Die Konzentrationsrate (, CR) ist in der Wirtschaftsstatistik eine volkswirtschaftliche Kennzahl, welche die Marktanteile der größten Unternehmen auf einem relevanten Markt wiedergibt.

Allgemeines Bei der Unternehmenskonzentration ist von Bedeutung, wie viele Unternehmen als Marktteilnehmer auf einem Markt vorhanden sind und welche Marktanteile jedes der Unternehmen, gemessen am Umsatzerlös, aufweist.Michael Hohlstein, Lexikon der Volkswirtschaft, 2009, S. 415 In dieser Form gibt die Konzentrationsrate Auskunft über die Marktmacht, Marktstruktur und die Markttypologie. Sie kann auch für Betriebsvergleiche herangezogen werden. Da sich der Wettbewerb quantitativ nicht messen lässt, ist die Messung der Unternehmenskonzentration durch die Konzentrationsrate ein wichtiges Hilfsmittel.Dirk Piekenbrock, Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaft, 2003, S. 431

Arten Allgemein kann zwischen absoluten und relativen Konzentrationsraten unterschieden werden:Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Wirtschaftsmathematik und Statistik, Stichwort: Konzentrationskoeffizient, 2013, S. 70 Absolute Konzentration: numerisch Konzentrationsrate Linda-Index summarisch Herfindahl-Index Rosenbluth-Index Relative Konzentration Gini-Koeffizient Lorenz-Kurve logarithmische Normalverteilung. Die absolute Konzentrationsrate gibt darüber Auskunft, welcher Anteil eines Merkmals (Umsatzerlöse, Gesamtauflage aller Zeitungen) auf eine bestimmte Zahl der nach Größe sortierten Merkmale entfällt. Bei der relativen Konzentration wird die Disparität der Unternehmensgrößen erfasst. Die hier dargestellte Konzentrationsrate gehört zu den absoluten und numerischen Konzentrationen.

Messung Mit der absoluten Konzentrationsrate lässt sich ausdrücken, welcher Marktanteil auf die größten Unternehmen entfällt.Rainer Diaz-Bone/Christoph Weischer (Hrsg.), Methoden-Lexikon für die Sozialwissenschaften, 2015, S. 229 Die Konzentrationsrate besagt, wie viel Prozent einer ökonomischen Größe (Umsatzerlös, verkaufte Zeitungen) die größten Unternehmen auf sich vereinen.Thomas Cleff, Deskriptive Statistik und moderne Datenanalyse, 2008, S. 67 Wenn beispielsweise auf einem Markt fünf Unternehmen mit einem gleichen Marktanteil von 20 % agieren, dann gibt die für die zwei größten Unternehmen einen Wert von

an. In Deutschland wird in Wirtschaftsstatistiken als kleinster Wert veröffentlicht. Generell gilt: %. Die Monopolkommission erfasst Konzentrationsraten durch Umsatzanteile der sechs größten Unternehmen eines Wirtschaftszweiges.Monopolkommission (Hrsg.), XXIII. Hauptgutachten der Monopolkommission, 2020, S. 121 Die Kennzahl bedeutet dementsprechend, dass auf die sechs größten Unternehmen ein Marktvolumen von 60 % des gesamten Marktvolumens entfällt.Torsten Kirstges, Strukturanalyse des deutschen Reiseveranstaltermarktes, 1999, S. 55; ISBN 9783935923316

Wirtschaftliche Aspekte Als Konzentration wird in der Volkswirtschaftslehre der Prozess einer Monopolisierung von Wirtschaftssubjekten – auch im Sinne von Karl Marx – verstanden.Ottmar Schneck (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 1998, S. 404; ISBN 3423058102 Absolute Konzentration liegt vor, wenn sich die Umsatzerlöse auf ein oder sehr wenige Unternehmen verteilen, eine relative Konzentration ist vorhanden, wenn die Verteilung ungleichmäßig ist.Hans Otto Lenel, Konzentration, in: Willi Albers (Hrsg.), Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft, Band 4, 1978, S. 341 Wie weit dieser Prozess fortgeschritten ist, kann durch das Konzentrationsniveau gemessen werden.

Dem Konzentrationsniveau können folgende Konzentrationsraten zugeordnet werden, die wiederum über die Marktform entscheiden:.

Konzentrationsniveau Konzentrationsrate Bemerkungen Perfekter Wettbewerb % liegt in einer Branche vor, wenn die Konzentrationsrate beträgt geringe Konzentration 0 % – 40 % 0 % bedeutet vollkommener Wettbewerb im Polypol mittlere Konzentration 40 % – 70 % typisch für das Oligopol hohe Konzentration 70 % – 100 % bei 100 % fehlt es am Wettbewerb wegen eines Monopols

Eine Konzentrationsanalyse verlangt eine umfassende Marktanalyse, die eine Untersuchung der Marktstruktur, des Marktverhaltens und der Marktentwicklung erfordert.Dirk Piekenbrock, Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaft, 2003, S. 219 Der Wettbewerb ist umso schwächer, je weniger Marktteilnehmer vorhanden sind (absolute Konzentrationsrate) oder je ungleichmäßiger die Verteilung des Marktvolumens auf die Marktteilnehmer ist (relative Konzentrationsrate).Dirk Piekenbrock, Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaft, 2003, S. 431 Die Wettbewerbsintensität steigt bei sinkenden Konzentrationsraten und sinkt bei steigenden Konzentrationsraten. Eine geringe Marktkonzentration liegt bei einer Konzentrationsrate zwischen 0 % und 50 % vor, während von einer hohen Marktkonzentration zwischen 80 % und 100 % gesprochen werden kann.Anne-Kathrin Dimmig, Innovationsverhalten bei Risiko und fundamentaler Unsicherheit, 2010, S. 112 Der Wettbewerb nimmt zu bei Wachstumsmärkten und Zukunftsmärkten und nimmt ab bei Marktsättigung und Schrumpfmärkten.

Einzelnachweise

Kategorie:Volkswirtschaftliche Kennzahl Kategorie:Wettbewerbstheorie Kategorie:Wirtschaftswissenschaft