rahmenlos|rechts|hochkant|Stammwappen derer von Schindel mini|hochkant|Gemehrtes Wappen der Einem-Schindel mini|hochkant|Grabstein eines Ritters aus der Familie von Schindel in Arnsdorf mini|hochkant|Grabstein eines Ritters aus der Familie von Schindel in Arnsdorf mini|hochkant|Grabstein der Barbara von Schindel († 1597)

Schindel war der Name eines schlesischen Uradelsgeschlechts, das sich auch in der Oberlausitz und Dänemark ausbreitete und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlosch.

Geschichte Schlesien Das schlesische Rittergeschlecht ist zu unterscheiden von den braunschweigischen und schwäbischen von Schindel, die als Wappen "im blauen Schild einen gelben Hirsch auf einem weißen Dreiberg" führten. Eine Sage berichtet von einem Kaiser der sich eines Tages im Wald verirrte. Darauf traf er auf einen Schindelmacher, der ihn zu seinem Gefolge zurück führte. Zum Dank wurde der Stammvater der Schindel reich entlohnt und erhielt ein Wappen mit drei Schindeln. Das Adelswappen der schlesischen Schindel weist Ähnlichkeiten mit dem Wappen von Bernstadt auf, das seit 1574 in deren Besitz war. Vermeintliche Angehörige sollen 1241 in der Schlacht bei Liegnitz teilgenommen haben.

In Schlesien besaß die früher weitverzweigte Familie vor allem Güter im Weichbild Schweidnitz, darüber hinaus auch in den Weichbildern Jauer, Breslau, Glogau und Oels. Unter der Amtszeit Herzog Heinrich V. erscheint erstmals urkundlich 1280 Elger Schindel.Codex diplom. Selesiae Nr. 1643 1342 ist Heintze Schindel als Assessor unter Herzog Bolko gehaltenen Ritterrecht zu Schweidnitz beurkundet. 1415 starb Heinze von Schindel auf Dromsdorf. Sein Epitaph in der Pfarrkirche Unsere Liebe Frau zu Schweidnitz trägt die Inschrift:

1446 starb Martin von Schindel an der Universität Leipzig. 1518 bekleidete Heinrich von Schindel zu Dromsdorf die Ämter des fürstlich-münsterbergischen Rates und Hauptmanns zu Steinau. Der kaiserliche Oberstwachtmeister Caspar von Schindel befehligte 1546 im Kampf gegen die Türken nach Ungarn gesendete Hilfstruppen. 1653 diente Hans Friedrich von Schindel auf Kolunkau Herzog Silvius I. Nimrod von Württemberg-Oels als Kammerjunker. Hildebrand von Schindel zu Hermsdorf und George Friedrich von Schindel auf Frontze nahmen 1653 am Trauerzug Herzog Georg Rudolph von Liegnitz-Brieg als dessen Leichenkondukte teil. 1665 fand die Vermählung von George Rudolph von Schindel und Weistritz des Jüngeren auf Ober- und Nieder-Ludwigsdorf mit Helena, Tochter von Hans Heinrich Freiherr von Hohberg statt. 1694 gehörte ganz Ludwigsdorf seinen Erben, 1700 Heinrich Adolph von Schindel und darauf seiner Witwe Johanna Eleonore geborene von Kuhlhaus.

Prozess um die Familiengruft in Ober Weistritz Seit 1702 führte George Rudolph von Schindel mit Jakob Ernst von Freyenfels auf Burkersdorf und Friedersdorf einen langwierigen Prozess um eine Gruft in Ober-Weistritz. Der Konflikt begann damit, dass von Freyenfels seine älteste Tochter in der herrschaftlichen Gruft von Ober-Weistritz beisetzen ließ, ohne die Familie von Schindel davon in Kenntnis zu setzen. George Rudolph von Schindel gab an das ausschließliche Beisetzungsrecht zu haben, da es sich um seine Familiengruft handelte, während Jakob Ernst von Freyenfels als Patronatsherr ein Mitbenutzungsrecht forderte. Der Gerichtsbeschluss vom 16. August 1726 entschied zu Gunsten der Familie von Schindel. George Rudolph von Schindel war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben. In der Klagerechtfertigung gab die verwitwete Amalie von Schindel geb. von Zedlitz als Vormund ihrer Kinder wörtlich an:

Dänemark und Oberlausitz In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war Wiglas von Schindel in Dänemark Oberhof- und Oberstallmeister König Christian V. der 1691 in Kopenhagen eine Ritterakademie gründete. Charlotte Helene von Schindel († 1752), war Hofdame und Geliebte von König Friedrich IV., der sie in den Grafenstand erhob. Während das Geschlecht in Schlesien erlosch, blühte es bis zum 19. Jahrhundert in der Oberlausitz fort. Carl Wilhelm Otto August von Schindel besaß bei Görlitz und Lauban die Güter Ober- und Nieder-Schönbrunn, Eckersdorf und Nieder-Steinkirch. 1857 fungierte Carl Otto von Schindel, Herr auf Schönbrunn, als Kammer- und Domherr. Die letzte Namensträgerin Ottonie von Schindel und Dromsdorf († 1903) heiratete Johann Ernst von Einem, dem am 31. August 1867 die königlich preußische Namen- und Wappenvereinigung zu "Einem-Schindel" genehmigt wurde.

Besitzungen Arnsdorf Benkendorf Bernstadt Breitenhain Burkersdorf Cammerau Dromsdorf Domanze Eckersdorf Fehebeutel Girlachsdorf Groß Mohnau Grunau Hohendorf Hohenposeritz Konradswaldau Kreppelhof Lauterbach Liebichau Leipe Lohnig Ludwigsdorf Neudorf Nimkau Ober-Bögendorf Ober-Weistritz Ohmsdorf Pansdorf Peterwitz Raaben Rosenthal Sadewitz Sasterhausen Schlesierthal Schönbrunn Schönfeld Steinkirch Stephansdorf Streit Tarnau Wernersdorf Wierischau

mini|Wappen derer von Schindel in Siebmachers Wappenbuch Wappen Blasonierung des Stammwappens: In Rot drei silberne Schindeln, von denen zwei gegen die Oberwinkel, die dritte gegen den Boden des Schildes gerichtet ist. Auf dem gekrönten Helm zwischen zwei roten Flügeln ein grüner Kranz, in diesem drei Schindeln. Die Helmdecken sind rot und silbern.

Genealogie

Sonstige Angehörige mini|hochkant|Carl Wilhelm Otto August von Schindel Carl Wilhelm Otto August von Schindel (1776–1830), deutscher Bibliograf, Schriftsteller und Mäzen Charlotte Helene von Schindel († 1752), dänische Adlige, Hofdame und Mätresse von König Friedrich IV. George Rudolph von Schindel, preußischer Landrat des Landkreises Reichenbach (Eulengebirge) Wiglas von Schindel (1643–1695), dänischer Oberhof- und Oberstallmeister von König Christian V.

Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8, 1868, S. 174 f. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 4, 1837, S. 168 f. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XII, Band 125 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2001, , S. 442.

Einzelnachweise

Kategorie:Schlesisches Adelsgeschlecht Kategorie:Dänisches Adelsgeschlecht Kategorie:Lausitzer Adelsgeschlecht