mini|230px|Saal der Warschauer Nationalphilharmonie während des Internationalen Chopin-Wettbewerbs 2005 Der Internationale Chopin-Wettbewerb (poln.: Międzynarodowy Konkurs Pianistyczny im.wörtlich: imienia „des Namens“. Bedeutung: „benannt nach“. Fryderyka Chopina) ist einer der ältesten und angesehensten Musikwettbewerbe der Welt. Er gehört ferner zu den wenigen Klavierwettbewerben, die dem Werk eines einzigen Komponisten gewidmet sind.
Der Hauptgedanke des Wettbewerbs ist die Förderung junger Pianisten, die Teilnehmer dürfen 16 bis 30 Jahre alt sein. Auf die Sieger warten lukrative Verträge in den besten Konzerthäusern.
Zum bislang letzten Wettbewerb 2025: XIX. Internationaler Chopin-Wettbewerb.
Geschichte mini|Public Viewing beim Internationalen Chopin-Wettbewerb 2015 Der erste Wettbewerb fand 1927 in der Warschauer Nationalphilharmonie statt, als Initiator gilt der polnische Pianist und Pädagoge Jerzy Żurawlew. Weitere Veranstaltungen fanden 1932 und 1937 statt, nach der kriegsbedingten Unterbrechung wurde der Wettbewerb 1949 und 1955 durchgeführt. Seit 1955 finden die Wettbewerbe in einem 5-Jahre-Rhythmus statt. Die Veranstaltung gehört seit 1957 zu der World Federation of International Music Competitions und wird seit 1960 von der Chopin-Gesellschaft organisiert.
1980 legte Martha Argerich, Jury-Mitglied und ehemalige Gewinnerin, ihr Mandat während des Wettbewerbs nieder, nachdem der Teilnehmer Ivo Pogorelich nicht ins Finale gekommen war.. In: BR-Klassik. 2. Oktober 2015. Abgerufen am 28. Januar 2017.
Die Wettbewerbe in den 1990er Jahren spiegeln die Krisen wieder, die Polen in der Zeit der Transformationsphase und des politischen Systemwechsels prägten. In den Jahren 1990 und 1995 wurde kein erster Preis vergeben und das öffentliche Interesse am Wettbewerb ging zurück. Ausdruck der Krise war auch die öffentliche Diskussion über das Bewertungssystem der Jury, das mehrfach reformiert wurde.
Im Jahr 2015 wurde das Finale der Kandidaten erstmals von der Deutschen Grammophon mit der Absicht aufgezeichnet, den Beitrag des Gewinners als Tonträger zu veröffentlichen.Seong-Jin Cho. In: Website der Deutschen Grammophon. Oktober 2016. Der Wettbewerb wurde in Gänze von sechs Kameras aufgenommen und im polnischen Fernsehen, im Internet, und als Public Viewing auf Großleinwände in Warschau live übertragen.
Der ursprünglich für das Jahr 2020 geplante Wettbewerb wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt und fand stattdessen im Jahre 2021 statt.
Seit 1992 findet jährlich als Pendant der Internationale Chopin-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche in Szafarnia in drei Alterskategorien statt – unter 10, unter 13 und unter 16 Jahren.
Jury-Mitglieder mini|Jury des 2. Chopin Wettbewerbs 1932. Von links: Marian Dąbrowski, pl:Józef Turczyński, de:Eugeniusz Morawski-Dąbrowa, Juliusz Kaden-Bandrowski, Józef Śmidowicz, de:Paul Weingarten, Marguerite Long, Adam Wieniawski, de:Carlo Zecchi, Stanisław Niewiadomski, de:Zbigniew Drzewiecki, Zofia Rabcewiczowa, de:Franciszek Brzeziński, pl:Jerzy Żurawlew Bedeutende Musiker und Komponisten wirkten als Jury-Mitglieder, so z. B. Martha Argerich, Vladimir Ashkenazy, Stefan Askenase, Wilhelm Backhaus, Paul Badura-Skoda, Nadia Boulanger, Dang Thai Son, Bella Davidovich, Philippe Entremont, Fou Ts'ong, Nelson Freire, Vera Gornostayeva, Arthur Hedley, Alfred Hoehn, Mieczysław Horszowski, Vladimir Krainev, Marguerite Long, Lazare Lévy, Loris Margaritis, Nikita Magaloff, Arturo Benedetti Michelangeli, Heinrich Neuhaus, Vlado Perlemuter, Maurice Ravel, Arthur Rubinstein, Emil von Sauer, Magda Tagliaferro, Karol Szymanowski, Witold Lutosławski, Lidia Grychtołówna, Adam Harasiewicz und Li Yundi.
Preisträger seit Beginn
Preisträger der Chopin-WettbewerbeHörproben aller Sieger, YouTube. Abgerufen am 28. Oktober 2025. Jahr 1. Preis (Goldmedaille) – (Alter) 2. Preis (Silbermedaille) 3. Preis (Bronzemedaille)1927 Lew Oborin (19) Stanisław Szpinalski Róża Etkin-Moszkowska1932 Alexander Uninski (22) Imre Ungár Bolesław Kon 1937 Jakow Sak (23) Rosa Tamarkina Witold Małcużyński1942 nicht ausgetragen 1949 Halina Czerny-Stefańska (26) Bella Davidovich (21) Barbara Hesse-Bukowska Waldemar Maciszewski 1955 Adam Harasiewicz (23) Vladimir Ashkenazy Fou Ts’ong1960 Maurizio Pollini (18) Irina Zarizkaja Tania Achot-Haroutounian1965 Martha Argerich (24) Arthur Moreira Lima Marta Sosińska 1970 Garrick Ohlsson (22) Mitsuko Uchida Piotr Paleczny1975 Krystian Zimerman (18) Dina Joffe Tatiana Fiedkina 1980 Dang Thai Son (22) Tatiana Schebanowa Arutiun Papazjan 1985 Stanislaw Bunin (19) Marc Laforet Krzysztof Jabłoński1990nicht vergeben Kevin Kenner Yukio Yokoyama1995 nicht vergeben Philippe Giusiano Alexei Sultanow Gabriela Montero2000 Li Yundi (18) Ingrid Fliter Alexander Kobrin 2005 Rafał Blechacz (20) nicht vergeben Dong-Hyek Lim Dong-Min Lim2010 Julianna Awdejewa (25) Lukas Geniušas Ingolf Wunder Daniil Trifonov2015 Seong-Jin Cho (20) Charles Richard-Hamelin Kate Liu2020*(2021) Bruce (Xiaoyu) Liu (24) Alexander Gadjiev Kyōhei Sorita Martín García García2025 Eric Lu (27) Kevin Chen Wang Zitong * Wegen der COVID-19-Pandemie auf 2021 verschoben.
Sonderpreise Eine Tradition des Wettbewerbs ist die Vergabe von Sonderpreisen durch die Jury: seit 1927: Preis des Polnischen Rundfunks für die beste Performance der Mazurkas seit 1960: Preis der Chopin-Gesellschaft für die beste Performance einer Polonaise seit 1980: Preis des Nationalen Philharmonieorchesters für die beste Performance eines Klavierkonzerts seit 2010: Krystian-Zimerman-Preis für die beste Performance einer Sonate seit 2025: Dmitry Sitkovetsky: Preis für die beste Performance einer Ballade
Sonderpreise für die beste Performance Jahr Mazurka Polonaise Konzert Sonate Polonaise-Fantasie op. 61 Ballade1927 Henryk Sztompka 1932 Alexander Uninski 1937 Jakow Sak 1949 Halina Czerny-Stefańska 1955 Fou Ts’ong 1960 Irina Zaricka Irina Zaricka 1965 Martha Argerich Marta Sosińska 1970 Garrick Ohlsson Piotr Paleczny 1975 Krystian Zimerman Krystian Zimerman 1980 Ewa Pobłocka Đặng Thái Sơn Đặng Thái Sơn Tatiana Schebanowa Đặng Thái Sơn Tatiana Schebanowa 1985 Marc Laforêt Stanislaw Bunin Stanislaw Bunin 1990 Nicht vergeben Kevin Kenner Wojciech ŚwitałaNicht vergeben 1995 Nicht vergeben Nicht vergeben Nicht vergeben 2000 Nicht vergeben Li Yundi Chen Sa Nicht vergeben 2005 Rafał Blechacz Rafał Blechacz Rafał Blechacz 2010 Daniil Trifonov Lukas Geniušas Ingolf Wunder Julianna Awdejewa Ingolf Wunder 2015 Kate Liu Seong-Jin Cho Nicht vergeben Charles Richard-Hamelin 2020 (2021) Jakub Kuszlik Nicht vergeben Martín García García Alexander Gadjiev 2025 Yehuda Prokopowicz Li Tianyou Lü Tianyao Wang Zitong Adam Kałduński
Den Publikumspreis 2015 gewann Szymon Nehring (Polen), der durch eine Online-Abstimmung ermittelt wurde. Der Publikumspreis 2021 ging an den kanadischen Pianisten Bruce Liu. Den Publikumspreis 2025 gewann mit 19.961 Stimmen Piotr Alexewicz (Polen).
XVII. Chopin-Wettbewerb 2015 Bewerber senden eine Videoaufzeichnung des vorgeschriebenen Repertoires der 1. Runde des Wettbewerbs ein, um sich zunächst für die Ausscheidungsrunde zu qualifizieren. Im Jahre 2015 trafen 445 Einsendungen von Bewerbern aus 27 Ländern ein, von denen 160 Kandidaten zur Vorausscheidung nach Warschau eingeladen wurden. Unter den Qualifikanten dominierten im Jahr 2015 Pianisten aus dem Fernen Osten, insbesondere aus China (26), Japan (25) und Südkorea (24). Ferner qualifizierten sich Bewerber aus Polen (21), Russland (11) und den Vereinigten Staaten (11). Aus Deutschland und der Schweiz bewarb sich je ein Pianist. In: Website des Chopin-Wettbewerbs 2015. Abgerufen am 28. Januar 2017.
Von den 160 eingeladenen Bewerbern qualifizierten sich 80, die zur ersten Runde des eigentlichen Wettbewerbs eingeladen wurden. Vier Bewerber waren gesetzt, die sich bereits in anderen Wettbewerben unter den ersten drei Siegern befunden hatten. Letztlich nahmen 2015 78 Pianisten teil.
Angebotene Flügel Die Pianisten können den Flügel wählen, auf dem sie spielen wollen. Jeder Bewerber hat dafür 15 Minuten Zeit. 2015 konnte man zwischen Steinway, Yamaha, Kawai und Fazioli wählen. Für die zweite Runde verblieben 43 Kandidaten, für die dritte Runde 20 Kandidaten. 10 Pianisten durften schließlich an der Finalrunde teilnehmen.
Repertoire 2015 mini|Der polnische Staatspräsident beim Konzert der Laureaten; 16. Internationaler Chopin-Wettbewerb in Warschau, 21. Oktober 2010 Für die einzelnen Runden ist jeweils ein Repertoire von Chopin-Werken vorgeschrieben, aus denen sich die Kandidaten Werke aussuchen können, die sie vortragen wollen. Man kann, wenn die vorgeschriebene Zeit nicht ausgefüllt ist, das Repertoire mit einem oder mehreren Chopin-Werken ergänzen. Die Stücke dürfen sich jedoch nicht in den einzelnen Runden wiederholen.Rules of the Competition Jury. In: Website des Chopin-Wettbewerbs 2015 (PDF; 246 kB). Abgerufen am 28. Januar 2017.
1. Runde eine Etüde aus Opus 10 (Nr. 1, C-Dur; Nr. 4, cis-Moll; Nr. 5, Ges-Dur; Nr. 8, F-Dur; Nr. 12, c-Moll) oder Opus 25 (Nr. 11, a-Moll) eine Etüde aus Opus 10 (Nr. 2, a-Moll; Nr. 7, C-Dur; Nr. 10, As-Dur; Nr. 11, Es-Dur) oder Opus 25 (Nr. 4, a-Moll; Nr. 5, e-Moll; Nr. 6, gis-Moll; Nr. 10, h-Moll) ein Nocturne aus Opus 9 (Nr. 3, H-Dur), Opus 27 (Nr. 1, cis-Moll; Nr. 2, des-Dur), Opus 37 (Nr. 2, G-Dur), Opus 48 (Nr. 1, c-Moll; Nr. 2, fis-Moll), Opus 55 (Nr. 2, Es-Dur), Opus 62 (Nr. 1, H-Dur; Nr. 2, E-Dur) oder eine Etüde aus Opus 10 (Nr. 3, E-Dur; Nr. 6, es-Moll) oder Opus 25 (Nr. 7, cis-Moll) eine der vier Balladen (Nr. 1 g-Moll op. 23; Nr. 2 F-Dur op. 38; Nr. 3 As-Dur op. 47; Nr. 4 f-Moll op. 52), die Barcarolle in Fis-Dur op. 60, die Fantasie in f-Moll oder eines der vier Scherzi (Nr. 1 in h-Moll op. 20; Nr. 2 in b-Moll op. 31; Nr. 3 in cis-Moll op. 39; Nr. 4 in E-Dur op. 54)
2. Runde eine der vier Balladen (Nr. 1 g-Moll op. 23; Nr. 2 F-Dur op. 38; Nr. 3 As-Dur op. 47; Nr. 4 f-Moll op. 52) oder die Barcarolle in Fis-Dur op. 60, die Fantasie in f-Moll oder eines der vier Scherzi (Nr. 1 in h-Moll op. 20; Nr. 2 in b-Moll op. 31; Nr. 3 in cis-Moll op. 39; Nr. 4 in E-Dur op. 54) oder die Polonaise-Fantasie in As-Dur op. 61 einen der Walzer (Es-Dur op. 18; As-Dur op. 34 Nr. 1; F-Dur op. 34 Nr. 3; As-Dur op. 42; As-Dur op. 64 Nr. 3) eine der Polonaisen (Andante spianato und Polonaise Es-Dur op. 22; Fis-Moll op. 44; As-Dur op. 53) oder beide Polonaisen aus Opus 26
3. Runde Sonate in b-Moll op. 35 oder Sonate in h-Moll op. 58 oder alle Préludes op. 28 Alle Mazurken aus Opus 17, 24, 30, 33, 41, 50, 56, oder 59
Finalrunde In der Finalrunde besteht die Auswahl nur aus den beiden Klavierkonzerten von Chopin: 1. Klavierkonzert in e-Moll op. 11 oder 2. Klavierkonzert in f-Moll, op. 21. 2015 entschieden sich neun Kandidaten das 1. Klavierkonzert vorzutragen, ein Bewerber entschied sich für das 2. Klavierkonzert. Sie spielten mit dem Warschauer philharmonischen Orchester in wechselnder Besetzung, aber demselben Dirigenten (Jacek Kaspszyk). 800px|Nationalphilharmonie (Warschau), Chopin Competition 2015, AuditoriumAusverkaufter Konzertsaal der Warschauer Philharmonie beim Chopin-Wettbewerb 2015. Im 1. Rang Mitte sitzt die 17-köpfige Jury.
XVIII. Chopin-Wettbewerb 2020 verschoben Der XVIII. Internationale Klavierwettbewerb Fryderyk Chopin sollte vom 2. bis 23. Oktober 2020 in Warschau stattfinden. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der 18. Chopin-Wettbewerb auf 2021 verschoben. Eine Durchführung ohne Zuschauer wurde verworfen. Alle Tickets für den Chopin-Wettbewerb 2020 waren in nur drei Stunden ausverkauft. Alle für die ausverkaufte Veranstaltung gekauften Tickets blieben gültig. Eine Ticketrückgabe war jedoch möglich.