sternwarte der Universität Göttingen. Von Georg Heinrich Borheck. Hrsg. Klaus Beuermann, Göttinger Universitätsverlag, Göttingen 2005, ISBN 3-938616-02-4 (Digitalisat auf goedoc.uni-goettingen.de, abgerufen am 14. Mai 2023), S. 18, Zitat aus einem Brief von Christian Gottlob Heyne an Georg Heinrich Borheck vom 29. Januar 1810: „Wind von neuem Bauen ist hier genug gemacht; zuverlässig ist noch nichts, am wenigsten der Fonds woher. “ Symptomatisch war die jahrelange Unterbrechung des 1803 begonnenen und erst 1816 fertiggestellten Neubaus der Sternwarte Göttingen. Oppermanns Vorgänger Borheck lästerte 1809: „der arme Oppermann hat eine klägliche Rolle“.Georg Heinrich Borheck: Grundsätze über die Anlage neuer Sternwarten unter Beziehung auf die Sternwarte der Universität Göttingen (Manuskript 1805). In: Grundsätze über die Anlagen neuer Sternwarten mit Beziehung auf die Sternwarte der Universität Göttingen. Von Georg Heinrich Borheck. Hrsg. Klaus Beuermann, Göttinger Universitätsverlag, Göttingen 2005, ISBN 3-938616-02-4 (Digitalisat auf goedoc.uni-goettingen.de, abgerufen am 14. Mai 2023), S. 18.

Sonstiges Oppermann besaß ab 1806 das Haus Lange Geismarstraße 66 in der Göttinger Innenstadt.

Heinrich Julius Oppermanns älterer Bruder Heinrich (1750–1804) war ebenfalls Lehrbeauftragter für Mathematik an der Universität Göttingen.

Literatur

Wilhelm Ebel (Hrsg. und Bearbeiter): Catalogus Professorum Gottingensium 1734–1962. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1962, S. 134, Nr. 50. (Digitalisat auf gdz.sub.uni-goettingen.de, abgerufen am 21. Mai 2023) Johannes Tütken: Privatdozenten im Schatten der Georgia Augusta. Zur älteren Privatdozentur (1734 bis 1831), Teil II Biographische Materialien zu den Privatdozenten des Sommersemesters 1812. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2005, ISBN 3-938616-14-8 (Digitalisat auf library.oapen.org, abgerufen am 21. Mai 2023), S. 570, 653, 769, 770, 771, 774.

Einzelnachweise

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