mini|Gesamtansicht der Kirche

Die Dorfkirche Kleinmachnow ist die evangelische Kirche in der brandenburgischen Gemeinde Kleinmachnow.

Geschichte Das Gotteshaus wurde 1597 im Auftrag von Margarete von Hake, geborene von der Schulenburgrootsweb.ancestry.com Margarethe von der Schulenburg fertiggestellt.brandenburg-abc.de Neben der Burg Machnow (der später sogenannten „Alten Hakeburg“, 1943 zerstört) errichtet, ist die Alte Dorfkirche Kleinmachnow eine der ersten evangelischen Kirchenbauten in der Mark Brandenburg.

Die anfangs zum Grundbesitz der Kleinmachnower Grundbesitzerfamilie von Hake gehörige Kirche diente dem einflussreichen Adelsgeschlecht zur Repräsentation, für Gottesdienste und Begräbnisse (bis 1597 war die Dorfkirche Stahnsdorf Grablege der Machnower Hake). Als Mitte des 17. Jahrhunderts das Straßendorf Kleinmachnow entstand, fanden öffentliche Gottesdienste in Kleinmachnow und Stahnsdorf statt.

mini|Alte Dorfkirche von 1597, Foto um 1900

Heute befindet sich die Kirche am äußersten südlichen Ortsrand, da Kleinmachnow sich immer weiter nach Norden ausdehnte. Als Kleinmachnow in den 1920er und 1930er Jahren expandierte, wurde ein Gemeindehaus am anderen Ende des Ortes gebaut und 1953 zur Auferstehungskirche erweitert. 1993 wurde die Dorfkirche aus dem Staatseigentum an die Kirchengemeinde Kleinmachnow übertragen und wurde seitdem restauriert. Genutzt wird sie für Gottesdienste, Hochzeiten und viele andere Veranstaltungen. Kirche und Einfriedung sind denkmalgeschützt.

Der Schriftsteller Theodor Fontane beschrieb die Kirche in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg 1882 wie folgt:

Bauwerk Die Dorfkirche Kleinmachnow ist eine Saalkirche mit einem Westquerturm und einem sechsseitigen Chor. Das zweifarbige Backsteinmauerwerk ist nahezu ungegliedert. Auf der Südseite sind spitzbogige Portale und zweiteilige Fenster mit abgefastem Gewände. Unter der Traufe des Satteldaches findet sich ein umlaufender Maßwerkfries. Der Turmhelm mit auslaufendem Walmdach stammt aus dem 17. Jh. und trägt eine Laterne mit zwölfseitigem Glockendach.

Auf der Nordseite der Dorfkirche befinden sich die Gruftkapelle von 1703 und mehrere Gedenksteine der von Hakes.

Inneneinrichtung Den zweifach wandelbaren Flügelaltar schnitzte der Berliner Hans Zinckeisen im Jahr 1599. Die Predella zeigt Moses vor dem brennenden Busch, im Schrein das Abendmahl, auf den Flügeln 4 Passionsszenen. In der ersten Wandlung sieht man acht gemalte Szenen aus dem Leben Christi, auf den Flügelaußenseiten eine gemalte Verkündigung.

Von Nickel Zinckeisen stammt das reich verzierte Taufbecken von 1597, dessen geschnitzten Deckel ein Engel krönt.

Verschiedenes erinnert an die Familie von Hake: Reste von zehn Fahnen, die Ernst Ludwig von Hake (1651–1713) seinen in den Türkenkriegen gefallenen Brüdern gewidmet hat, ein Denkstein, den derselbe dem Andenken seiner Eltern errichtete, und darüber ein Degen und zwei Sporen, die dem im Zweikampf gefallenen Herrn von Schlabrendorf gehörten. Ferner finden sich das Epitaph des Generals Friedrich von Hake († 1743) und mehrere Wappentafeln.

Eine Seltenheit ist die 1711 gefertigte Kanzeluhr.Peter Könnicke: . In: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 3. Januar 2004.

Orgel

Die Orgel der Dorfkirche stammt aus der Orgelbauwerkstatt Alexander Schuke aus dem Jahr 1938 (opus 178). Die Disposition lautet wie folgthttps://www.ev-kirche-kleinmachnow.de/ueber-uns/orte/dorfkirche-kleinmachnow#orgel: I Hauptwerk C–g3Gedackt8′Prinzipal4′Blockflöte4′Waldflöte2′Mixtur III1′Dulcian 8′** vor 1994: 16′II Oberwerk C–g3Rohrflöte8′Nachthorn4′Nassat′Principal2′Terz1 1/3′*Sifflöte1′Krummhorn8′Tremulant* vor 1994: Quinte 1 1/3′Pedal C–f1Subbass16′Bassflöte8′Oktave4′Posaune8′

Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P Spielhilfen: Zwei freie Kombinationen, Tutti

Siehe auch Siehe ausführlich zur Einbettung der Kirche in das Gesamtensemble des Hake’schen Ritterguts: Gut Kleinmachnow.

Einzelnachweise

Literatur Dietloff von Hake: Geschichte der brandenburgischen Familie von Hake. C. A. Starke, Görlitz 1928. https://d-nb.info/560539827 Band 1: Allgemeiner Teil, die Häuser Machnow, Geltow II, Flatow und Draulitten. Band 2: Die Häuser Bornim, Stülpe-Genshagen, Petkus, der österreichische Zweig, die Nachkommen Hans Friedrichs III. auf Genshagen, die rote Linie Hake, Dietloff. Kleinmachnow. Die Geschichte eines märkischen Rittergutes und seiner Besitzer. Selbstverlag, 1925. 95 S. https://d-nb.info/573982554. 2. Auflage 1934, Rohde, Berlin, 60 S.; (ff. Reprint erschienen) Hans Peter Dreier: 600 Jahre brandenburgische Familie von Hake (und ihre 1994 lebenden Nachkommen). 1394 – 1994. Keller Druck CH-Aarau, CH Schönenwerd 1994. https://d-nb.info/945180179 Hubert Faensen, Bertram Faensen, Reinald Elliger: Die alte Kirche in Kleinmachnow. Gemeindekirchenrat der Evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde, Kleinmachnow 1997, ISBN 3-00-017417-6. Bärbel Engel: Die Dorfkirche zu Kleinmachnow. Verlag Wiesjahn, Kleinmachnow 1997. Hubert Faensen: Innovative Leistung oder bloßer Zufall? Die Gestaltung des Verklärungsreliefs in der Kleinmachnower Dorfkirche. In: Jahrbuch Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf 2005, S. 49–50. Hubert Faensen: Kleinmachnow : Gedanken zum Altar der Dorfkirche. In: Brandenburgische Denkmalpflege 2, 2007, S. 43–52. Silvia Koch; Dagmar Bernstorff: Kleinmachnow : konservatorische und restauratorische Maßnahmen am Altar der Dorfkirche. In: Brandenburgische Denkmalpflege 2, 2007, S. 53–55.

Weblinks

Die Dorfkirche auf der Seite der Kirchengemeinde Dorfkirche Kleinmachnow

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