Der 68. Eurovision Song Contest fand vom 7. bis zum 11. Mai 2024 in Malmö statt, nachdem Loreen mit dem Lied Tattoo den Eurovision Song Contest 2023 in Liverpool gewonnen hatte. Es war nach 1992 und 2013 die dritte Austragung des ESC in Malmö und die insgesamt siebte in Schweden (zuletzt 2016 in Stockholm).

Den Sieg holte Nemo für die Schweiz mit dem Song The Code. Es war nach 1956 und 1988 der dritte Sieg des Landes im Wettbewerb. Nemo erreichte im Juryvoting den ersten und im Televoting den fünften Platz. Zweiter im Wettbewerb wurde Baby Lasagna, der mit seinem Lied Rim Tim Tagi Dim für Kroatien die Zuschauerabstimmung gewann und mit dem zweiten Platz die bisher höchste Platzierung Kroatiens beim ESC erzielen konnte. Den dritten Platz erreichten die Ukrainerinnen Alyona Alyona und Jerry Heil mit ihrem Song Teresa & Maria. Der Mitfavorit und Vertreter der Niederlande, Joost Klein, wurde vom Finale ausgeschlossen. Deutschland erreichte mit Isaak Guderian Platz 12. Österreichs Teilnehmerin Kaleen wurde Vorletzte im Finale.

Austragungsort Am 14. Mai 2023, kurz nachdem Schweden den Wettbewerb gewonnen hatte, gab die CEO von SVT, Hanna Stjärne, bekannt, dass der Sender den Eurovision Song Contest 2024 ausrichten werde.

Am 16. Juni 2023 veröffentlichte die Zeitung Aftonbladet eine Liste von Anforderungen, die SVT an die potenziellen Austragungsorte stellte. Demnach trägt die Gastgeberstadt die Verantwortung für Umsetzung und Finanzierung der gesamten Veranstaltung außerhalb der eigentlichen Shows. Verlangt wurden unter anderem:

eine Arena mit umfangreicher Infrastruktur für die Shows ein Pressezentrum für 1.200 Personen mindestens 3.500 Hotelbetten Veranstaltungsorte für den Euroclub, das Eurovision Village und den Türkisen Teppich der Eröffnungsfeier Sicherheits- und Verkehrskonzepte

Die Bewerbungsfrist endete am 12. Juni 2023. Folgende Städte bewarben sich als Austragungsort:

Stadt Austragungsort maximale Kapazität(Konzerte) Bemerkungen Göteborg Scandinavium 14.000 Austragungsort des Eurovision Song Contest 1985 und des Melodifestivalen seit 2003. Malmö Malmö Arena 15.500 Austragungsort des Eurovision Song Contest 2013 und des Melodifestivalen seit 2009. Örnsköldsvik Hägglunds Arena 9.800 Austragungsort des Melodifestivalen 2007, 2010, 2014, 2018 und 2023. Stockholm Friends Arena 60.000 Die Arena liegt in der Gemeinde Solna, die Teil des Stockholmer Stadtgebiets ist. Der dort beheimatete Fußballclub AIK Solna hatte sich gegen eine Austragung in der Arena ausgesprochen. Austragungsort des Finales des Melodifestivalen seit 2013. Tele2 Arena 40.000 Der dort beheimatete Fußballclub Hammarby IF hatte sich gegen eine Austragung in der Arena ausgesprochen. Frihamn 15.000 Ein Vorschlag der Stadt Stockholm sah die Errichtung einer temporären Arena für 11.000 bis 15.000 Zuschauer auf dem Gelände des Freihafens im Stadtteil Östermalm vor. Neben den aufgeführten Bewerbungen gab es Interesse an einer Ausrichtung in Jönköping, Eskilstuna und Partille (Tätort Göteborg), deren vorgeschlagene Veranstaltungsarenen allerdings alle nicht den üblichen Anforderungen der EBU an einen Austragungsort entsprachen. Sandviken entschloss sich, eine ursprünglich geplante Bewerbung nicht weiter zu verfolgen.

Die Stockholmer Avicii Arena, Austragungsort des letzten ESC in Schweden 2016, wird 2024 im Zuge der Vorbereitung auf die Eishockey-Weltmeisterschaft 2025 umgebaut und stand daher nicht zur Verfügung.

Am 7. Juli 2023 gab SVT bekannt, dass der Wettbewerb wie 2013 in der Malmö Arena stattfinden werde.

Malmö ist die erste und einzige Nicht-Hauptstadt, die den ESC ein drittes Mal ausrichtet. Zudem ist der ESC 2024 bereits der fünfte in Folge, der nicht in der Hauptstadt eines Staates stattfindet – so oft hintereinander wie noch nie zuvor. Den bislang letzten ESC in einer Hauptstadt gab es 2018 in Lissabon.

Planung und Leitung Nach dem schwedischen Sieg 2023 kündigte Sveriges Television (SVT) an, noch am selben Abend mit der Planung des ESC 2024 beginnen zu wollen.

Die Bürgermeisterin von Malmö, Katrin Stjernfeldt Jammeh, kündigte an, dass die Stadt etwa 30 Mio. Kronen (2,5 Mio. Euro) in die Ausrichtung investieren wolle.

Produktionsteam Am 14. Juni 2023 stellte SVT die ersten Mitglieder des Kernteams der Produktion vor; die restlichen Namen wurden im September bekanntgegeben:

Ebba Adielsson, Executive Producer (Gesamtleitung) Christel Tholse Willers, Executive Producer (Kommunikation, Presse, Marketing, Events) Tobias Åberg, Executive in Charge of Production (Leitung der technischen Gesamtproduktion) Johan Berghagen, Executive Line Producer (Finanzen und technische Verantwortung)

Christer Björkman, Contest Producer (Produktion der Wettbewerbsbeiträge) Per Blankens, TV Producer (Produktion des Rahmenprogramms in den Shows) David Wessén, Head of Production

Reference Group Die Eurovision Song Contest Reference Group ist das Exekutivkomitee der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und ihrer Mitgliedssender für den ESC. Sie entscheidet über die Regeln des Wettbewerbs, die Finanzierung der Veranstaltung und überwacht die Vorbereitung der ausrichtenden Rundfunkanstalt. Für den ESC 2024 hat sie folgende Mitglieder:

Bakel Walden, SRG SSR, Vorsitzender Martin Österdahl, EBU, Executive Supervisor Ebba Adielsson, SVT, Executive Producer Rachel Ashdown, BBC Felix Bergsson, RÚV (bis 20. März) Ana María Bordas, RTVE Carla Bugalho, RTP Claudio Fasulo, Rai Simona Martorelli, Rai Tomislav Štengl, HRT Alexandra Wolfslast, NDR

Format Motto Am 14. November 2023 gab die EBU bekannt, dass das Motto des Vorjahres United by Music ab 2024 dauerhaft bei jedem ESC zum Einsatz kommen werde.

Postcards Die Postcards, d. h. die Einspielfilme, die jeden Beitrag vorstellen, wurden 2024 nach einem neuen Konzept produziert. Die Teilnehmer sind nicht wie in den Vorjahren in ihren Heimatländern von einem professionellen Kamerateam gefilmt worden. Stattdessen haben die Künstler dieses Material selbst im Selfie-Modus mit einem Smartphone aufgenommen. Zusätzlich wird in den Postcards das jeweilige Teilnehmerland vorgestellt, indem einige frühere ESC-Beiträge aus diesem gezeigt werden.

+ESC-Beiträge Land Jahr Vertreter(in) des Landes Song 2009 Kejsi Tola Carry Me in Your Dreams 2012 Rona Nishliu Suus 2009 Inga & Anusch Jan Jan 2022 Rosa Linn Snap 2009 Aysel & Arash Always 2011 Ell & Nikki Running Scared 2015 Guy Sebastian Tonight Again 2019 Kate Miller-Heidke Zero Gravity 1986 Sandra Kim J'aime la vie 2015 Loïc Nottet Rhythm Inside 1988 Hot Eyes Ka' du se hva' jeg sa'? 2000 Olsen Brothers Fly on the Wings of Love 1994 Mekado Wir geben 'ne Party 2010 Lena Satellite 2001 Tanel Padar, Dave Benton & 2XL Everybody 2009 Urban Symphony Rändajad 1994 CatCat Bye Bye Baby 2023 Käärijä Cha Cha Cha 1977 Marie Myriam L'Oiseau et I'Enfant 2021 Barbara Pravi Voilà 2007 Sopo Chalwaschi Visionary Dream 2015 Nina Sublatti Warrior 1974 Marinella Krasi, thalasa kai t'agori mou 2005 Helena Paparizou My Number One 1987 Johnny Logan Hold Me Now 2011 Jedward Lipstick 1986 ICY Gleðibekkur 2021 Daði og Gagnamagnið 10 Years 1991 Duo Datz Kan 1998 Dana International Diva 1987 Umberto Tozzi & Raf Gente di mare 2021 Måneskin Zitti e buoni 1999 Doris Dragović Marija Magdalena 2023 Let 3 Mama ŠČ! 2002 Marie N I Wanna 2015 Aminata Love Injected 2012 Donny Montell Love Is Blind 2021 The Roop Discoteque 1965 France Gall Poupée de cire, poupée de son 1988 Lara Fabian Croire 1998 Chiara The One That I Love 2021 Destiny Je me casse 2005 Zdob și Zdub Bunica bate toba 2010 SunStroke Project & Olia Tira Run Away 1998 Edsilia Hemel en aarde 2019 Duncan Laurence Arcade 1986 Ketil Stokkan Romeo 2009 Alexander Rybak Fairytale 2014 Conchita Wurst Rise Like a Phoenix 2018 Cesár Sampson Nobody But You 1994 Edyta Górniak To nie ja! 2014 Donatan & Cleo My Slowianie - We Are Slavic 1982 Doce Bem bom 2017 Salvador Sobral Amar pelos dois 2014 Valentina Monetta Maybe 2019 Serhat Say Na Na Na 1983 Carola Främling 2023 Loreen Tattoo 1988 Céline Dion Ne partez pas sans moi 2021 Gjon's Tears Tout l'univers 2007 Marija Šerifović Molitva 2022 Konstrakta In corpore sano 2001 Nuša Derenda Energy 2019 Zala Kralj & Gašper Šantl Sebi 1968 Massiel La, la, la 2022 Chanel SloMo 2018 Mikolas Josef Lie to Me 2022 We Are Domi Lights Off 2004 Ruslana Wild Dances 2021 Go_A SHUM 1967 Sandie Shaw Puppet on a String 2022 Sam Ryder Space Man 1997 Hara & Andreas Konstantinou Mana mou 2012 Ivi Adamou La La Love

Bühne mini|Bühne des ESC 2024 Das von Florian Wieder und Fredrik Stormby entworfene Bühnendesign wurde erstmals am 19. Dezember 2023 präsentiert. Es ist bereits das achte Mal, dass Wieder eine Bühne für den Eurovision Song Contest entworfen hat (zuletzt 2021 in Rotterdam). Die Bühne hat die Form eines Kreuzes und ist auf allen Seiten von Publikum umgeben. Über ihr hängen fünf große LED-Würfel.

Das Bühnenbild hat inklusive der Würfel und des Bühnenbodens 1000 Quadratmeter LED-Fläche, die mit Video bespielbar sind, sowie 2168 Lichter. An der Dachkonstruktion der Malmö Arena hängen 204 Tonnen Technik.

Moderation Am 5. Februar 2024 gab SVT bekannt, dass Petra Mede und Malin Åkerman die Shows moderieren werden. Mede führte bereits 2013 und 2016 durch den Wettbewerb.

Das Skript für die Moderatorinnen stammte wie bei diesen beiden ESCs vom schwedischen Kommentator Edward af Sillén, der bei den Moderationssequenzen auch Regie führte.

Abstimmung Votingsystem Im Finale des ESC 2024 kommt weiterhin das 2016 eingeführte Votingsystem zum Einsatz, bei dem in jedem Teilnehmerland eine Jury und das Televoting jeweils einen Punktesatz von 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10 und 12 Punkten verteilen.

In den Halbfinalen bleibt es wie im Vorjahr bei einem reinen Televoting.

Zusätzlich gibt es in allen drei Shows einen „Rest-of-the-world“-Punktesatz, der in einer Online-Abstimmung bestimmt wird, an der sich ausschließlich Zuschauer aus Nicht-Teilnehmerländern beteiligen dürfen.

Abstimmungsfenster Am 11. März 2024 gaben SVT und die EBU bekannt, dass die Zuschauerabstimmung im Finale bereits vor dem ersten Auftritt geöffnet wird. Diese Regelung hatte es bereits 2010 und 2011 gegeben. Zusätzlich wird das im Vorjahr eingeführte „Rest-of-the-world“-Voting bereits 24 Stunden vor Beginn der Show geöffnet.

Überlegungen zu Reform des Juryvotings Im Juni 2023 gab der norwegische Rundfunk NRK bekannt, dass man die Europäische Rundfunkunion gebeten habe, eine mögliche Reform des Juryvotings beim ESC zu prüfen. Anlass war, dass es nach dem Finale 2023 zu Diskussionen gekommen war, weil der finnische Teilnehmer Käärijä trotz großen Vorsprungs im Televoting nicht gewonnen hatte. Auch NRK habe entsprechende Beschwerden von Zuschauern erhalten.

Die Ende Oktober 2023 veröffentlichte öffentliche Version der Regeln des ESC 2024 legte das prozentuale Verhältnis zwischen Jury- und Televoting zunächst nicht fest. Anfang März 2024 erklärte die EBU gegenüber der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, dass es beim 50:50-Verhältnis, das seit 2009 in Kraft ist, bleiben werde. Somit gelten für 2024 dieselben Regeln für das Juryvoting wie im Vorjahr.

Jurys Die deutsche Jury bestand aus Ireen Sheer, Das Bo, WDR-Musikredakteurin Nicola Keute, Musikverleger Florian Schrödter und Sängerin Mona Meiller.

Die österreichische Jury bestand aus Pia Maria, FM4-Moderator Philipp Emberger, Anna-Sophie, Musiker Simon Lewis und Musikmanagerin Annemarie Treiber.

Die Schweizer Jury bestand aus Jamila (Singer-Songwriterin), Raphael Haldemann (Artists Manager), Laurence Desarzens (Culture Manager & Präsidentin Swiss Music Export), Tobias Carshey (Musiker & Vocalcoach) und Kety Fusco (Musikerin).

Preview Partys Bei den Preview Partys (dt.: Vorschau-Feiern) handelt es sich um privat organisierte Konzerte, bei denen Teilnehmer des ESC eingeladen werden, in den Wochen vor den Shows vor Publikum aufzutreten. Für 2024 fanden folgende dieser Veranstaltungen statt:

30. März: PrePartyES,