Kapwani Kiwanga (* 1978 in Hamilton, Ontario) ist eine kanadisch-französische Künstlerin. Sie artikuliert sich über eine Reihe von Materialien und Medien, darunter Skulptur, Installation, Fotografie, Video und Performance. Sie wurde mit einer Serie von Installationen bekannt, die sich mit dem Blumenschmuck bei den Unabhängigkeitszeremonien afrikanischer Staaten beschäftigten.
Leben und Werk Werke (Auswahl)Auswahl externer Weblinks Flowers for Africa: Rwanda, 2019 Maya-Bantu, 2019 Sisal Nr. 12, 2021 Desire Paths: District Six, 2017 Glow #1, 2019 Glow #2, 2019 pink-blue, 2017 Kiwanga studierte Anthropologie und vergleichende Religionswissenschaft an der McGill University in Montreal. Sie zog nach Schottland und begann mit der freiberuflichen Dokumentarfilmarbeit. Nach ein paar Fernsehaufträgen, die sich mit der afrikanischen Diaspora befassten, nahm sie an zwei Postgraduiertenprogrammen teil. Sie besuchte von 2005 bis 2007 das La Seine-Programm der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris und danach bis 2009 Le Fresnoy - Studio national des arts contemporains in Tourcoing.
Sun Ra Repatriation Project In Le Fresnoy entstand 2009 das Sun Ra Repatriation Project, wo sie recherchierte, Menschen interviewte, reiste und neue Formen der Dokumentation finden konnte, ohne an Text und Bild festzuhalten. Sie reiste durch Europa und die USA und interviewte Leute, die den amerikanischen Jazzmusiker Sun Ra kannten. Sun Ra behauptete, ein Außerirdischer vom Saturn (Planet) zu sein. Kiwanga entwickelte ein Porträt, das am 16. Mai 2009 mit Radiofrequenzen in den Kosmos gesendet wurde. Ein Radioteleskop in Kalifornien beobachtete den Saturn auf mögliche außerirdische Funkübertragungen von Sun Ra.
Afrogalactica Aus dieser Arbeit entstand ab 2011 die Serie Afrogalactica, die vom Afrofuturismus ausgeht. Die Serie besteht aus drei Lecture-Performances, die sich mit Afrofuturismus, Geschlecht und Rasse als kulturelle Konstruktionen, einer Zukunft, in der Geschlecht und sexuelle Fluidität die Norm sind, und schließlich mit astronomischen Stätten auf dem afrikanischen Kontinent befassen.
Maji-Maji-Aufstand Sie erstellte eine Reihe von Arbeiten rund um den Maji-Maji-Aufstand, der von 1905 bis 1907 einer der größten Aufstände auf dem afrikanischen Kontinent war im heutigen Tansania, wo die väterliche Seite ihrer Familie wohnt. In ihrer Ausstellung Jeu de Paume 2014 in Paris untersuchte Kiwanga die Leerstellen, die in der Erinnerung an den Maji-Maji-Krieg verbleiben, und die materiellen Spuren davon. Kiwanga erklärt, dass es oft die Präsenzen sind, die die Leerstellen wahrnehmbar machen.
Werkentwicklung Die Arbeit von Kiwanga konzentriert sich auf Orte, die spezifisch für Afrika und die afrikanische Diaspora sind. Sie untersucht, wie sich bestimmte Ereignisse ausdehnen und zu populären und volkstümlichen Erzählungen entfalten, und enthüllt, wie diese Geschichten in Objekten und mündlichen Überlieferungen Gestalt annehmen. Ausgangspunkt für ihre Werke bilden zumeist Analyse und Erforschung von Archivalien, welche historische Erzählungen oder politische Ereignisse überliefern. Besonders konzentriert sich ihre Praxis auf Konzepte antikolonialer Kämpfe und ihr Erbe sowie auf Populär- und Volkskulturen. Dieser Recherche entspringen Werke, mit der sie auf die globalen Auswirkungen des Kolonialismus anspielt.
2022 war eine Stoffinstallation von ihr in der Biennale-Hauptausstellung The Milk of Dreams in Venedig zu sehen. Im Rahmen der 60. Biennale di Venezia 2024 wird sie den kanadischen Pavillon repräsentieren.
Kiwanga lebt und arbeitet in Paris.
Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) mini|Blick auf das Kunstmuseum Wolfsburg mit Ausstellungsplakat 2011: Afrogalactica: a short history of the future performance, Paris Photo 2011 2012: Afrogalactica: un abrégé du futur performance. Sur l’invitation de Contrechamp, Nantes 2015: A Memory Palace, Galerie Tanja Wagner, Berlin 2017: The Sun Never Sets, Goodman Gallery, Johannesburg 2018: A wall is just a wall (and not more at all), Esker Foundation, Calgary 2018: Kapwani Kiwanga: Clearing. Glenhyrst Art Gallery of Brant 2019: Kapwani Kiwanga: Safe Passage, MIT List Visual Arts Center 2023: Remediatio, Museum of Contemporary Art Toronto Canada 2023: Auf den Spuren der Familie Diek, Museen Tempelhof Schöneberg, Berlin 2023: Die Länge des Horizonts, Kunstmuseum Wolfsburg 2023: Rootwork, Palais des Beaux-Arts de Bruxelles
Gruppenausstellungen (Auswahl) 2005: Ricochet, Stills-Galerie, Edinburgh 2007: Double Take, Korea National University of Arts, Seoul 2016: Armory Show, New York City 2023: Float, Kunstmuseum Celle 2023: FLOWERS FOREVER, Kunsthalle München
Auszeichnungen (Auswahl) 2016: Nominierungen für ihre Film- und Videoarbeiten von der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) 2018: erste Gewinnerin des Frieze Artist Award während der Frieze Art Fair in New York 2018: Sobey Art Award 2018: Stipendium der französischen Verwertungsgesellschaft Société des auteurs dans les arts graphiques et plastiques (ADAGP) 2020: Prix Marcel Duchamp 2022: Zurich Art Prize 2023: Guggenheim Fellowship 2025: Joan-Miró-PreisPremio Joan Miró, abgerufen am 20. Mai 2025.
Weblinks persönliche Website Youtube-Video: Winner - Kapwani Kiwanga - The 2018 Sobey Art Award Youtube-Video: Interview im Museum Haus Konstruktiv (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Frankreich) Kategorie:Fotokünstler Kategorie:Videokünstler (Frankreich) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Kanadier Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau