mini|Philipp Stölzl (2025) Philipp Stölzl (* 1967 in München) ist ein deutscher Regisseur und Bühnenbildner. Er hat seinen Schwerpunkt in Musikvideos und Kinofilme sowie als Opern- und Schauspielregisseur und Bühnenbildner.

Leben Anfänge am Theater Philipp Stölzl ist Sohn des Historikers und Museumsmachers Christoph Stölzl und ein Nachkomme der Bauhauskünstlerin Gunta Stölzl.

Nach Abitur und Zivildienst 1988 begann Stölzl an den Münchner Kammerspielen als Assistent für Bühne und Kostüme zu arbeiten, unter anderem für Jürgen Rose und Ezio Toffolutti und Volker Pfüller. Ab 1993 war er als Bühnen- und Kostümbildner an verschiedenen deutschen Theatern tätig und arbeitete u. a. mit Regisseuren wie Thomas Langhoff und Armin Petras und Johanna Schall zusammen.Lebenslauf auf Deutsche Oper Berlin Mit Petras und Rio Reiser brachte er 1994 am Theater Chemnitz das Rockmusical Knock out Deutschland heraus.

Musikvideos 1997 hängte er den Theaterberuf vorübergehend an den Nagel und drehte sein erstes Musikvideo für die Rammstein-Single Du hast. Das Video wurde ein Hit den USA und machte ihn international in der Branche bekannt. Danach drehte Stölzl viele Musikvideos, unter anderem Bring Me to Life, Going Under und Everybody’s Fool für Evanescence, American Pie für Madonna sowie für den Titelsong des James-Bond-Films Die Welt ist nicht genug von Garbage.

Kino Stölzls Arbeit fürs Kino beginnt 2002 mit Baby. 2008 startete sein zweiter Spielfilm, das Bergabenteuer Nordwand mit Benno Fürmann, Johanna Wokalek, Florian Lukas und Ulrich Tukur in den Hauptrollen. Die Weltpremiere fand auf dem Locarno Film Festival, die Deutschlandpremiere auf dem Filmfest Hamburg statt. Nordwand wurde mit dem Deutschen Filmpreis der Kategorien Beste Bildgestaltung und Beste Tongestaltung 2009 ausgezeichnet.

2010 kam Stölzls dritter Spielfilm, Goethe!, in die deutschen Kinos, der die Entstehungsgeschichte von Goethes Werther mit einer autobiografischen Liebesgeschichte des jungen Dichters mit Charlotte Buff, später Kestner, erzählt. Goethe! wurde mit dem Deutschen Filmpreis der Kategorie Bestes Maskenbild 2011 ausgezeichnet.

Im Jahr 2013 übernahm Stölzl die Regie des Films Der Medicus, der nach dem gleichnamigen Buch von Noah Gordon gedreht wurde.

2015 führte er für den Sender RTL Regie bei dem dreiteiligen Fernsehfilm Winnetou – Der Mythos lebt, welcher grob auf den Romanen von Karl May basiert.

Oper, Sprechtheater & Musical Seit 2005 inszeniert Stölzl neben seiner Filmarbeit auch Musik- und Sprechtheater und gestaltet auch immer die Bühnenbilder zu seinen Produktionen.

Sein Debüt als Opernregisseur gab er mit Webers Freischütz 2005 am kleinen Staatstheater Meiningen. Eine Inszenierung von die Berlioz Benvenuto Cellini.bei den Salzburger Festspielen 2007 brachte ihn schon kurze Zeit später an die großen Opernhäuser. Seitdem hat Stölzl an der Staatsoper Berlin, der Deutschen Oper Berlin, an der Staatsoper Stuttgart, an der Staatsoper München sowie der Dutch National Opera in Amsterdam gastiert. Seine spektakulären Deutungen von Rigoletto und Freischütz auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele haben über 700.000 Menschen gesehen, Millionen mehr bei den Fernsehübertragungen.

Als Regisseur für Sprechtheater begann Stölzl 2014 mit einer selbst entwickelten Adaption von Mary Shelleys Frankenstein am Theater Basel. Weitere Schauspielarbeiten brachten in ans Residenztheater München, das Schauspielhaus Hamburg, das Schauspiel Dresden und das Burgtheater Wien. Seine Inszenierung von Vermächtnis eröffnete das Theatertreffen 2023.

Daneben entwickelt Stölzl Musicals für die Bühne. Die letzten beiden Stücke, Andersens Erzählungen und Grand Finale erlebten ihre Uraufführungen am Theater Basel.

Privates Stölzl hat drei Kinder und wohnt in Berlin und Wien.

Filme 1999: Morituri Te Salutant, Kurzfilm 2002: Baby 2008: Nordwand 2010: Goethe! 2012: Die Logan Verschwörung (Erased) 2013: Der Medicus 2016: Winnetou – Der Mythos lebt (Fernsehtrilogie) 2019: Ich war noch niemals in New York 2021: Schachnovelle 2023: Der Schwarm (Fernsehserie) 2025: Der Medicus 2

Bühne

Schauspiel 2006: Rubens und das Nicht-Euklidische Weib, Ruhrtriennale 2014: Frankenstein, Theater Basel 2017: Der Phantast – Leben und Sterben des Dr. Karl May, Staatsschauspiel Dresden 2022: Das Vermächtnis (The Inheritance), Residenztheater München 2023: Der große Schlaf, Schauspielhaus Hamburg 2023: James Brown trug Lockenwickler, Residenztheater München 2023: Andersens Erzählungen, Residenztheater München 2024: Liliom, Burgtheater Wien 2025: Gschichtn vom Brandner Kaspar, Residenztheater München 2026: Die Dreigroschenoper, Residenztheater München

Oper 2005: Der Freischütz, Staatstheater Meiningen 2007: Benvenuto Cellini, Salzburger Festspiele 2008: Faust, Theater Basel 2009: Der fliegende Holländer, Theater Basel, Staatsoper Berlin, Gran Teatre del Liceu Barcelona 2010: Rienzi, Deutsche Oper Berlin 2010: Die Fledermaus, Staatsoper Stuttgart 2011: Orpheus in der Unterwelt, Staatsoper Unter den Linden 2012: Parsifal, Deutsche Oper Berlin 2013: Il Trovatore, Theater an der Wien, Staatsoper Unter den Linden 2015: Cavalleria rusticana und Pagliacci, Osterfestspiele Salzburg in Co-Produktion mit der Semperoper Dresden 2017: Andrea Chénier, Bayerische Staatsoper 2019: Andersens Erzählungen, Schauspieloper, Theater Basel 2019/20: Rigoletto, Bregenzer Festspiele 2021: Rusalka, Dutch National Opera, Amsterdam 2022: Turandot, Staatsoper Unter den Linden 2024/25: Der Freischütz, Bregenzer Festspiele

Musical 1994: Knock out Deutschland, Theater Chemnitz 2025: Grand Finale, Theater Basel

Musikvideos

Auszeichnungen Best Director of the Year für das Musikvideo Pretty When You Cry Diverse Goldene Schallplatten für seine Video-Arbeiten Echo-Nominierung des Musikvideos Wieder hier als bestes Musikvideo national im Jahr 1999 Comet-Gewinner mit dem Musikvideo Nimm mich mit 2000 als bestes Musikvideo national im Jahr 2001 Berliner Bär Preisträger 2001 im Bereich Neue Medien MTV-Video-Music-Awards-Nominierung des Musikvideos Bring Me To Life als bestes Rock Video im Jahr 2003 Bühnenbilder des Jahres 2014/2015 für Cavalleria rusticana/Pagliacci bei der Kritikerumfrage der OpernweltBühnenbildner Jahres 2014/15 – Mitteilung der Osterfestspiele Salzburg vom 30. September 2015Bilanz der Spielzeit 2014/15: Die Bilanz der Spielzeit im Urteil von 50 Kritikern. Abgerufen am 5. Mai 2017. 2019: Bayerischer Filmpreis: Sonderpreis für Ich war noch niemals in New York 2020: Bayerischer Filmpreis: Auszeichnung in der Kategorie Produktion (Tobias Walker und Philipp Worm) und Darsteller (Oliver Masucci) für Schachnovelle 2021: Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke: Nationaler Friedenspreis des Deutschen Films für Schachnovelle 2022: Marah-Durimeh-Medaille der Karl-May-Gesellschaft für seine kreative Auseinandersetzung mit dem Werk Karl Mays 2025: Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Beste Ausstattung für Liliom am Wiener Burgtheater

Literatur

Weblinks

Philipp Stölzl bei der Agentur Players Philipp Stölzl bei der Bayerischen Staatsoper Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Opernregisseur Kategorie:Musikvideoproduzent Kategorie:Nestroypreisträger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann