mini|hochkant=1.5|Festung Königstein 2008 Die Festung Königstein ist eine der größten Bergfestungen in Europa. Sie liegt inmitten des Elbsandsteingebirges auf dem gleichnamigen Tafelberg oberhalb des Ortes Königstein am linken Ufer der Elbe im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Sachsen).

Das 9,5 Hektar große Felsplateau erhebt sich 240 Meter über die Elbe, der höchste Punkt im östlich gelegenen Festungswald bei TK25 Messtischblatt Nr. 5050, 1997. (→ Königstein (Berg)). Es war nach Scherbenfunden schon in der Spätbronzezeit besiedelt. Die militärische Nutzung setzte Ende des 11. Jahrhunderts mit der Errichtung einer Höhenburg im Nordwesten des Bergplateaus ein. Sie erfuhr ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bauliche Erweiterungen, die u. a. in den 1560er Jahren zur Anlage eines 152,5 Meter tiefen Brunnens führte. Dieser ist inzwischen – nach dem Brunnen in der Reichsburg Kyffhausen – der zweittiefste Burgbrunnen Europas. Ab 1589 erfolgte der weitere Ausbau zur sächsischen Landesfestung. Ihr Wallgang ist 1800 Meter lang und hat bis zu 42 Meter hohe Mauern und Sandstein-Steilwände.

In den folgenden Jahrhunderten diente die Festung Königstein als Garnison, Staatsgefängnis, Schatzkammer und Zufluchtsort. Während verschiedener Kriege wurde die Festung niemals in Kampfhandlungen erobert. Aufgrund der Weiterentwicklung der Waffentechnik und der verminderten strategischen Bedeutung verlor der Königstein Anfang des 20. Jahrhunderts seine militärische Rolle. Nach dem Friedensvertrag von Versailles erfolgte 1920 die weitgehende Desarmierung der Festung.

Nachdem bereits in den 1920er Jahren ein erster Ausflugsverkehr einsetzte, ist die Festung seit 1955 dauerhaft als Museum zugänglich. Heute geben die über 50 teilweise 400 Jahre alten Bauten einen authentischen Einblick in das militärische und zivile Leben auf der Festung Königstein. { "type": "FeatureCollection", "features": [

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Baugeschichte der Festung Beginn im 13. Jahrhundert

mini|Der Seigerturm ist einer von 8 Beob­achtungs- und Flankierungs­türmen der Festung, die um 1590/1600 erbaut wurden. mini|Gewölbtes Erdgeschoss des 1594 von Paul Buchner dem Älteren erbauten Alten Zeughauses mini|Altes Zeughaus (links) und Alte Kaserne von 1598 (Hintergrund Mitte)

Die wohl älteste schriftliche Erwähnung einer Burg auf dem Königstein findet sich in einer Urkunde König Wenzels I. von Böhmen aus dem Jahr 1233, in der als Zeuge ein „Burggraf Gebhard vom Stein“ genannt wird. Die mittelalterliche Burg gehörte zum Königreich Böhmen. Die erste vollständige Bezeichnung „Königstein“ geschah in der Oberlausitzer Grenzurkunde von 1241, die Wenzel I. „in lapide regis“ ( für „auf dem Stein des Königs“) siegelte. Diese Urkunde bestimmte in den Ländern Budissin und Zagost, der späteren Oberlausitz, die Grenzen zwischen den zum Königreich Böhmen gehörenden Gebieten und den Besitzungen des Bischofs von Meißen. Die böhmischen Herrscher ließen den Königstein, je intensiver die Elbe als Handelsstraße genutzt wurde, zu einem den Norden ihrer Besitzungen beherrschenden festen Platz und Vorposten der im benachbarten Müglitztal gelegenen strategisch bedeutsamen Burg Dohna ausbauen.

Nachdem der König und spätere Kaiser Karl IV. die das südliche Gebiet beherrschende Burg Eulau in Jílové u Děčína (dt. Eulau) 1348 durch Bürger aus Aussig zerstören ließ, weilte er vom 5. bis 19. August 1359 auf dem Königstein und unterzeichnete Schifffahrtsprivilegien. Die Burg wurde in den darauf folgenden 50 Jahren mehrfach verpfändet, darunter auch an die von Winterfeld und Donins. Da letztere Familie zu den Feinden des Markgrafen von Meißen gehörte, eroberte dieser während der seit 1385 ausgetragenen Dohnaischen Fehde die Burg letztendlich im Jahr 1408. Aber erst am 25. April 1459 wurde mit dem Vertrag von Eger endgültig die sächsisch-böhmische Grenze und damit der Übergang des Königsteins an die Markgrafschaft Meißen festgelegt. Im Unterschied zu anderen Felsenburgen der Sächsischen Schweiz wurde der Königstein von den sächsischen Herzögen und Kurfürsten weiter militärisch genutzt. Eine Episode blieb der Königstein als Kloster. Herzog Georg der Bärtige, ein entschiedener Gegner der Reformation, gründete im Jahr 1516 ein Coelestiner-Kloster auf dem Königstein, das Kloster des Lobes der Wunder Mariae, das aber bereits 1524 wieder einging – nach dem Tode Herzog Georgs wurde Sachsen evangelisch.

Spätmittelalterliche Burg Wahrscheinlich gab es bereits im 12. Jahrhundert eine steinerne Burg auf dem Königstein. Das älteste noch existente Bauwerk ist die an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert errichtete Burgkapelle. Aus dem 14. Jahrhundert sind die Außenmauern eines wohnturmartigen Gebäudes auf quadratischem Grundriss im Hauptflügel der Georgenburg erhalten. Ein Hof ergänzte die kleine Anlage.Die Ergebnisse der Bauforschung in den Jahren 2012–2014 bei: Hartmut Olbrich: Die Westbebauung auf dem Königstein. Bau- und Funktionsgeschichte im Wandel. In: In Lapide Regis – Auf dem Stein des Königs. Katalogedition zur Dauerausstellung über die Geschichte des Königsteins. Königstein 2017, S. 37–47.

Diese Burg aus der Zeit von Karl IV. ließ Herzog Georg der Bärtige um 1500 durch einen Flügel und Treppenturm nach Süden erweitern, der ebenfalls im Bau erhalten geblieben ist.Olbrich 2017, S. 37–39.

In den Jahren 1563 bis 1569 wurde innerhalb der Burg durch Conrad König der 152,5 Meter tiefe Brunnen in den Fels abgeteuft – bis dahin war die Besatzung des Königsteins auf Wasser aus Zisternen und Regenwasser angewiesen. Beim Bau des Brunnens musste täglich zusätzlich zum abgeteuften Gestein eine Wassermenge von acht Kubikmeter aus dem Schacht entfernt werden. Der Brunnen trug im ausgehenden 18. Jahrhundert den Namen Augustusbrunnen.

Ausbau zur Renaissance-Festung und zum kurfürstlichen Lustschloss mini|Festung Königstein um 1650 mini|Johann Georg Starcke: Ansicht der Festung Königstein, Handzeichnung, vor 1695 mini| Die Festung Königstein in der Barockzeit, Gemälde von Canaletto (entstanden 1756–1758) mini|hochkant|Plan der Festung Königstein zw. 1735 und 1755 Zwischen 1589 und 1591/97 ließen Kurfürst Christian I. von Sachsen und seine Erben die Burg zur stärksten Festungsanlage Sachsens ausbauen. Die Leitung hatte der kurfürstliche Zeugmeister Paul Buchner, der auch andere höfische Bauten und Festungsanlagen für Christian I. baute. Der bis dahin immer noch recht zerklüftete Tafelberg wurde rundherum mit hohen Mauern mit Brustwehr und runden Beobachtungstürmchen abgeschlossen. Als durch das Gelände bestimmte Festung war die Anlage eher untypisch für die Renaissance. Mit diesem Bautyp hatte sich damals vor allem der Straßburger Festungsbautheoretiker Daniel Specklin beschäftigt.Sebastian Fitzner: Erinnerung, Gedächtniswert und Bauanleitung. Die Architekturdarstellungen Daniel Specklins im Kontext des Festungsbaus der frühen Neuzeit. In: Jülicher Geschichtsblätter. 74/75 (2006/07), S. 65–92.

Als neue Gebäude entstanden auf dem Königstein das Torhaus mit seiner über dem neuen Festungstor zurückweichenden dreiflügeligen Fassade und als Verbindungsbau zwischen älterer Georgenburg und dem neuen Torhaus die Streichwehr zur Verteidigung des Tores. Das von 1589 bis 1591 errichtete Torhaus bestand aus einem Mitteltrakt über einer an dieser Stelle neu angelegten Auffahrt als Hauptzugang der Festung und zwei abgewinkelten Flügeln. Unter dem Torhaus erstreckten sich zwei Kellerebenen, in deren oberer sich das neue Eingangstor befand, das also höher als heute lag. Das vordere Festungsportal ist nicht erhalten, anders als das rückwärtige Portal von Paul Buchner mit seiner Rahmung aus Rustikakissen. 1591 wurde die Streichwehr errichtet, die große Substruktionen zur Schließung eines Felsspaltes erforderte, in die fünf Kasematten mit Schießscharten für Kanonen eingebaut wurden.