Bali ist eine zu Indonesien gehörende Insel im Indischen Ozean mit einem tropisch warmen Durchschnittsklima. Hauptstadt der Insel ist Denpasar. Mit einer Fläche von 5590,15 km² ist Bali die mit Abstand größte Insel der gleichnamigen Provinz. Bei der Volkszählung 2020 hatte Bali rund 4,3 Millionen Einwohner. Bali ist die am häufigsten besuchte Touristeninsel Indonesiens.
mini|Reisfelder im Süden des Agung
Geographie Die Provinz Bali belegt hinsichtlich ihrer Fläche Rang 15 unter den 38 Verwaltungseinheiten der 1. Stufe (36 Provinzen und zwei gleichberechtigte Städte). mini|Topographie Balis
Lage und Ausdehnung Bali ist die westlichste der Kleinen Sundainseln, zu denen außerdem die Inseln von Nusa Tenggara (indonesisch: „Südostinseln“) gehören. Bali liegt im Indischen Ozean zwischen den Inseln Java im Westen und Lombok im Osten. Von Java ist Bali durch die 2,5 km breite Bali-Straße getrennt, von Lombok durch die minimal 19 km breite Lombokstraße. Die Nord-Süd-Ausdehnung der Insel Bali beträgt 95 km, von ihrer Westspitze bis zu ihrer Ostspitze misst sie 145 km.
Grenzpunkte Die Provinz erstreckt sich südlich des Äquators und besitzt folgende äußere Grenzpunkte: Richtung Kode Desa/Kelurahan Kecamatan Kabupaten Koordinaten N 51.08.08.2011 Kubutambahan Kubutambahan Buleleng 8°03′41,84″ s. Br. O 51.07.04.2008 Seraya Timur Karangasem Karangasem 115°42′44,77″ ö. L. S 51.03.05.2002 Ungasan Kuta Selatan Badung 8°50′57,33″ s. Br. W 51.01.04.1001 Kel. Gilimanuk Melaya Jembrana 117°25′53,86″ ö. L.
Bali gilt als eine relativ junge Insel. Vom malaiischen Festland ist die Insel nur durch drei verhältnismäßig flache Meeresstraßen getrennt. Diese sind im Verlauf der Zeit immer wieder trockengefallen, sodass sich Fauna und Flora Balis nicht sehr stark vom malaiischen Festland unterscheiden. Zwischen Bali und Lombok verläuft in der Lombokstraße die sogenannte Wallace-Linie. Dies ist die biogeografische Trennlinie zwischen asiatischer und australischer Flora und Fauna. Diese Meeresstraße ist bis zu 1000 Meter tief und besteht seit langer Zeit, sodass sich Flora und Fauna der beiden benachbarten Inseln stark unterscheiden.Field Museum of Natural History: „Pleistocene Sea Level Maps“, fieldmuseum.org, abgerufen am 14. November 2022.David Quammen: Der Gesang des Dodo – Eine Reise durch die Evolution der Inselwelten. List Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-548-60040-9, S. 62.
Die meisten Berge Balis sind vulkanischen Ursprungs und bedecken etwa drei Viertel der gesamten Inselfläche. Der Vulkan Gunung Agung („Großer Berg“) ist mit 3142 Metern der höchste Berg der Insel. Im balinesischen Hinduismus gilt er als Sitz der Götter. Außerdem ist er der Mittelpunkt des mythischen balinesischen Weltbildes. Der vorletzte Ausbruch von 1963 forderte 2000 Menschenleben und verwüstete zahlreiche Dörfer und Felder. Zuletzt brach er 2018 aus. Westlich vom Agung befindet sich die etwa zehn Kilometer breite Caldera des Batur-Massivs, mit dem Randkegel des Gunung Abang (2153 m) als höchste Erhebung. Das Innere der Caldera wird von dem jungen Kegel des im 20. Jahrhundert viermal tätigen Gunung Batur (1717 m) und vom Kratersee Danau Batur ausgefüllt.
Der Grund für die vulkanische Aktivität ist die Subduktion der Sahul-Platte (Teil der Australischen Platte) unter die Sundaplatte (Teil der Eurasischen Platte). Sie ist auch für den Vulkanismus auf den östlich und westlich benachbarten Inseln verantwortlich. Diese sind, wie Bali, Teil des sogenannten Sundabogens, eines vulkanischen Inselbogens, der allgemein typisch für Ozean-Ozean-Subduktionszonen ist. Südlich des Sundabogens fällt der Meeresboden zum Sundagraben hin ab. Solche Tiefseegräben sind ebenfalls typisch für Subduktionszonen.
Inseln Zur Provinz Bali gehören neben der Hauptinsel noch 34 weitere kleine Inseln und Eilande. Nusa Penida, Nusa Lembongan und Nusa Ceningan sind die größten. Über zwei Drittel (21) liegen im Kecamatan Klungkung.
Politische Gliederung Bali war bei der Gründung Indonesiens 1945 Teil der Provinz Nusa Tenggara Barat. Seit dem 14. August 1959 bildet es zusammen mit den direkten Nachbarinseln (siehe Lage) eine der 38 Provinzen der Republik. Alle Provinzregionen Indonesiens werden jeweils von einem Gouverneur verwaltet, der dem Staatspräsidenten direkt untergeben ist. Der Gouverneur von Bali, seit 2018 ist dies I Wayan Koster, hat seinen Sitz in der Hauptstadt Denpasar. Die Provinz Bali ist (seit 1992) in acht (Regierungsbezirke) und eine (autonome Stadt Denpasar) unterteilt, deren bupati (Kreisrat) oder walikota (Oberbürgermeister) dem Gouverneur unterstehen. Diese Kabupaten gliedern sich in 57 Kecamatan (Distrikte). Die Zahl der desa (Dörfer) ist seit 2011 unverändert und liegt bei 636. Sie werden jeweils von einem kepala desa (Dorfoberhaupt) regiert. Die Dörfer wiederum sind unterteilt in banjars (Dorfbezirke), die von einem klian verwaltet werden.
Der Zusatz adat bedeutet traditionell, also balinesisch-hinduistisch. Einige wenige Dörfer verharren bewusst in der Kulturstufe vor der hinduistischen Beeinflussung. Diese liegen vor allem im Osten und am Batur-See. Sie werden als Bali Aga (Alt-Bali) bezeichnet. Es gibt auch einzelne kampung islam, Orte mit islamischer, und desa kristen, mit christlicher Bevölkerung.
Code Wappen Kabupaten / KotaRegierungsbezirk / Stadt Ibu KotaRegierungssitzKarte Fläche(km²) Anzahl der Verwaltungseinheiten Bevölkerung am Censustag Dichte(Einw./km²) Kecamatan Desa Kelurahan 2010 2020 51.01 60px Kab. Jembrana Negararahmenlos|100x100px 841,80 5 41 10 261.638 317.064 376,7 51.02 60px Kab. Tabanan Tabananrahmenlos|100x100px 1.013,88 10 133 0 420.913 461.630 455,3 51.03 60px Kab. Badung Mangupurarahmenlos|100x100px 418,62 6 46 16 543.332 548.191 1.309,5 51.04 60px Kab. Gianyar Gianyarrahmenlos|100x100px 368,00 7 64 6 469.777 515.344 1.400,4 51.05 60px Kab. Klungkung Semarapurarahmenlos|100x100px 315,00 4 53 6 170.543 206.925 656,9 51.06 60px Kab. Bangli Banglirahmenlos|100x100px 490,71 4 68 4 215.353 258.721 527,2 51.07 60px Kab. Karangasem Amlapurarahmenlos|100x100px 839,54 8 75 3 396.487 492.402 586,5 51.08 60px Kab. Buleleng Singarajarahmenlos|100x100px 1.364,73 9 129 19 624.125 791.813 580,2 51.71 60px Kota Denpasar Denpasarrahmenlos|100x100px 127,78 4 27 16 788.589 725.314 5.676,3 51 60px Prov. B A L I Denpasar 5.780,06 57 636 80 3.890.757 4.317.404 747,0
mini|hochkant=1.7|Karte von Bali mit Distrikten mini|Luftbildaufnahme der Insel
Orte Denpasar ist die Hauptstadt im Süden der Insel und Sitz der Udayana-Universität Gilimanuk, Fähre nach Java, im Westen Tuban, Ort des internationalen Flughafens Ngurah Rai (int. Kürzel: DPS), Fischerdorf mit berühmten Fischrestaurants am Strand Kerobokan im Bezirk Badung im Südwesten Kuta (mit Flughafen), Legian, Seminyak und Sanur im Süden, mit weißen Stränden, bilden die Touristenzentren Menjangan ist eine Insel im Nordwesten von Bali, sehr beliebt bei Sporttauchern Nusa Dua, abgeschlossenes Touristenzentrum auf der Halbinsel Bukit im Süden Nusa Penida ist eine Insel im Südosten von Bali, östlich von Denpasar Padang Bai, Fähre nach Lombok, im Osten Pemuteran, im Norden der Insel, in der Nähe von Menjangan Semarapura, Hauptstadt von Klungkung und ehemals ranghöchste Residenz der Insel, im Südosten Singaraja, die Hauptstadt zur Zeit der niederländischen Kolonialverwaltung und heutige Hauptstadt des Regierungsbezirks Buleleng, liegt an der Nordküste Tejakula, im Distrikt Buleleng an der Nordküste gelegenen Tenganan, ein Bali-Aga-Dorf im Osten Tulamben, im Nordosten gelegenes Gebiet mit Tauchbasen rund um das Liberty-Wrack – die Tauchplätze gehören zu den besten der Welt Ubud ist das Zentrum des Kulturtourismus im Kabupaten Gianyar
Flora mini|Ursprüngliche Vegetation im Nationalpark Bali Barat
Einst waren weite Teile der Insel von Monsunwald (auch tropischer Feuchtwald genannt) bedeckt. Durch die Kultivierung der Landschaft wurden die Wälder stark zurückgedrängt. Im Westen der Insel blieben sie teilweise erhalten, und seit 1984 ist die ursprüngliche Vegetation der Insel als Bestandteil des Bali-Barat-Nationalparks geschützt. Tropische Blütenbäume wie Frangipani, Bougainvillea oder Hibiskus wachsen verbreitet auf Bali. Schraubenbäume (Pandanus) und Lontarpalmen (Borassus flabellifer) wachsen vor allem in den Trockenregionen.
Auf Bali sind auf engstem Raum bis zu sechs Vegetationszonen anzutreffen: Tropischer Trockenwald: Er bedeckte früher vor allem den trockenen Norden und Westen, wo die Trockenzeit bis zu acht Monate dauern kann. Tropischer Regenwald: Der Tropische Bergwald war früher auf allen Bergspitzen oberhalb von 800 bis 1500 m vorhanden. Heute sind kleine Reste übrig geblieben. Diese Wälder sind sehr wichtige Wassereinzugsgebiete für die darunter liegenden, zum Teil dicht besiedelten Gebiete und bilden einen wirksamen Schutz vor Erosion. Feuchtsavanne: Die Feuchtsavanne Balis ist ähnlich wie die Feuchtsavanne in Ostafrika. In Bali gibt es vor allem auf der südlichen und trockenen Halbinsel Feuchtsavannen, wo der Boden mehrheitlich aus Kalk besteht und dieser deshalb wenig Wasser speichern kann. Mangrovenwälder: Sie wachsen im Gezeitenbereich von Flüssen und Meeresküsten. Die einzigen Mangrovenwälder befinden sich im Südosten und Westen Balis. Lavalandschaft: Diese vegetationslosen Lavalandschaften sind in der Nähe der Vulkankrater zu finden. Kulturlandschaft: Sie nimmt heute den größten Teil der Insel ein.
Fauna mini|hochkant|Der Balistar lebt ausschließlich auf Bali
Der Bali-Tiger ist seit den 1940er Jahren ausgestorben. Auch in Zoos gibt es keine lebenden Exemplare. Letzte unbestätigte Sichtungen reichen bis in die frühen 1950er Jahre zurück.
Auch außerhalb geschützter Reservate sind Affen häufig, besonders Makaken. Echsen, wie Agamen, Warane, Skinke und Geckos, findet man überall auf der Insel, auch Schlangen sind zahlreich. Die Großsäuger sind durch Wildschwein und Rotwild vertreten. Im Nationalpark leben noch 30–40 Exemplare des javanischen Wildrindes sowie viele verschiedene Vogelarten, darunter der nur auf Bali vorkommende Balistar.David Henley: Nelles Guide: Indonesia. Sumatra, Java, Bali, Lombok, Sulawesi. (ff. Fauna.) 3., überarbeitete Auflage. Nelles Verlag GmbH, München 2000, ISBN 3-88618-085-9, S. 57ff ().
Klima Das Klima ist tropisch warm mit hoher Luftfeuchtigkeit. Von November bis März bringt die innertropische Konvergenzzone (ITC) einen aus Nordwesten kommenden Monsunregen. Die zentrale Gebirgskette sorgt dafür, dass sich der Regen sehr ungleichmäßig auf der Insel verteilt. Im Süden der Insel fallen jährlich etwa 2000 mm Niederschlag. Im Gebirge erhöht sich der Niederschlag auf 3000 mm, dagegen erhält die im Regenschatten liegende Nordküste Balis nur rund 1000 mm Niederschlag.
Im Jahresmittel liegen die Temperaturen bei 24–34 °C auf Meeresniveau, in der Trockenzeit von Mai bis Oktober bei durchschnittlich 10–20 °C in den Hochlagen und 29–34 °C in den Küstenregionen.
Demographie Die Provinz belegt Rang 16 unter den 38 Provinzen bzw. gleichgestellten Städten Jakarta und Yogyakarta. Mit der Bevölkerungsdichte von 783 Einwohnern je Quadratkilometer rangiert sie auf Platz 7.
Bevölkerungsentwicklung Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick der demographischen Entwicklung in der Provinz Bali, basierend auf den Ergebnissen der Volkszählungen.