Pamianthe peruviana ist eine Pflanzenart aus der Gattung Pamianthe innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Diese seltene, epiphytische Art wurde in Peru und Bolivien gefunden und gilt in der freien Natur als ausgestorben.Pamianthe peruviana bei The Recently Extinct Plants and Animals Database.

Beschreibung Vegetative Merkmale mini|Jungpflanze mit Maßstabsbalken (10 cm) Pamianthe peruviana ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit Zwiebeln als Überdauerungsorgan. Die fünf bis sieben linealischen Laubblätter bilden einen bis zu 30 Zentimeter langen Pseudostamm. Die Wurzeln besitzen ein Velamen.Gerhard Zotz, Nina Schickenberg, Dirk Albach: The velamen radicum is common among terrestrial monocotyledons. In: Annals of Botany. Volume 120, Issue 5, 2017, S. 625–632, doi:10.1093/aob/mcx097. Die dünne und kahle Blattspreite ist bei einer Länge von bis über 50 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern bandförmig, ganzrandig mit mittiger Nute.

Generative Merkmale mini|Geflügelte Samen mini|Keimender Pamianthe peruviana Samen mit sich entwickelndem ersten Blatt

Auf einem endständigen Blütenstandsschaft befinden sich zwei bis vier kurz gestielte Blüten mit einem spathaförmigen Tragblatt. Der Blütenstiel ist 1,5 bis 3 Zentimeter lang.

Die zwittrigen, dreizähligen und radiärsymmetrischen Blüten duften intensiv und ähneln den Blüten von Pancratium. Die schmal-trichterförmigen, langen Blüten besitzen eine schmale, 12 bis 25 Zentimeter lange Kronröhre mit innen drei Nektarkanälen. Der unterste Teil der Röhre ist ganz verwachsen. Die sechs weißen, verkehrt-eilanzettlichen, bespitzten Tepalen sind bis 12 Zentimeter lang und länger als die 8 Zentimeter lange, glockenförmige Nebenkrone (Staubblattbecher). Die kurzen und eingebogenen Staubblätter sitzen oben, innen zwischen den Nebenkronzipfeln, die Staubbeutel sind dorsifix, die Staubfadenlinien sind grün. Der dreikammerige, -kantige Fruchtknoten im Blütenbecher ist unterständig mit langem Griffel und leicht gelappter Narbe.

Die bis zu 8 Zentimeter große, dreikantige, leicht holzige Kapselfrucht öffnet sich lokulizidal. Die flachen Samen sind kurz geflügelt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 46.K. Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. III: Flowering Plants Monocotyledons, Springer, 1998, ISBN 978-3-662-03533-7 (Reprint), S. 94, 106.

Ökologie und Kulturbedingungen Generative Vermehrung Aufgrund der Blütenmorphologie wird vermutet, dass Pamianthe-Arten von Schwärmern bestäubt werden.Alan W. Meerow et al.: 2019. Pamianthe peruviana ist selbstkompatibel. Die Kapselfrüchte reifen in 12 bis 15 Monaten.James Cullen, Sabina G. Knees, H. Suzanne Cubey: The European Garden Flora. Die Keimung erfolgt recht schnell unter feuchten Bedingungen bei 16–21 °C. Die Sämlinge erreichen die blühfähige Größe innerhalb von etwa vier Jahren.Alan Toogood: RHS Propagating Plants. Dorling Kindersley, 2019, ISBN 978-0-241-34569-6, S. 276.

Vegetative Vermehrung Pamianthe peruviana kann sich auch ungeschlechtlich über Ausläufer vermehren.

Vorkommen Pamianthe peruviana wurde entlang von Flüssen und Bächen im nördlichen, feuchtwarmen Mittelperu in Höhenlagen von 1800 Metern aufgefunden.Curtis’s Botanical Magazine. 156, 1933.Gardeners’ Chronicle. 93, 1933, S. 106. Allerdings ist das genaue Habitat unbekannt.Alan W. Meerow, Elliot M. Gardner, Kyoko Nakamura: Phylogenomics of the Andean Tetraploid Clade of the American Amaryllidaceae (Subfamily Amaryllidoideae): Unlocking a Polyploid Generic Radiation Abetted by Continental Geodynamics. In: Front Plant Sci. 11, 2020, 582422, doi:10.3389/fpls.2020.582422.

Systematik Die Erstbeschreibung von Pamianthe peruviana erfolgte 1933 durch Otto Stapf in The Gardeners’ Chronicle, ser. 3, 93, S. 106, fig. 51. Ein Synonym für Pamianthe peruviana ist Pamianthe cardenasii .IPNI.Pamianthe peruviana bei KEW Science.

Die Art Pamianthe peruviana gehört zu Gattung Pamianthe aus der Tribus Clinantheae in der Unterfamilie Amaryllidoideae innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Der Gattungsname Pamianthe ehrt Major Albert Pam (1875–1955),Ross Bayton: RHS Gardener's Botanical. Quarto Pub., 2019, ISBN 978-1-78472-620-1, S. 224.Pamianthe peruviana bei The Biking Gardener der die ersten Exemplare von Pamianthe peruviana aus Zwiebeln züchtete, die er 1926 aus Peru erhielt. Sie war damals noch die einzige Art der Gattung Pamianthe.Albert Pam: Adventures and Recollections. Oxford University Press, 1945, S. 156. Das Artepitheton peruviana verweist auf den Ursprung dieser Art in Peru.

Literatur James Cullen, Sabina G. Knees, H. Suzanne Cubey: The European Garden Flora. Second Edition, Volume 1, Second Edition, Cambridge Univ. Press, 2011, ISBN 978-0-521-76147-5, S. 197, 208, 228. Alan W. Meerow et al.: A remarkable new species of Pamianthe (Amaryllidaceae) from the Department of Cauca, Colombia. In: PhytoKeys. 115, 2019, S. 73–82, doi:10.3897/phytokeys.115.30755.

Weblinks

Pamianthe peruviana bei Pacific Bulb Society.

Einzelnachweise

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