Schramberg ist eine Stadt im mittleren Schwarzwald, etwa 25 Kilometer nördlich von Villingen-Schwenningen und 47 Kilometer nordöstlich von Freiburg im Breisgau. Sie ist nach der etwa 25 Kilometer südöstlich gelegenen Kreisstadt Rottweil die zweitgrößte Stadt des Landkreises Rottweil und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Seit dem 1. Januar 1972 ist Schramberg eine Große Kreisstadt.
Geographie Lage mini|Das Schramberger Rathaus mini|Blick auf die Schiltach Die Kernstadt von Schramberg, die sogenannte „Talstadt“, liegt im Tal der Schiltach, das sich hier zu einem Kessel weitet. Hier münden die Bäche Göttelbach, Kirnbach, Berneck und Lauterbach bzw. deren Täler ein, weshalb Schramberg den Beinamen „Fünftälerstadt“ trägt. Die Täler entsprechen den fünf Zufahrtsstraßen in die Stadt, die von Sulgen, Hardt, Tennenbronn, Lauterbach und Schiltach in die Stadt führen. Der niedrigste Punkt im Stadtgebiet liegt bei der Kläranlage Schiltachtal und misst , der höchste Punkt ist auf der Brunnholzer Höhe am Windkapf (Stadtteil Tennenbronn) mit . Das Rathaus Schramberg liegt auf .
Gewässer Darüber hinaus findet man in der Talstadt Schramberg noch folgende Gewässer: das Vogtsbächle, einen Zufluss des Göttelbaches, den Roßwald (Zufluss des Göttelbaches), den Glasbach (Zufluss des Göttelbaches) sowie den Geißhaldenweiher im Lauterbachtal, einen Stausee, der ehemals der Elektrizitätsgewinnung für die Junghanswerke diente.
In der Bergvorstadt Sulgen befindet sich der Wiesenwaldweiher.
Stadtgliederung Stadtteil Einwohnerzahl (30. Juni 2022) Heiligenbronn 541 Kernstadt (Talstadt) 8144 Schönbronn 151 Sulgen 7054 Tennenbronn 3375 Waldmössingen 2044
Neben den genannten Stadtteilen unterscheidet man noch eine Vielzahl weiterer, räumlich getrennter Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben, sowie Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind.
Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Schramberg. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt:
Lauterbach, Schiltach, Aichhalden, Fluorn-Winzeln, Oberndorf am Neckar, Bösingen, Dunningen, Eschbronn, Hardt (alle Landkreis Rottweil), Königsfeld im Schwarzwald, St. Georgen im Schwarzwald, Triberg im Schwarzwald (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Hornberg (Ortenaukreis).
Mit den Gemeinden Aichhalden, Hardt und Lauterbach ist die Stadt Schramberg eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.
Raumplanung Schramberg bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, zu dessen Mittelbereich die Städte und Gemeinden Aichhalden, Dunningen, Eschbronn, Hardt, Lauterbach, Schenkenzell und Schiltach des Landkreises Rottweil gehören.
Schutzgebiete
In Schramberg gibt es zwei Landschaftsschutzgebiete, das Obere Schiltachtal mit dem Bernecktal und das Schiltachtal vom Teufelskopf bis Hohenschramberg. Zudem hat die Stadt Anteil an den FFH-Gebieten Baar, Eschach und Südostschwarzwald, zu welchem einige Flächen um Waldmössingen gehören, und Schiltach und Kaltbrunnertal mit einigen Teilflächen um die Talstadt. Das Obere Schiltachtal gehört außerdem zum Vogelschutzgebiet Mittlerer Schwarzwald. Das gesamte Stadtgebiet gehört zudem zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte mini|hochkant|links|Burgruine Hohenschramberg Schrambergs Entwicklung bis zum 19. Jahrhundert Schramberg wurde 1293 als Schrammenberg erstmals erwähnt. Als Ausbauort von Schiltach gehörte der Ort alsbald den Herren von Teck und wurde von diesen an die Herren von Schilteck weitergegeben. 1347 erwarben ihn die Herren von Falkenstein. 1444 wurden Teile der Herrschaft an Württemberg verpfändet, doch 1449 wieder eingelöst. Danach wechselte der Ort mehrfach den Besitzer. 1547 erhielt er das Marktrecht. Ab 1648 war Schramberg überwiegend im Besitz der Reichsgrafen von Bissingen-Nippenburg. Dieses Territorium wurde auch als Herrschaft Schramberg bezeichnet. Die Stadt war dem Ritterkanton Neckar-Schwarzwald zugehörig und wurde 1805 im Zuge der Mediatisierung dem Kurfürstentum Württemberg einverleibt. Bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg wurde der Ort Sitz eines Oberamtes, das jedoch bereits 1807 dem Oberamt Hornberg als Unteramt angegliedert wurde. 1810 kam der Ort zum Oberamt Oberndorf. Infolge des starken Zuwachses durch die Industrialisierung erhielt Schramberg am 7. September 1867 Stadtrechte.
Industrialisierung Wie in vielen Schwarzwaldgemeinden begann im 19. Jahrhundert die Industrialisierung in Schramberg. Erste Manufakturen produzierten Steingut (Schramberger Majolika-Fabrik), Strohwaren und Emaille. 1861 wurde der Uhrenhersteller Junghans gegründet, der zum bedeutendsten Arbeitgeber der Stadt wurde. In seinem Umfeld siedelten sich zahlreiche Zulieferer, beispielsweise von Uhrenfedern, an. 1892 erhielt Schramberg mit der Eröffnung einer Nebenbahn zur Kinzigtalstrecke über das Schiltachtal Anschluss an das Schienennetz der Badischen und Württembergischen Staatsbahnen. Für die früher gebaute badische Schwarzwaldbahn wurde auch eine Route über Wolfach, Schiltach, Schramberg, Tennenbronn und Königsfeld erwogen, die bautechnisch einfacher als die verwirklichte über Hornberg gewesen wäre, jedoch über württembergisches Gebiet geführt hätte.
NS- und Nachkriegszeit Durch die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg wurde 1938 der Kreis (bis 1934 Oberamt) Oberndorf aufgelöst und Schramberg dem Landkreis Rottweil zugeteilt. 1939 wurde Sulgen nach Schramberg eingemeindet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel die Stadt Schramberg in die Französische Besatzungszone und kam somit 1947 zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.
Bei der Kreisreform 1973 blieb zwar die Zugehörigkeit Schrambergs zum Landkreis Rottweil bestehen, jedoch kam mit der Auflösung des Regierungsbezirks Südwürttemberg-Hohenzollern die jetzige Zuordnung des Landkreises und somit auch Schrambergs zum Regierungsbezirk Freiburg.
Besondere Ereignisse Am 21. Mai 1959 wurde Schramberg von einem schweren Unwetter heimgesucht, bei dem die Wassermassen Erde und Geröll der umgebenden Berge in die Fünftälerstadt schwemmten. Im Februar 1982 verlor ein Kampfflugzeug vom Typ McDonnell F-4 Phantom eine Luft-Luft-Abwehrrakete AIM-9 Sidewinder über dem Stadtgebiet. Nach mehrtägiger Suche wurde die Rakete in einer Scheune eines Bauernhofes im Oberen Kirnbach gefunden. Sie hatte das Dach durchschlagen und steckte im Betonboden, explodierte jedoch nicht. 2000 fanden in Schramberg die Heimattage Baden-Württemberg statt. Am 1. Juni 2005 kam es zum bisher größten Schadenfeuer in der Schramberger Stadtgeschichte. Der Großbrand bei der Firma Schweizer Electronic AG musste unter Einsatz von mehreren Feuerwehren aus der Umgebung und etwa 250 Einsatzkräften gelöscht werden.
Eingemeindungen In die Stadt Schramberg wurden folgende Gemeinden bzw. Gemeindeteile eingegliedert: 1939: Sulgen, 1935 gebildet durch Vereinigung der Gemeinden Sulgen und Sulgau 1. Dezember 1971: Waldmössingen 1. Januar 1975: Brambach, Glasbach, Hochholz, Lienberg, Oberreute, Rappenbauernhof (bis dahin Teile der Gemeinde Aichhalden) 1. Januar 1977: Hutneck (bis dahin teilweise zur Gemeinde Hardt gehörig) 1. Mai 2006: TennenbronnStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2006
Nach der Eingemeindung Waldmössingens am 1. Dezember 1971 stieg die Einwohnerzahl der Stadt auf über 20.000. Die Stadtverwaltung stellte den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg mit Wirkung vom 1. Januar 1972 beschloss. Doch schon bald sank die Einwohnerzahl wieder unter 20.000 ab, dennoch konnte Schramberg den Status „Große Kreisstadt“ behalten. Am 1. Mai 2006 wurde die zuvor selbständige Gemeinde Tennenbronn nach Schramberg eingemeindet, wodurch die Einwohnerzahl der Stadt wieder über 20.000 lag.
Sulgen Sulgen wurde 1323 erstmals erwähnt. Die mittelalterliche Streusiedlung taucht nach 1444 unter den beiden Namen Sulgen und Sulgau auf. Beide Orte entwickelten sich unabhängig voneinander und wurden als selbständige Gemeinden geführt, die 1934 unter dem Namen „Sulgen“ vereinigt und bereits 1939 in die Stadt Schramberg eingegliedert wurden.
Waldmössingen Waldmössingen wurde im Jahre 994 als „Mesinga“, 1262 als „Waltmessingen“ erstmals erwähnt. Im 11. und 12. Jahrhundert bestand ein Ortsadel. Der Ort gehörte mit der Stadt Oberndorf den Herzögen von Zähringen, später den Herren von Teck und kam mit Oberndorf 1381 an Österreich. 1805 wurde der Ort württembergisch. 1806 gehörte er zum Obervogteiamt Oberndorf, ab 1807 zum Oberamt Rottweil und ab 1810 zum neu geschaffenen Oberamt Oberndorf. Bei dessen Auflösung 1938 kam Waldmössingen zum Landkreis Rottweil.
Einwohnerentwicklung mini|Einwohnerentwicklung Schrambergs von 1810 bis 2016 Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse () oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
Jahr Einwohnerzahlen 1810 1.746 1823 2.035 1834 2.551 1849 3.261 1861 3.125 1. Dezember 1871 3.453 1. Dezember 1880 4.571 1. Dezember 1900 8.551 1. Dezember 1910 11.267 16. Juni 1925 12.113 16. Juni 1933 11.741 17. Mai 1939 16.010 13. September 1950 16.458 Jahr Einwohnerzahlen 6. Juni 1961 18.114 27. Mai 1970 18.951 31. Dezember 1971 20.147 31. Dezember 1975 19.677 31. Dezember 1980 19.157 25. Mai 1987 18.102 31. Dezember 1990 19.086 31. Dezember 1995 19.598 31. Dezember 2000 18.883 31. Dezember 2005 18.391 30. Juni 2006 22.093 31. Dezember 2010 21.242 31. Dezember 2015 20.985 31. Dezember 2020 21.059
Politik
Gemeinderat Nach der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 hat der Gemeinderat Schramberg 31 Sitze (2019: 25). Die Wahl führte zu folgendem Ergebnis: Partei/Liste Stimmenanteil Sitze +/− CDU 38,8 % 12 + 4 SPD 12,4 % 4 ± 0 ödp 6,1 % 2 − 1 AfD 1,6 % 1 + 1 Freie Liste 19,3 % 6 + 6 Buntspecht & Grüne 10,4 % 3 ± 0 Aktive Bürger 7,0 % 2 − 1 Neue Liste 4,5 % 1 + 1
Bürgermeister Die Verwaltung Schrambergs lag bis 1805 in den Händen der Vögte. Über den Vögten stand das Obervogteiamt, dem mehrere Ämter unterstanden.
Nach dem Übergang an Württemberg stand der Schultheiß bzw. Bürgermeister an der Spitze des Ortes. Mit Erlangung der Stadtrechte 1867 hieß das Oberhaupt Stadtschultheiß und ab 1930 Bürgermeister.
Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1972 trägt das Stadtoberhaupt von Schramberg die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter war in der Vergangenheit der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister. Dieses Amt wurde vor einiger Zeit abgeschafft. Heute gibt es ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeister, die von den Fraktionen des Gemeinderats gestellt und vom Gemeinderat gewählt werden.
Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Schramberg seit 1954 1954–1974: Konstantin Hank, CDU, Bürgermeister, ab 1972 Oberbürgermeister († 19. März 1977) 1974–1982: Roland Geitmann, SPD, Oberbürgermeister († 4. Dezember 2013) 1982–1990: Bernd Reichert, CDU, Oberbürgermeister 1990–2011: Herbert O. Zinell, SPD, OberbürgermeisterSeit dem 13. Mai 2011 ist Zinell Ministerialdirektor im baden-württembergischen Innenministerium, am 31. Juli 2011 wurde sein Nachfolger gewählt. 2011–2019: Thomas Herzog, parteilos, Oberbürgermeister seit 2019: Dorothee Eisenlohr, parteilos, Oberbürgermeisterin
Stadteigene Betriebe Die Stadtwerke Schramberg GmbH & Co KG sind das stadteigene Energie- und Wasserversorgungsunternehmen der Stadt Schramberg. Sie betreiben daneben auch ein Parkhaus und zwei Schwimmbäder.
Wappen
Städtepartnerschaften Schramberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft: