Rudolf Friedrich Bludau, genannt Fritz Bludau (geboren 29. Januar 1856 in Waldau; gestorben 27. Oktober 1931 in Hannover) war ein deutscher Architekt, Tischler und Möbelzeichner.Reinhard Glaß: Bludau, Rudolf Friedrich (genannt »Fritz«); in Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink, Reinhard Glaß: Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 8. Mai 2023

Leben

mini|links|1913 datiertes Exlibris für Bludau von dem Heraldiker und Wappenzeichner Heinrich Hinzmann

mini|1896 datiertes Wohn- und Geschäftshaus Hildesheimer Straße 139 für den Gartenmeister Heinrich Ravens

Zum Ausbildungsweg Bludaus, insbesondere seines Studiums, ist bisher nichts bekannt geworden. Am 9. August 1887 wurde in Hannover sein Sohn, der spätere Architekt Friedrich Wilhelm Franz Bludau geboren.Reinhard Glaß: Bludau, Friedrich Wilhelm Franz in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 8. Mai 2023

Bludau, ein Anhänger von Conrad Wilhelm Hase, ist als Architekt ab 1890 in Hannover nachweisbar. Er entwarf anfänglich Bauten und Möbel im Stil der Neugotik, später näherten sich seine Werke dem Jugendstil an.

Zeitweilig arbeitete er als Mitarbeiter im Architekturbüro von Karl Börgemann.

Bekannte Werke 1896: Hildesheimer Straße 139 (frühere Hausnummer 156), Hannover: Wohn- und Geschäftshaus für den Gartenmeister Heinrich Ravens; inklusive Hausinschrift erhalten 1887–1891: Bauleitung der von Eberhard Hillebrand entworfenen Marienstraße: Neubau der Evangelisch-lutherischen Gartenkirche St. Marien, nach Kriegsschäden teilweise erhalten 1897 Hannover, Hildesheimer Straße 137 (frühere Hausnummer 157), Ecke Im Haspelfelde: Wohn- und Geschäftshaus für den Gartenmeister Heinrich Ravens; erhalten 1898: Kommandanturstraße 7 (früher Nummer 15), Ecke Brand- und Leibnizstraße in Hannover: Wohn- und Geschäftshaus für Ernst Schlimme; das Gebäude ist erhalten, aber in der Dachzone verändert Kommandanturstraße 10 (frühere Nummer 7): Mietshaus; erhalten 1899 Poppelsdorf bei Bonn: Wettbewerbsentwurf für den Neubau der so nicht ausgeführten Lutherkirche; der Bau wurde 1901–1903 nach Entwürfen der Architekten Johannes Vollmer und Heinrich Jassoy ausgeführt um 1899: Kommandanturstraße 12 (frühere Nummer 8) in der Calenberger Neustadt: Mietshaus; erhalten um 1900: Knochenhauerstraße 25 (frühere Nummern 46/47) in Hannover: Wohn- und Geschäftshaus; gut erhalten um 1900, Neustadt am Rübenberge: Villen Lindenstraße 8 und 10, erhalten 1903 Hannover: Großer Hillen 38, Ecke Lange-Hop-Straße: Villa für den Kammersänger Hermann Brune; erhalten Entwürfe (Projektvorschlag) für Einfamilien-Ferienhäuser in Seebadeorten in Blockbauweise; ungeklärt ist Ausführung und die mögliche Anwendung der Fertigteil-Bauweise 1904–1905, Burgwedel: Im Klint 2: Gebäude für die örtliche Sparkasse Burgwedel; erhalten 1905, Hannover: Eichendorffstraße 3, Wohnhaus Ernst Stümpel; erhalten Tiergartenstraße 150 (frühere Adresse Sehnder Straße 150), Ecke Jöhrenstraße in Kirchrode: Villa für Ernst Seegers; nicht erhalten Jöhrenstraße 15, Ecke Ostfeldstraße: Villa für den Kaufmann Alfred Körting; erhalten, aber modern überformt um 1905–1910: Hannover, Arnswaldtstraße 26 (frühere Nummer 12): Wohnhaus; nicht erhalten 1907: Sallstraße 57 (frühere Hausnummer 97), Hannover: Evangelisch-lutherisches Pfarrhaus der Nazarethkirche; das Gebäude wurden in den 1950er und 1960er Jahren total umgebaut um 1907: Neustadt am Rübenberge: Villa für Dr. Preuß 1909: Burgdorf, Marktstraße 11: Wohn- und Geschäftshaus für den Kaufmann Paul Rosenberg; später umgebaut 1911: Burgdorf, Vor dem Hannoverschen Tor 1: Villa des Landrates; erhalten

Literatur Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden, Hannover 1870–1917 Harold Hammer-Schenk (Hrsg.): Bibliographie zur Baugeschichte der Stadt Hannover. Hannover 1978 Reinhold Happel: Karl Börgemann – ein Architekt der Hannoverschen Schule zwischen Historismus und Moderne. Hannover 1993 Christian Heppner: Burgwedel – die Geschichte der sieben Dörfer Engensen, Fuhrberg, Großburgwedel, Kleinburgwedel, Oldhorst, Thönse, Wettmar. Burgwedel 1999, S. 192–193 Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Baukunst in Norddeutschland. Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850–1900. Hannover 1998 Fachzeitschriften: Baugewerks-Zeitung: 35. Jahrgang, 1903, S. 755–756, 1303–1304 36. Jahrgang, 1904, S. 989–990 37. Jahrgang, 1905, S. 31–32 38. Jahrgang, 1906, S. 761–762, 1123–1124 40. Jahrgang. 1908, S. 531ff., 1037 Centralblatt der Bauverwaltung, 19. Jahrgang. 1899, Nr. 90, S. 597–600 (Preisbewerbung um Entwürfe für eine evangelische Kirche in Poppelsdorf bei Bonn)

Archivalien Archivalien von und über Friedrich Bludau finden sich beispielsweise beim Bauordnungsamt Hannover in den Hausakten

Siehe auch Denkmalatlas Niedersachsen

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Hannover) Kategorie:Architekt des Historismus Kategorie:Künstler des Jugendstils Kategorie:Kunstschreiner Kategorie:Möbeldesigner Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert) Kategorie:Unternehmer (Hannover) Kategorie:Conrad Wilhelm Hase Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1856 Kategorie:Gestorben 1931 Kategorie:Mann Kategorie:Wikipedia:Geburts- oder Sterbeort unbekannt