Arthur Hobson Quinn (* 9. Februar 1875 in Philadelphia; † 16. Oktober 1960Marcus A. McCorison: Arthur Hobson Quinn. (Nachruf). In: American Antiquarian Society (Hrsg.): Proceedings of the American Antiquarian Society. Band 70, Teil 2, S. 375–376 (PDF; 0,1 MB). in Bala Cynwyd, Montgomery County, PennsylvaniaArthur Hobson Quinn papers auf findingaids.library.upenn.edu.) war ein US-amerikanischer Theater- und Literaturwissenschaftler.

Er ist einer der bedeutendsten Edgar-Allan-Poe-Biografen.Dawn B. Sova: Edgar Allan Poe: A to Z. Checkmark Books, New York 2001, ISBN 0-8160-4161-X, S. 273. Seine 1941 veröffentlichte Poe-Biografie Edgar Allan Poe – A Critical Biography galt jahrzehntelang als Standardwerk der Poe-ForschungLiliane Weissberg: Edgar Allan Poe. Metzler, Stuttgart 1991, ISBN 3-476-10204-1, S. 166.Benjamin F. Fisher: The Cambridge Introduction to Edgar Allan Poe. Cambridge University Press, Cambridge 2008, ISBN 978-0-521-67691-5, S. 118. und wird auch heute noch als wesentlicher und unverzichtbarer Beitrag in Bezug auf Person und Werk des US-amerikanischen Schriftstellers, Literaturtheoretikers und -kritikers angesehen,Daniel Hoffman: Poe Poe Poe Poe Poe Poe Poe. Doubleday, Garden City 1972, S. 25.Richard Kopley: Poe’s Lives. In: J. Gerald Kennedy und Scott Peeples (Hrsg.): The Oxford Handbook of Edgar Allan Poe. Oxford University Press, New York 2019, ISBN 978-0-19-064187-0, S. 78. weil sie als die verlässlichste und ausgewogenste betrachtet wird.Standard Reference Works about Edgar Allan Poe auf eapoe.org.

Leben und Werk Arthur Hobson war der Sohn von Michael A. Quinn und dessen Ehefrau Mary, geb. MacDonough. Er besucht die Schule in seiner Heimatstadt, wo er anschließend an der University of Pennsylvania (UPenn) studierte. Nachdem er seine Studien 1894 erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete er zunächst als Dozent für Mathematik an der UPenn. Bereits im Jahr darauf wechselte Quinn aber an die Fakultät für Anglistik, an der er die folgenden 59 Jahre arbeitete. 1895 wurde er an der UPenn promoviert und ging anschließend für weitere Studien für ein Jahr nach München.

Von 1912 bis 1922 war Quinn Dekan des College of Arts and Sciences.Edgar Allan Poe: A Critical Biography (1941) auf eapoe.org. 1918 verlieh ihm St. John’s College den Litterarum Doctor (Litt.D.), den Doktor der Literaturwissenschaften, 1931 gefolgt von der UPenn. 1939 erhielt Quinn die John-Welsh-Centennial-Professur für Geschichte und Literaturwissenschaften. Diesen Lehrstuhl bekleidete er bis zu seiner Emeritierung 1945, lehrte anschließend aber noch bis zu seiner offiziellen Pensionierung 1954 weiter.

Biograf Edgar Allan Poes Über einen Zeitraum von 20 Jahren trug Quinn in geradezu detektivischer KleinarbeitDaniel Hoffman: Poe Poe Poe Poe Poe Poe Poe. S. 15. Poe-Originaldokumente (hauptsächlich Korrespondenz) und -Informationen zusammen, mit Hilfe derer er u. a. nachweisen konnte, dass Poes literarischer Nachlassverwalter Rufus Wilmot Griswold vorsätzlich Briefe, die Poe geschrieben hatte, dadurch verfälschte, dass er eigene – für Poe negative – Passagen hinzufügte oder für Poe positive Passagen entfernte, um Edgar Allan Poe postum zu diskreditieren.Shawn Rosenheim: Foreword. In: Arthur Hobson Quinn: Edgar Allan Poe – A Critical Biography. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1998, ISBN 0-8018-5730-9, S. XV. Außerdem manipulierte Griswold Briefe an oder von Poe an ihn, um sich selbst in einem positiven Licht darzustellen.Arthur Hobson Quinn: Edgar Allan Poe – A Critical Biography. S. 444 ff.

So gelang es Quinn – fast 100 Jahre nach Poes Tod – auf der einen Seite Poes literarische Bedeutung in den USA ins rechte Licht zu rücken und auf der anderen Seite eine Poes Werk und Person angemessene neutrale Neubewertung auf Grundlage von Originaldokumenten zu initiieren.J.R. Hammond: An Edgar Allan Poe Companion. Macmillan Press, London and Basingstoke 1981, ISBN 0-333-27571-3, S. 26. Darüber hinaus gelang es ihm, Poe, der in der US-Öffentlichkeit und unter US-Literaturwissenschaftlern bis dahin eher als „Kuriosum“ der US-amerikanischen Literaturlandschaft wahrgenommen worden war, in ein neues Licht zu rücken und ihn tatsächlich als eine zentrale Person der US-amerikanischen Literatur zu etablieren.

Bewertung von Quinns Poe-Biografie durch andere Poe-Biografen Noch mehr als 35 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung bezeichnete der Poe-Biograf Thomas Ollive Mabbott Quinns Poe-Biografie in seinem dreibändigen Werk Complete Works of Edgar Allan Poe als „A distinguished piece of scholarship, indispensable to the student of Poe’s life and works.“Thomas Ollive Mabbott: Complete Works of Edgar Allan Poe. Band 3: Tales and Sketches 1842–1849 S. 1408. (Eine herausragende wissenschaftliche Arbeit. Unverzichtbar für all jene, die sich mit Poes Leben und Werken beschäftigen.). Ähnliches äußerte Benjamin F. Fisher in seinem 2008 erschienenen Buch The Cambridge Introduction to Edgar Allan Poe, in dem er Quinns Werk als Remains the best biographical account bewertet.S. 130. Im Jahr zuvor hatte der US-Literaturwissenschaftler Kevin J. Hayes geschrieben: Numerous biographies of Poe have been written but by common consent, Arthur Hobson Quinn’s remains the finest.Kevin J. Hayes: The Cambridge Companion to Edgar Allan Poe. 5. Auflage, Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-79727-6, S. 243. (Zahlreiche Poe-Biografien sind geschrieben worden, aber es ist allgemeiner Konsens, dass Arthur Hobson Quinns die beste ist.)

Schriften (Auswahl) 1917: Representative American PlaysJames Fisher, Felicia Hardison Londré: Historical Dictionary of American Theater. Scarecrow 2017, ISBN 978-0-8108-5533-5, S. 545. 1923: History of the American Drama from the Beginning to the Civil War 1927: History of the American Drama from the Civil War to the Present Day 1941: Edgar Allan Poe – A Critical Biography. (Digitalisat)

Privatleben 1904 heiratete Quinn Helen McKnee, mit der er fünf Kinder hatte. Helen Quinn starb 1962.

Literatur Jackson R. Bryer, Mary C. Hartig (Hrsg.): Encyclopedia of American Drama. Infobase Learning, ISBN 978-1-4381-4076-6. Thomas Ollive Mabbott (Hrsg.): Complete Works of Edgar Allan Poe. Belknap, Harvard University, Cambridge, 3 Bände: 1: Poems, 2: Tales and Sketches 1831–1842, 3: Tales and Sketches 1842–1849.

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Einzelnachweise

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