mini|Bekränzt mit Laub, Bildpostkarte von Paul Hey mini|Johann André, Rheinweinlied (Selbstverlag o. J. ) rahmenlos mini|Rheinweinlied im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch (1896) rahmenlos Das Rheinweinlied Bekränzt mit Laub den lieben vollen Becher ist ein Gedicht von Matthias Claudius aus dem Jahr 1775. Mit der Melodie von Johann André (1776) wurde es zum Volkslied.
Geschichte Matthias Claudius veröffentlichte die Strophen im dritten Teil seiner Sammlung Asmus omnia sua secum portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen.Asmus, S. 116, 117, 118 Mit der Melodie von Johann André erlangten sie rasch Verbreitung. Zwölf andere Melodien, die bis 1790 entstanden, konnten sich nicht durchsetzen.Max Friedlaender, Kommentar zum Lied in seinem Deutschen Liederschatz (um 1920); Wikimedia Commons.
Von der frühen Popularität des Liedes zeugt u. a. eine Notiz von Christian Gottlob Neefe aus dem Herbst 1780: „Ich mische mich gern in einen Kreis fröhlicher Freunde, die ihren Pokal voll echten Rheinweins mit biederm Herzen ausleeren und ihr,Bekränzt mit Laub‘ aus voller Kehle dabey anstimmen“. August Wilhelm Iffland lässt die Schlussstrophen des Liedes in einer Szene seines Schauspiels Die Jäger (1785) anstimmen.Rheinweinlied im 4. Akt, 10. Auftritt; Wikimedia Commons.
1850 machte Louis Spohr die Rheinweinmelodie zu einem Thema im Abschnitt Herbst seiner Sinfonie Die Jahreszeiten.Ausschnitt aus der Partitur; Wikimedia Commons. Robert Schumann komponierte 1853 eine Festouvertüre über das Rheinweinlied.Klavierauszug; Wikimedia Commons. Auch Max Reger bearbeitete das Lied.edition-peters.de
Max Friedlaender schrieb:
Originaltext 1775 Rheinweinlied.
Bekränzt mit Laub den lieben vollen Becher, Und trinkt ihn frölich leer. In ganz Europia, ihr Herren Zecher! Ist solch ein Wein nicht mehr.
Er kommt nicht her aus Hungarn noch aus Pohlen, Noch wo man Franzmännsch spricht; Da mag Sanct Veit,Euphemismus für den Teufel; der Ritter, Wein sich hohlen, Wir hohlen ihn da nicht.
Ihn bringt das Vaterland aus seiner Fülle; Wie wär er sonst so gut! Wie wär er sonst so edel, wäre stille, Und doch voll Kraft und Muth!
Er wächst nicht überall im deutschen Reiche; Und viele Berge, hört, Sind, wie die wayland Creter, faule Bäuche, Und nicht der Stelle wehrt.
Thüringens Berge, zum Exempel, bringen Gewächs sieht aus wie Wein; Ist’s aber nicht. Man kann dabey nicht singen, Dabey nicht frölich seyn.
Im Erzgebürge dürft Ihr auch nicht suchen, Wenn Ihr Wein finden wollt. Das bringt nur Silbererz und Koboltkuchen, Und etwas Lausegold.
Der Blocksberg ist der lange Herr Philister, Er macht nur Wind wie der; Drum tanzen auch der KuckuckEuphemismus für den Teufel; und sein Küster Auf ihm die Creuz und Quer.
Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben; Gesegnet sey der Rhein! Da wachsen sie am Ufer hin, und geben Uns diesen Labewein.
So trinkt ihn denn, und laßt uns alle Wege, Uns freun und frölich seyn! Und wüßten wir, wo jemand traurig läge, Wir gäben ihm den Wein.
Weblinks
Christoph Jäggin: Melodie- und Textvarianten des Rheinweinlieds. (PDF; 0,8 MB) christophjaeggin.net
Einzelnachweise
Kategorie:Volkslied Kategorie:Trinklied Kategorie:Lied 1775 Kategorie:Matthias Claudius